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Kritik von André Gerstenberger zu 'The Revenant - Der Rückkehrer'

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Kritik von André Gerstenberger
veröffentlicht am 18.01.2016
95%
Die Greenscreen-Technik bzw. Bluescreen-Technik ist ein Verfahren in der Film- bzw. Fernsehtechnik, das es ermöglicht, Gegenstände oder Personen vor einen Hintergrund zu setzen, der entweder eine reale Filmaufnahme oder eine Computergrafik enthalten kann.
"The Revenant" ist mehr als nur ein Film. Es ist ein einzigartiges Naturerlebnis von Männern die im Wald überlesen müssen. Schon gleich zu Beginn geht es richtig zur Sache ohne Effekte und irgendwelche Spielereien. Direkte Gewalt, ohne zu verschönern. Denn Alejandro González Iñárritu hat eben nicht versucht den typischen Hollywood Hochglanz Film abzuliefern. Viel mehr hat er sich damit beschäftigt, wie eindringlich man es dem Zuschauer übermitteln kann. Ich muss ehrlich sagen, es ist auch sehr gut gelungen. Denn es gibt Szenen die Tief unter die Haut gehen und dabei bekommt man für einen FSK 16 Film, teils sehr brutale Szenen geboten. Die Schauspieler agieren dabei wirklich sehr professionell, vorallem Leonardo DiCaprio hat sich mit der Rolle richtig vertraut gemacht. Man nimmt ihm den harten Kerl ab, der nur ein einfaches Ziel verfolgt. Hierbei muss man ganz klar erwähnen, das man bei der Geschichte kein Meilenstein erleben wird. Denn auch hier hat Alejandro González Iñárritu keine Wendungen, Überraschungen oder sonst irgendetwas, mit ins Drehbuch mitein fließen lassen. Er hat ein handwerklich solides Drehbuch geschrieben, allerdings ist dieser Punkt nicht wirklich relevant für den Film, denn jeder weiß das dies besser geht. Jedoch ist es verblüffend, das man aus heutiger Sicht noch solche Filme ins Kino bringen darf. Genau sowas finde ich grandios, denn gerade die spärlichen Dialogszenen, sind so intensiv und aussagekräftig, das man hierfür nicht mehr Dialoge benötigt. Der Rest wird von exzellenten Bildern und Kamerafahrten übernommen. Die Bildersprache ist wirklich perfekt gelungen, denn man kann die Blicke der einzelnen Protagonisten sehr gut definieren.
Aus technischer Sicht hatte Alejandro González Iñárritu ein sehr erfahrenes Team vor Ort. Denn jeder hat einen phänomenalen Job abgeliefert. Angefangen von der Kameraführung bis hin zum Produktionsdesign. Vorallem den Kameramann möchte ich besonders hervorheben, denn selten habe ich ein bildgewaltiges, perfekt eingefangenes Gesamtbild erlebt. Man kann dies gut erkennen, bei der Bildschärfe, denn in jeder Szene wurden wohl die besten Kameras verwendet die es zurzeit gibt. Keine verwackelten Szenen, unscharfe Aufnahmen oder schlechte fokussierte Aufnahmen. Volle 151 Minuten darf man auf technisch höchstem Niveau erleben, denn ich kenne wohl keinen besseren Kameramann als Emmanuel Lubezki. Alleine bei "Gravity" und "Birdman" hat er bewiesen das er einfach der Beste ist.
Die Schnittechnik ist ebenfalls exzellent. Denn mir ist kein Schnitt aufgefallen, der irgendwie das Tempo des Films beeinflusst. Auch wenn der Film einige Szenen beinhaltet, die sich etwas in die Länge ziehen, soll dies nur ein kleiner Kritikpunkt von mir sein. Jedoch nicht verkehrt, denn man hat sich eben sehr viel Zeit genommen, was DiCaprios Performance angeht. Jede Szene mit ihm ist ein tolles Erlebnis. Tom Hardy als Gegenspieler agiert, dabei sehr lustvoll und hatte sichtlich viel Spaß an der Rolle. Ein wichtiger Punkt den man auch erwähnen sollte, sind die Dreharbeiten.
Ich habe erfahren das es in diesem Film keine einzige Studioaufnahme gab, sowie Blue Screen Aufnahmen. Man hat den kompletten Film vor Ort gedreht, dadurch wirkt die Schauspielerei sehr authentisch und zugleich ist es sehr realistisch, wenn man bedenkt das sie teilweise bei Minus 40 Grad, diese Dreharbeiten absolviert haben. Sowas ist nun sehr selten aus heutigen Hollywood Verhältnissen, aber Alejandro González Iñárritu arbeitet auf eine sehr spezielle Art und Weise und passt niemandem an. Dadurch musste erleben das die Hälfte der Filmcrew ihn verlassen hat, als es Ihnen unzumutbar wirkte. Er jedoch hat weiter gemacht und die Dreharbeiten trotz verdammt schwierigen Drehbedingungen fortgesetzt. Dies verdient aus meiner Sicht ein Riesen Lob, denn dadurch hat er das Filmerlebnis so intensiv und authentisch auf die Leinwand bringen können, wie kein anderer Regisseur.

Fazit: Für mich der Beste Abenteuerfilm den ich bisher gesehen habe. Ein wahrer Filmgenuss, da er nicht versucht dem Zuschauer etwas zu verheimlichen oder etwas vorzuenthalten. Alejandro González Iñárritu ist meiner Meinung nach ein exzellenter Regisseur, mit einzigartigen Ideen. Jedoch wird nicht jeder diesen Film mögen, da es meiner Meinung nach kein Mainstream Film ist. Der Film ist speziell und eben nur was für Leute, die es mögen einen Film anzuschauen ohne Hollywood-Allüren.

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