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Kritik von Ahmed Kusserow zu 'John Carter - Zwischen zwei Welten'

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Kritik von Ahmed Kusserow
veröffentlicht am 09.03.2012
70%
Das Fantasy-Film-Spektakel "John Carter - Zwischen zwei Welten" ist ein Genre-Produkt in höchster Reinkultur und scheint sich sehr eng an der literarischen Vorlage des amerikanischen Science-Fiction-Autors Edgar Rice Burroughs zu orientieren, der hierzulande wahrscheinlich eher als der Erfinder von "Tarzan" bekannt sein dürfte.
Fans solcher in fremden Welten spielender Abenteuer, denen es auf wissenschaftliche und historische Genauigkeit nicht ankommt, werden um so mehr voll auf ihre Kosten kommen, denn es wurde nicht an bildgewaltiger Opulenz und optischer Kreativität gespart, bei der man sich schon aus den Originalquellen unerschöpflich bedienen konnte.
Und hier kann die moderne Digitaltechnik ihre ganzen Register ziehen und Figuren und Bildwelten erschaffen, die scheinbar unerschöpflich in ihrer bizarren Vielfalt sind. Nahezu perfekt wurden all die unzähligen Phantasiewesen Bourroughs "zum Leben erweckt", dass man gar nicht aus dem Staunen herauskommt. Den Filmemachern gelingt es überraschenderweise immer wieder aufs Neue, die aufkommenden Ermüdungserscheinungen ob des überbordenden, digitalen 3D-Bilderschwalls geschickt zu überlisten und gekonnt weiter zu spinnen.
Dieser Film lädt dazu ein, sich einfach nur mitnehmen zu lassen auf eine fulminante Reise zu einem absurden Marsabenteuer, um sich satt sehen zu können an einem unterhaltsamen und amüsanten Panoptikum aus vierarmigen, eierlegenden Marsianer-Horden (natürlich grün!), drollig rasenden Klumpwesen mit Hofhund-Charme und einer äußerst attraktiven Mars-Prinzessin.
Es ist ganz offensichtlich, dass man sich absichtlich so genau wie möglich an die Originalvorlage gehalten hat, denn der unterschwellige Flair einer "Groschenheft"-Verfilmung (à la "Perry Rhodan"), umgesetzt mit hypermodernsten Mitteln, lässt die scheinbar todernst erzählte Rahmenhandlung mit fröhlichem Augenzwinkern genießen.
Und etwas anderes will dieser Film auch gar nicht! Dennoch zeigt er sich als liebevolle Verbeugung (als amerikanischer Film vor dem amerikanischen Autor Burroughs): Hier wird schlichtweg einem von der Literaturkritik Verfemten gebührend Anerkennung und Tribut gezollt. Fantasy-Romane sind letztlich ein fester und äußerst erfolgreicher Bestandteil amerikanischer Unterhaltungskultur des 20. Jahrhunderts.
Wer sich also den unverkrampften Spaß gönnen möchte, schaurig-originelle Wesen im Kampfgetümmel zu erleben, lustige Jules-Verne-artige Flugmaschinen beim Fliegen auf Licht (!) zu sehen und wandernde Städte, die einem gigantischen Tausendfüßer gleich durch Marswüsten stapfen, der wird seine helle Freude daran haben! Zumal die Details mit einer atmeberaubenden Genauigkeit ausgearbeitet wurden und somit derart realistisch anmutend, dass man fast schon bedauert, dass diese Welten nur aus dem Computer stammen.
Wer jedoch nicht darüber hinwegsehen kann, dass die Figuren charakterlich bisweilen flach gezeichnet sind und die filmische Umsetzung inhaltlich eine soundsovielte Kreuzung aus "Herr der Ringe" und "Krieg der Sterne" abbildet, der könnte enttäuscht werden. Man bekommt übrigens auf dem Mars keine einzige Pflanze zu Gesicht, insofern hat der Erzähler dann doch noch "wissenschaftliche Genauigkeit" bewiesen.
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