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Kritik von Dirk Hoffmann zu 'The Salvation - Spur der Vergeltung'

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Kritik von Dirk Hoffmann
veröffentlicht am 17.08.2017
80%
Rache ist im Western ein besonders beliebtes Motiv und treibt die Handlung und Spannung in Meisterwerken wie "Spiel mir das Lied vom Tod" (1968), "Erbarmungslos" (1992) oder "Leichen pflastern seinen Weg" (1968) voran. Auch in dem dänischen Western "The Salvation" steht die Rache im Zentrum des Films, bietet bei großen Schauwerten aber auch sozialkritische Untertöne.
Nachdem die Brüder Jon (Mads Mikkelsen) und Peter (Mikael Persbrandt) als Soldaten den deutsch-dänischen Krieg überlebt haben, sind sie 1864 nach Amerika ausgewandert, um sich eine neue Existenz aufzubauen. Sieben Jahre später ist Jon glücklich, endlich seine Frau Marie (Nanna Øland Fabricius) und seinen zehn Jahre alten Sohn Kresten (Toke Lars Bjarke) nachholen zu können. Während Peter noch über Nacht in der Stadt bleibt, fährt Jon mit seiner Familie in der Postkutsche zu seiner Farm. Allerdings werden direkt vor der Abfahrt die beiden Mitreisenden gegen zwei zwielichtige Männer ausgetauscht, die keinen Hehl daraus machen, dass ihnen Marie gefällt. Nachdem Jon auf unsanfte Weise die Kutsche verlassen musste, sind Marie und Kresten den brutalen Männern hilflos ausgeliefert. Zwar kann Jon die Kutsche spät in der Nacht einholen und die Übeltäter erschießen, doch für seine Frau und seinen Sohn kommt jede Hilfe zu spät. Erst als Jon wieder in der Stadt Black Creek ist, erfährt er, dass er den kleinen Bruder (Michael Raymond-James) des gefürchteten Bandenanführers Delarue (Jeffrey Dean Morgan) getötet hat, der den Bürgermeister Nathan Keane (Jonathan Pryce) nach dem Prinzip Auge um Auge, Zahn um Zahn dazu zwingt, zwei Bürger seiner Stadt zu opfern, während Sheriff Mallick (Douglas Henshall) den Täter ausfindig machen und ihm lebend übergeben soll. Zwar werden Jon und Peter wenig später festgenommen, doch so schnell lassen sich die beiden ehemaligen Soldaten von Delarue und seinen Leuten nicht einschüchtern.
Der dänische Filmemacher Kristian Levring ("The King Is Alive", "Wen du fürchtest") erweist sich in seinem Neo-Western "The Salvation" als außergewöhnlicher Stilist. Der frühere Werbefilmer und Mitbegründer der Dogma-95-Bewegung lässt in dem in Südafrika gedrehten Rape-&-Revenge-Western vor allem die Bilder als seine Figuren sprechen, die weibliche Hauptrolle - Eva Green ("Penny Dreadful", "300 - Rise of an Empire") - ist gar als stummes Opfer eines Indianermassakers angelegt und lässt zwangsläufig mehr als ihre männlichen Kollegen ihre ausdrucksstarken Augen für sich sprechen. Ihre Figur ist dabei ähnlich ambivalent angelegt wie beispielsweise des Bürgermeisters, der auch der Totengräber der Kleinstadt und letztlich nur als Zwischenhändler für Delarues Geschäfte tätig ist, und des Sheriffs, der gleichzeitig Priester ist, das Wort Gottes oft im Mund führt, aber nicht wirklich christlich unterwegs ist, sondern wie Keane nur daran interessiert ist, unter Delarues Fuchtel irgendwie zu überleben. Wie sich bald herausstellt, kauft der Bürgermeister in Delarues Auftrag die Grundstücke der verängstigten Einwohner für wenig Geld auf, damit Delarue das Areal für einen guten Kurs an eine Ölgewinnungs-Firma abtreten kann. So verbindet "The Salvation" das vertraute Rache-Motiv mit kritischem Blick auf die skrupellosen Machenschaften finanzstarker Firmen und charakterschwacher Führungsgestalten, die nur an ihr eigenes Wohl und nicht an das der Bürger denken, deren Interessen sie vertreten sollen. Im Gegensatz zu den bösen Amerikanern werden die europäischen Einwanderer als moralisch aufrechte und tapfer für ihr Leben und ihre Werte kämpfende Männer dargestellt, die ihren übermächtigen Gegnern im furiosen Showdown eindrucksvoll entgegentreten. Bei aller berechtigten Gesellschaftskritik überzeugt "The Salvation" vor allem als stilsicher inszenierter Neo-Western mit beeindruckenden Kulissen, atmosphärischem Akustik-Gitarren-Score und gut aufgelegten Darstellern.
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