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Kritik von Marc Münstermann zu 'Public Enemies'

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Kritik von Marc Münstermann
veröffentlicht am 10.08.2009
85%
Ich mag die dreißiger Jahre. Männer in Anzügen und Hüten, Tommy Guns, Gentlemen-Gangster, geschmierte Cops und Straßenschlachten.
"Public Enemies" beschreibt die Geschichte des berüchtigten Bankräubers John Dillinger, gespielt von Johnny Depp. Der Film beginnt im Jahre 1933 und beschreibt mit nüchternen Texttafeln die derzeitige Situation in den USA: Wirtschaftskrise, leere Kassen, schlechte Zeiten. Nüchtern ist hierbei das passende Attribut, um "Public Enemies" zu beschreiben. Regisseur Michael Mann lässt den Zuschauer nicht in seinen Film eintauchen, sondern stellt ihn allenfalls als Betrachter abseits der Handlung ab, um ihn das Geschehen beobachten zu lassen. Der Film wirkt stellenweise mehr wie eine Dokumentation denn ein Spielfilm. Die Bilder scheinen beinahe unbearbeitet, manches ist unscharf oder undeutlich zu erkennen. Leider bin ich mit dem Dokustil nicht ganz warm geworden. Der ganze Film scheint kühl und emotionslos. Das hat sicherlich was an sich, allerdings konnte ich in keiner Sekunde so eintauchen und mitfiebern, wie das bei anderen, guten Spielfilmen der Fall ist.

Wirklich schade, dass sich Michael Mann für diesen Stil entschieden hat, denn ansonsten stimmt alles an "Public Enemies": Die Figuren sind durchdacht, die Darsteller machen allesamt einen ausgezeichneten Job. Christian Bale aus "The Dark Knight", David Wenham aus "300", insgesamt gibt es viele Gesichter zu sehen, die man irgendwie kennt. Und Christian Bale ist natürlich einer der Top-Darsteller, ohne Frage.
Der Spannungsbogen passt und drückt den Zuschauer über die gesamte Laufzeit in die Sitze. Die Action ist wohldosiert, dazwischen gibt es mal gefühlvolle, mal witzige Einblicke in das Leben des John Dillinger.
Die Actionszenen sind hart und realistisch und lassen den Zuschauer ein ums andere Mal schlucken. Wenn mehrere Polizisten einen Gangster brutal durchsieben, wenn Dillingers Komplize mit einer BAR vor der Bank die Polizisten bearbeitet, passiert das in perfekter Inszenierung und - Gott sei Dank - ohne lästiges CGI. Der Zuschauer bekommt einiges auf die Ohren, sprich: Die Soundkulisse rockt! Selten haben sich Tommy Guns und Schrotflinten so durchschlagend und effektvoll angehört. Die Musik fügt sich passend in das Gesamtbild ein, wobei Mann es versteht, in entscheidenden Szenen auch mal ohne Musik auszukommen. Ungewohnt, aber stilvoll.

Zum Glück versteht Mann es auch, die Logik in seinem Film zu wahren, was vielen anderen Filmemachern dieser Tage nicht mehr gelingt. An keiner Stelle reißen Logiklöcher oder Ungereimtheiten den Zuschauer aus dem Fluss. "Public Enemies" ist durchdacht und, so wie man es von Michale Mann gewohnt ist, bis ins kleinste Detail explizit recherchiert. Einzig den Fakt, dass die Figuren etwas zu viele Schüsse mit ihren Waffen abgeben, bevor sie nachladen müssen, könnte man dem Film ankreiden. Mache ich aber nicht, denn das hat keinen negativen Effekt auf das Gesamterlebnis, dass "Public Enemies" definitiv bietet. Ich vergebe die Attribute "interessant", "sehenswert" und "durchschlagend" und spreche eine klare Empfehlung aus, auch wenn der Dokustil absolute Höchstwertungen verhindert.

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