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Kritik von Alexander "Heinz" Jachmann zu 'Der Große Bagarozy'

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Kritik von Alexander "Heinz" Jachmann
veröffentlicht am 07.10.1999
80%
Jaja, im Leben einer Psychiaterin trifft man manchmal schon auf seltsame Gestalten. Einer dieser schrägen Personen erscheint eines Tages, und behauptet, ihm sei die Opernsopranistin Maria Callas, die schon seit einiger Zeit tot ist, erschienen. Daß er nebenbei noch behauptet, er sei der Teufel, ist allerdings schon wieder so weit hergegriffen, daß es nicht leicht ist, den Patienten auch nur ein klein wenig ernst zu nehmen.

Der Psychiaterin Cora Dulz (Corinna Harfouch, Bis zum Horizont und weiter) sind in ihrer beruflichen Laufbahn bestimmt schon einige seltsame Menschen begegnet, aber ihr neuester Patient Stanislaus Nagy (Til Schweiger) ist schon etwas besonders eigenartiges: er behauptet nämlich, daß ihm die Callas erschienen sei. Auch wenn er zweifelsfrei zugibt, ein großer Fan der Sängerin zu sein, die schon seit einiger Zeit nicht mehr lebt, sieht sie in seinen Augen, daß es nicht das bloße Wunschdenken ist, das ihn zu dieser Aussage verleitet. Abgesehen davon hält er sich außerdem für den Teufel ...
In den folgenden Tagen befasst die Ärztin sich mehr mit Stanislaus, als das für eine wohldistanzierte Arzt-Patient-Beziehung gut sein kann. Irgendwie scheint sie sich zu ihm hingezogen zu fühlen, was wohl auch daher kommt, daß ihr Eheleben mit ihrem Gatten (Thomas Heinze) mit dem Schlagwort "Routine" am angemessensten bezeichnet werden kann. Immer wieder unternimmt sie etwas mit Herrn Satan, und irgendwie scheint er viel zu viel über sie zu wissen - nicht nur Dinge, die man leicht herausfinden kann, sondern auch Themen, die sie in ihrem Innersten beschäftigen. Auch sie zeigt viel Interesse zu ihm, und fühlt sich mehr und mehr zu ihm hingezogen. Durch diese gegenseitige wachsende Sympathie ist eine mediznische Zusammenarbeit eigentlich nicht mehr möglich, aber vielleicht ist eine Therapie ja auch gar nicht nötig, vielleicht sagt Nagy ja auch die Wahrheit.

Auch wenn sich das jetzt vielleicht etwas seltsam anhört: "Der Große Bagarozy" ist der erste Kinofilm, bei dem Bernd Eichinger Regie geführt hat. Der Name Eichinger dürfte eigentlich jedem, der in den letzten Jahren irgendwo einen deutschen Film gesehen hat, ein Begriff sein, was auch immer man von ihm halten mag, denn als Produzent war er auch für viele Filme verantwortlich, die nicht eben angenehme Erinnerungen wecken.
Bei sein Regiedebut werden diese Erinnerungen aber nicht aufkommen, denn "Der Große Bagarozy" ist schon ein recht guter Film, wenn auch nicht gerade leicht verdaulich. Für einen Film aus Deutschland, der mit dem Namen Eichinger verbunden ist, ist das eigentlich ein schon ein Kompliment, denn viel zu lange stand diese Art von Filmen für übelste Klamaukunterhaltung oder Beziehungskomödien, ich denke da nur an den dritten Werner-Film, "Ballermann 6", "Das Superweib" oder auch "Bin ich schön?".
Zu verdanken hat Bernd Eichinger diesen positiven Einstand seiner Arbeit als Regisseur einerseits den beiden Hauptdarstellern Corinna Harfouch und Til Schweiger, die ihre Sache sehr gut machen, andererseits der überraschenden Story mit einigen ungeahnten Wendungen. Auch die Dialoge sind nicht ohne, und einige Gespräche hätten durchaus Berechtigung, im Rahmen einer "Best of Comedy Show" ausgestrahlt zu werden.

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