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Kritik von Benjamin Falk zu 'Public Enemies'

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Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 27.12.2009
60%
Als ich von "Public Enemies" hörte und erfuhr, dass Michael Mann ihn gemacht hat, freute ich mich doch sehr auf den Film, denn Mann ist ein wirklich hervorragender Regisseur der mit "Collateral" einen meiner Lieblingsthriller abgeliefert hat. Die hohen Erwartungen wurden mir aber zum Verhängnis, denn "Public Enemies" ist zwar immer noch gut, aber leider hat er einige Schwächen und hat mir im Endeffekt nicht so gut gefallen wie erhofft.

Dabei scheint die Geschichte um John Dillinger wie gemacht für einen Regisseur wie Michael Mann. In Filmen wie "Heat" und "Collateral" hat er es ausgezeichnet geschafft, "Gut" und "Böse" zu charakterisieren und die Gegenspieler perfekt gegeneinander antreten lassen. Das gelingt ihm bei "Public Enemies" leider nicht so recht. Die Story handelt wohl von den letzten Monaten des John Dillingers und ist auch bestimmt nicht uninteressant, doch der größte Kritikpunkt ist, dass das Drehbuch dem Zuschauer die Figuren im Film überhaupt nicht nahebringt.

Das ist sehr schade, weil es hier doch einige wirklich gute Darsteller gibt. Johnny Depp spielt gewohnt gut, nur ein bisschen zurückhaltender. Etwas enttäuschender hingegen agiert Christian Bale, der kein überzeugender Gegenspieler für Johnny Depp ist. Er spielt wirklich recht lustlos. Daneben gibt es noch zahlreiche Nebenrollen und eigentlich spielt jeder überzeugend. Das große Problem sind aber die Charaktere. Mann hat es immer verstanden, dem Zuschauer die Charaktere näherzubringen, und ich persönlich fand dann auch die Bösewichte sympathisch. Bei "Public Enemies" haben die Figuren aber leider nur eine dünne Charakterisierung. Mir waren die Figuren egal und ich konnte nicht mitfiebern. Weshalb John Billie so liebt bleibt mir übrigens auch ein Rätsel.

Die Inszenierung ist natürlich gekonnt gut, und hier sieht man dann auch endlich, dass man es mit einem Mann-Film zu tun hat. Er griff wieder auf die Technik mit der HD-Digicam zurück, welche es schon bei "Collateral" zu sehen gab. Das bringt dem Film eine tolle Optik, die sich gerade nachts sehr gut entfaltet. Ein paar Szenen haben wirklich Klasse, z.B. die nächtliche Verfolgungsjagd. Von der Atmosphäre her ist "Public Enemies" recht kühl gehalten und viel Humor gibt es nicht. Allerdings empfand ich die Atmosphäre als nicht intensiv genug und auch ein wenig unentschlossen.

Dass "Public Enemies" eine "FSK: ab 12" Freigabe bekommen hat wundert mich ein bisschen. Diese ist zwar eigentlich berechtigt, doch da es schon ein paar etwas blutigere Szenen gibt, hätte ich doch eher gedacht, dass man diesen Film zumindest in Deutschland höher einstuft.

Der Unterhaltungswert pendelt so zwischen okay und gut hin und her. Es gab Stellen da fand ich das Geschehen unterhaltsam und spannend, und es gab auch Stellen, da wurde mir langweilig. Sowieso ist "Public Enemies" etwas langatmig und hat ein paar Längen. Das Finale ist sehr unspektakulär, aber toll inszeniert und wären mir die Figuren nicht so egal gewesen, wäre es echt ein tolles Finale gewesen. Spannung gibt es nicht so viel, nur in kleinen Portionen. Der Score ist gut.

Fazit: Was soll ich abschließend noch zu diesem Film sagen? "Public Enemies" ist keineswegs ein schlechter Film, bietet einen gut aufgelegten Johnny Depp, eine tolle Inszenierung und unterhält relativ gut. Leider sind die Charaktere recht belanglos, und gerade die Charakterisierung ist für solche Art von Film sehr wichtig. Eigentlich kann ich "Public Enemies" jeden Fan von Crime- und Dramafilmen empfehlen, doch für einen Michael-Mann-Film ist das Gebotene doch recht enttäuschend.

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