foyer - hier geht's zur startseite... die aktuellen kinocharts für Deutschland und USA aktuelle Meldungen aus der Kinowelt die aktuellen Kino-Starttermine fü Deutschland kinoprogramm unsere aktuellen kritiken heimkino - aktuelle DVD-Termine directory - Stöbere in unserer Datenbank background - Informationen rund um zelluloid.de
zelluloid

Kritik von Mathias Broxtermann zu 'John Carter - Zwischen zwei Welten'

WERBUNG
Kritik von Mathias Broxtermann
veröffentlicht am 23.01.2013
20%
The Walt Disney Company (WDC), umgangssprachlich meistens Disney genannt, ist ein US-amerikanischer Medienkonzern mit Sitz in Burbank, Kalifornien. Gegründet wurde die Firma als Disney Brothers Cartoon Studio (1923) und Walt Disney Productions (circa 1930) von den Brüdern Walt und Roy Disney. Am 6. Februar 1986 wurde sie in The Walt Disney Company umbenannt.
www.disney.com

Externer Link öffnet sich in neuem Fenster. Bitte beachte dazu unsere Nutzungsbedingungen.
"John Carter" ist ein gutes Beispiel dafür, dass man einen Film, der rein kommerziell konzipiert ist, auch mit einer viertel Million Dollar und einer massiven Werbekampagne brutal in den Boden rammen kann. Ich habe immer wieder mit Leuten diskutiert, die "Dune" von David Lynch nicht verstanden haben, weil sie die Literaturvorlage von Frank Herbert nie gelesen hatten. Eine ähnliche Erfahrung durfte ich jetzt erleben, als ich mit "John Carter" konfrontiert wurde. Das soll nicht heißen, dass ich zu faul zum Lesen bin, oder dass man die Bücher von Edgar Rice Burroughs unbedingt lesen muss, denn ein kompetentes Drehbuch kann auch komplexe Literaturvorgaben verarbeiten. "John Carter" sollte Disneys "Avatar" werden, hat aber massiv gefloppt, weil er einfach seine eigene Geschichte nicht ordentlich erzählen kann und ständig über seine eigenen Nebenhandlungen stolpert.

"John Carter" erzählt die Geschichte von, nun, John Carter (Taylor Kitsch), ehemaligem Kavallerieoffizier und nunmehr Goldgräber und Abenteurer. Durch reinen Zufall wird dieser auf den Mars teleportiert, wo er bald in einen Bürgerkrieg zwischen den Stadtstaaten Helium und Zadonga hineingezogen wird. Seinen ersten Kontakt stellt er allerdings mit den Tharks und deren Anführer Tars Tarkas (Willem Dafoe) her, die ihn zunächst für eine Art Haustier halten und später für eine Wunderwaffe, denn John Carter kriegt auf dem Mars, das heißt "Barsoom", Kräfte wie Spiderman. Es gibt noch eine weitere Fraktion, die Thern, welche versuchen den Konflikt zu manipulieren, indem sie den König, Verzeihung, "Jeddak", von Zedonga eine mächtige Waffe schenken, sodass er Helium in die Knie und die Prinzessin von Helium, Dejah Thoris (Lynn Collins), vor den Altar zwingen kann. Diese verliebt sich aber in John Carter, und, naja, ihr versteht schon wohin das führt. Oder doch nicht? Verwirrt? Keine Sorge, ich habe den Film gerade gesehen und muss trotzdem Wikipedia benutzen, um das alles zu rekonstruieren. Konzentrationsstörungen? Nein, schlechtes, mieses, konfuses und inkompetentes Drehbuch!

"John Carter" hat viele Fehler, aber drei davon sind tödlich. Der erste ist tatsächlich einer, der Anerkennung verlangt. Die originale Nomenklatur der Literaturvorgabe wurde beibehalten, sodass aus dem Mars hier "Barsoom" wird, und aus einem König oder Anführer ein "Jeddak". Das muss man respektieren, aber es feuert katastrophal nach hinten ab, denn man wird als Zuschauer doch arg befremdet und wünscht sich nach einigen Minuten ein Karteikartesystem zum Nachschlagen. In der Mitte des Filmes fragte ich mich, ob Carter jetzt Marsianisch versteht, oder ich einfach kein Englisch mehr (OV). Der zweite wäre die Besetzung, denn mit Taylor Kitsch und Lynn Collins hat man zwei gutaussehende Hauptdarsteller gewählt, die nicht gerade Schauspieler von Weltklasse sind und in der Charisma-Abteilung harte Abstriche bekommen. Die Romanze zwischen den beiden bleibt sehr unglaubwürdig, und Collins hat auch in Momenten, die dramatisch oder gar episch sein sollen, immer ein schelmisches Lächeln parat, um jeglichen Spannungsaufbau zu ersticken.
Dritter Fehler, der Todesstoß. Drehbuch und Handlung sind hoffnungslos überladen und konfus erzählt, und die Motivation der Fraktionen bleibt, gelinde gesagt, oberflächlich. Helium hat die Farbe Blau, Zedonga Rot, und los geht's. Und was ist der Antrieb und das Ziel dieser gestaltenwandelnden Therns, oh mein Gott! Viele Szenen sind zudem unfreiwillig komisch und albern, und dazu wird die Handlung noch durch unnötige, tragische Flashbacks von John Carter unterbrochen. "John Carter" hüpft zwischen Haupt- und Nebenhandlungssträngen fröhlich hin und her, bis der Fokus völlig verloren geht und wir uns fragen, was wir hier eigentlich sehen, und vor allem warum.

Es ist kein gutes Zeichen, wenn man sich nach etwa 20 Minuten anfängt, Fragen wie "Was? Warum? Wo? Wer?" zu stellen. Ich lasse mich gerne von Filmen herausfordern. Komplexe Filme, gut konstruiert, haben immer etwas Faszinierendes. Leider ist das hier nicht der Fall, "John Carter" ist ein inkompetentes Durcheinander, ein echter Stinker, und schockierend langweilig. Punkte gibt es für die Effekte und Lynn Collins' Garderobe, die mehr zeigt als verbirgt, und dann ist auch schon Schluss. Einhundertzweiunddreißig kostbare Minuten meines Lebens, verloren, auf Barsoom.

War diese Kritik hilfreich?
2 von 11 Besuchern fanden diese Kritik hilfreich.
 
weitere Kritiken zu diesem Film
09.03.2012Ahmed Kusserow
70%
13.03.2012Bernhard Bureick
75%
27.05.2012Dominik Schuierer
5%
23.01.2013Mathias Broxtermann
20%
14.08.2016Elke König
75%
Eigene Kritik schreiben
Weitere Kritiken in der aktuellen Übersicht oder im Archiv
 
 Teil der Serie 'John Carter' 
 John Carter - Zwischen zwei Welten (2012)  
 John Carter: The Gods of Mars (Projekt eingestellt)  
 
zelluloid - Navigationselement
WERBUNG
Kurz-Link zu dieser Seite: http://zel.lu/k6ZQ
foyer | charts | filmnews | kinostarts | kinoprogramm
kritiken | heimkino | directory | background
 
zelluloid.de • ©1998-2018 Denis Hoffmann & Alexander Jachmann
 
SitemapImpressuminfo@zelluloid.de
Hinweise zum DatenschutzNutzungsbedingungen