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Kritik von Frederik Braun zu 'Harry Potter und der Halbblutprinz'

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Kritik von Frederik Braun
veröffentlicht am 22.07.2009
75%
Man bräuchte wahrscheinlich die Detailverliebtheit eines Chris Columbus, die Individualität eines Alfonso Cuarón und das erzählerische Gespür für Spannung und Action eines Mike Newell, um einen dem Buch einigermaßen angemessenen "Harry Potter"-Film zu zaubern.

All diese Eigenschaften hat David Yates leider nicht. Sein Debüt in Rowlings Universum - "Harry Potter und der Orden des Phönix" - wirkt wie eine leblose Aneinanderreihung von Szenen und Handlungen. Und trotzdem weiß der fünfte Teil der Reihe zu unterhalten: Yates hat das mit Abstand komplexeste Buch von Rowlings Fantasyserie auf die wesentlichsten Handlungsstränge reduziert und dadurch einen kurzweiligen und größtenteils nachvollziehbaren Streifen geschaffen, der der Romanvorlage allerdings in kaum einer Weise gerecht wird.

Als stilistischen Gegenentwurf zu "Harry Potter und der Orden des Phönix" kann man dessen Nachfolgeroman "Harry Potter und der Halbblutprinz" betrachten. Das von vielen Kritikern als schwächstes Buch der Reihe bezeichnete Abenteuer begrenzt sich in punkto Handlung auf ein Minimum. Nur das Ende, das den wahrscheinlich tragischsten Moment in der ganzen Heptalogie beinhaltet, sticht klar hervor. Bis dahin fungiert die Story als eine Art Genre-Mix aus Fantasy-Thriller und Liebeskomödie. Denn in Hogwarts spielen die Hormone verrückt.

Die von vielen als überflüssig und kitschig empfundenen Liebeleien zwischen den Hogwartsschülern sind auch großer Bestandteil in David Yates' Leinwandadaption. Yates schafft allerdings eine Balance zwischen den Beziehungen der Teenies, die stellenweise wirklich witzige Situationskomik zulassen, und den düsteren Angriffen von Lord Voldemorts Todessern, die hinter Harry und Albus Dumbledore her sind. Der weise Schulleiter bereitet indes seinen Schützling auf den harten und langen Kampf gegen Voldemort und seine Schergen vor. Zusammen suchen sie die Antwort auf die wohl wichtigste Frage für die Bekämpfung des dunkles Lords: Wie konnte Tom Riddle den Angriff auf Harrys Familie überleben? Bald schon stoßen die beiden mithilfe des neuen Lehrers für Zaubertränke, Horace Slughorn, auf eine erschreckende Erkenntnis.

Die Handlungsleere der Vorlage macht es David Yates diesmal möglich, die recht übersichtlichen Handlungsstränge und Windungen in eine geordnete und nachvollziehbare Reihenfolge zu bringen. "Harry Potter und der Halbblutprinz" wird dadurch um Einiges schlüssiger und bündiger als sein Vorgängerfilm. Nebenbei hat sich Yates erlaubt künstlerische Freiheit walten zu lassen und Szenen nach Belieb hinzuzudichten, zu verändern oder weg zu kürzen. Das sorgt einerseits für viele witzige und spannende Szenen, die dem geneigten Leser erfrischend neu sein werden. Andererseits fällt dadurch besonders das Ende etwas enttäuschend aus, bei dem der große Endkampf entfällt. Stattdessen präsentiert Yates uns eine ziemlich überflüssige Kornfeldszene in der Mitte des Films, in der Harry und Ginny auf die Mörderin von Harrys Patenonkel Sirius Black, Bellatrix Lestrange, treffen, die das Haus der Weasleys in Flammen aufgehen lässt.

Schauspielerisch ist eine klare Steigerung zu erkennen. Besonders die drei Hauptdarsteller Daniel Radcliffe (Harry Potter), Emma Watson (Hermine Granger) und Rupert Grint (Ron Weasley) haben sich diesbezüglich weiterentwickelt und sind erwachsen geworden. Neben dem üblichen Personal - Michael Gambon als Dumbledore, Alan Rickman als Snape, Maggie Smith als Professor McGonagall, Robbie Coltrane als Hagrid, Warwick Davis als Flitwick usw. - sind vor allem die Leistungen von Jim Broadbent als Horace Slughorn und Helena Bonham Carter als Bellatrix Lestrange zu würdigen. Und auch Tom Felton kriegt dieses Mal die Chance, seinem Draco Malfoy mehr Charakter zu verleihen.

Fazit: "Harry Potter und der Halbblutprinz" ist eine der gelungeneren Filmadaptionen, auch wenn es hier wieder mal einige Logikfehler und Handlungslöcher gibt.

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