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Kritik von Michael Scharsig zu 'Lone Survivor'

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Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 15.05.2014
70%
Die Greenscreen-Technik bzw. Bluescreen-Technik ist ein Verfahren in der Film- bzw. Fernsehtechnik, das es ermöglicht, Gegenstände oder Personen vor einen Hintergrund zu setzen, der entweder eine reale Filmaufnahme oder eine Computergrafik enthalten kann.
Bei den Critics' Choice Movie Awards wurde Mark Wahlberg ("Der Sturm", "Departed") als bester Schauspieler in einem Actionfilm und der Film selbst für seine Action ausgezeichnet. Die Stunt-Doubles erhielten bei den Screen Actors Guild Awards Preise. Alles klingt nach einem Popcorn-Kracher in Sly-Manier, doch tatsächlich basiert "Lone Survivor" auf einer wahren Geschichte, die eher mit dem Charakter eines Dramas erzählt wird. Kein Wunder also, dass es gleich noch zwei Oscar-Nominierungen gab. Zwar nur für Toneffekte und Tonschnitt, doch ganz ohne Aufmerksamkeit wollte die Academy den Film über ihre US-Seals nicht abspeisen.

Leider driftet die Drehbuch-Adoption zu häufig in Lobeshymnen auf Bruder- und Kampfbereitschaft ab. Es hagelt die üblichen Macho-Sprüche, nur um sofort danach die menschlichen Züge in den Vordergrund zu stellen. Alles sehr stereotypisch und gewollt heroisch. Manchmal wäre weniger eben mehr gewesen. Mit Emile Hirsch ("Alpha Dog", "The Darkest Hour") und Taylor Kitsch ("Savages", "Snakes on a Plane") wurden gleich zwei Nebenrollen mit Unterdurchschnitts-Darstellern besetzt. Auf der anderen Seite konnten mit Eric Bana ("Troja", "München") und Ben Foster ("Pandorum", "Contraband") zwei Männer engagiert werden, denen ich mehr Spielzeit und Drehbuchtiefe gegönnt hätte.

Technisch ist "Lone Survivor" einwandfrei. Vor allem die bewaldeten Berglandschaften und die Überzahl der Taliban-Kämpfer sorgen für ordentlich Spannungsdichte und eine beklemmende Atmosphäre. Die Schusswechsel, die Flucht - der Zuschauer befindet sich mittendrin. Die Ausweglosigkeit ist spürbar.

Würden am Ende nicht Männer in Zeitlupe mit den Armen gen Himmel sterben und völlig inspirierte Dialoge führen wäre hier durchaus ein solides Kriegsszenario entstanden. In den entscheidenden Momenten verliert sich der Film aber in seiner Heldengeschichte, die er unbedingt in den Vordergrund stellen will.

Fazit: Besonders anti-amerikanische Zuschauer werden hier einmal mehr den triefenden Patos und die heroischen Dialoge kritisieren. Da hilft es auch nichts, dass die banale Message "Nicht alle Afghanen sind so" zum Schluss noch ins Drehbuch gestanzt wurde. Von Kamera über Sound bis Schnitt macht "Lone Survivor" tatsächlich alles richtig, doch der Film von Peter Berg ("Battleship", "Hercules") zerstört sich seine geschaffene Atmosphäre selbst, weil er immer wieder diese heldenhaften Stereotypen einstreut.

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