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Kritik von Daniela Egert zu 'Ich - Einfach Unverbesserlich 3'

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Kritik von Daniela Egert
veröffentlicht am 16.07.2017
15%
Sequel ist der englische Begriff für eine Fortsetzung.
Ein Trailer ist ein aus einigen Filmszenen zusammengesetzter Clip zum Bewerben eines Kino- oder Fernsehfilms, eines Computerspiels oder einer anderen Veröffentlichung. Der Zweck eines Trailers ist es, dem Publikum einen Vorgeschmack auf das beworbene Produkt zu geben und natürlich Werbung für dieses zu machen.
Die Minions sind nach vier Jahren auf die Leinwand zurück gekehrt. Mit sich im Schlepptau bringen sie Gru, den riesen-nasigen Adoptivvater von drei Töchtern, um die herum es in Teil 1 und 2 der Saga turbulente Verwicklungen gab. Mit dem aktuell in den deutschen Kinos angelaufenen Sequel ist es leider vorbei mit den tiefgründigen, zuverlässig zündenden Witzen.

Aber der Reihe nach: Gru, der gebrochene Held der Serie, arbeitet wie seine Freundin Lucy für einen Geheimdienst, der sich der Verbrechensbekämpfung widmet. Eigentlich sind sie ganz glücklich mit ihrem Job - bis eine neue Chefin auftaucht, die mit Grus Leistung ganz und gar nicht zufrieden ist. In null-komma-nichts feuert sie den gutmütigen Agenten mit den dürren Beinen. Aus Solidarität lässt sich Lucy auch gleich in den beruflichen Orkus schicken. Beide haben Mühe, diese prekäre Lage ihren Töchtern Margo, Edith und Agnes beizubringen. Außerdem ängstigt sich Lucy fast quer durch den gesamten Film, sie könnte als Neu-Mutter versagen, was sie zu ein paar originellen Erkenntnissen treibt. Ansonsten erscheint Lucy in "Einfach unverbesserlich 3" eher wie eine überflüssige Randfigur. Ihre Beziehung zu Gru wird von den Machern rund um Pierre Coffin und Kyle Balda sowie den Drehbuchautoren Cinco Paul und Ken Daurio zu allem Überfluss auch noch vollständig ausgespart. Eigentlich fragt man sich, was die beiden überhaupt voneinander wollen, da sie emotionslos nebeneinander her leben.

Weil ihnen zu der selbst geschaffenen Patchwork-Familie wohl nur noch "Banana" eingefallen ist, musste eine neue Figur her. Et voilà: Die findet sich in Gestalt eines in Sekundenschnelle "aus dem Schrank gezogenen" Zwillingsbruder von Gru. Dieser Dru sieht aus wie eine exakte Kopie des graugewandeten Protagonisten. Nur dass er blondes, volles Haar sein Eigen nennt und von sich selbst sehr überzeugt ist. Dru ist ein wohlhabender Schweinezüchter und lebt auf der bilderbuchbunten Insel Freedonia. Er bringt seinen zögernden Zwilling dazu, auf die böse Seite zu wechseln. Ihr Plan: Sie wollen Balthazar Bratt, einem in allen Details als in den 80er Jahren stecken gebliebenen Verbrecher, einen enormen Diamanten abluchsen - den der soeben gestohlen hat. Es wird also hin- und hergestohlen, das alles mit abnorm überzeichneten Autos, wobei die Anklänge an die James-Bond-Reihe, an Superman und die Schlümpfe (das Dorf Freedonia) kaum übersehbar sind.

Leider sucht man bis zum Ende vergeblich nach einer zusammen hängenden Geschichte, nach einem brauchbaren roten Faden, der den Kuddelmuddel zusammenhält. Statt dessen bekommt man einen Haufen einzelner Szenen hingeworfen, die nicht miteinander harmonieren wollen. Auch wenn man das Kino - nach so gut wie keinem Lacher - wieder verlässt, bleibt das Ganze wie ein Hefekuchen, bei dem man die Hefe vergessen hat. Die Sache will nicht aufgehen und lässt den gelangweilten Zuschauer frustriert zurück. Das hatte man sich anders vorgestellt: Der Figuren gewinnen kaum Eigenleben, bleiben in ihren Handlungen unverständlich und grau. Sogar die Minions, jene kindliche Bande gelber, fleischgewordener Tic-Tacs, verkümmern in "Ich - unverbesserlich 3" zu einer unsympathischen Randerscheinung. Mehrfach strecken sie bis zum Anschlag die Zunge heraus. Doch was in den ersten beiden Verfilmungen lustig-unbekümmert wirkte und einen angenehm anarchischen Touch hatte, wirkt nun nur noch verkrampft bis beleidigend.

Die Figuren um Gru haben fast ihren gesamten Charme eingebüsst. Nur der Anfang liefert einige (fast) witzige Szenen - welche sich dann auch prompt im Trailer wiederfinden. Der durchgeknallte Bösewicht Balthazar Bratt ist so ziemlich die einzige Gestalt, die dem Kinobesucher charakterlich näher gebracht wird. Absurderweise wirkt er daher menschlisch-sympathisch, während der Rest der Charaktere ein Schattendasein führt. Damit landet "Ich- unverbesserlich 3" auf der Liste der schlechtesten Filme des Jahres. Die Macher haben ihre eigenen Figuren ins cineastische Off geschickt. Wie schade um eine Reihe, die bisher blendend funktioniert hat. Und die solch peinliches Dilettantentum nun wirklich nicht verdient hat.

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