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Kritik von Esra Pötter zu 'Spider-Man: Homecoming'

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Kritik von Esra Pötter
veröffentlicht am 26.07.2017
80%
Sequel ist der englische Begriff für eine Fortsetzung.
Unter dem Dach des Konzerns Marvel Entertainment versammeln sich viele Unternehmen der Unterhaltungsbranche, darunter die Marvel Studios, die Kinofilme mit den verschiedenen Comichelden des Hauses realisiert. Zu den bekanntesten Characteren gehören Spider-Man, die X-Men und Hulk.
www.marvel.com

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The Walt Disney Company (WDC), umgangssprachlich meistens Disney genannt, ist ein US-amerikanischer Medienkonzern mit Sitz in Burbank, Kalifornien. Gegründet wurde die Firma als Disney Brothers Cartoon Studio (1923) und Walt Disney Productions (circa 1930) von den Brüdern Walt und Roy Disney. Am 6. Februar 1986 wurde sie in The Walt Disney Company umbenannt.
www.disney.com

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Sony Pictures Entertainment (SPE) ist als US-amerikanisches Tochterunternehmen des japanischen Konzerns Sony in der Produktion und dem Vertrieb von Fernseh- und Filminhalten tätig. Der Firmensitz ist in Culver City, Kalifornien, USA.
www.sonypictures.de

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Ein neuer Spider-Man im Kino? Schon wieder? Ja, tatsächlich sind Spider-Mans Auftritte auf der großen Leinwand bisher eher schlecht als recht verlaufen. Der bisher längste Versuch eines Spider-Man-Franchise im Kino begann 2002 mit dem Film "Spider-Man" und zog zwei Fortsetzungen, "Spider-Man 2" (2004) und "Spider-Man 3" (2007), mit sich. Die ersten beiden liefen sehr gut und haben definitiv dazu beigetragen, dass wir heute einen scheinbar unendlichen Hype an Superheldenfilme im Kino miterleben dürfen.
Doch der dritte Film, welcher auch noch heute als drittteuerster Film aller Zeiten gilt, floppte beim Publikum komplett. Dies lag wohl daran, dass Regisseur Sam Raimi und die verantwortlichen Sony Pictures Studios zwei komplett verschiedene Visionen für den Abschluss der bis dato erfolgreichen Trilogie hatten, sodass das Endprodukt weder das eine noch das andere ergeben hat. Auch die ursprünglich geplante Fortsetzung "Spider-Man 4", welche für 2011 angekündigt war, stand unter keinem guten Stern. Streitigkeiten zwischen Regisseur und Studio und schlechte Drehbücher kamen 2009 immer öfter an die Öffentlichkeit, bis Sony 2010 ankündigte, dass sie diese Reihe fallen lassen, obwohl Hauptdarsteller Tobey Maguire kurz zuvor noch positiv über den vierten Film sprach.

Infolgedessen ging Sony zwar getrennte Wege mit den Darstellern und Regisseur Sam Raimi, durfte aber auch nicht allzu lange ohne Spider-Man-Film bleiben, weil die Rechte an der Spinne von nebenan zurück an die Marvel Studios (Disney) gehen würden. Und wie man heute weiß, verwandeln die Marvel Studios mit ihrem hauseigenen Kinofilm-Universum, dem Marvel Cinematic Universe (MCU), jeden Einzelnen ihrer Superhelden in pures Gold. Das MCU ist das mit Abstand größte Kinofilm-Universum und umfasst mittlerweile über 20 Filme und elf Serien. Da wollte Sony natürlich nicht seinen einzigen Superhelden noch an den über-präsenten Konkurrenten Marvel verlieren.
So kam 2012 "The Amazing Spider-Man" mit Andrew Garfield als Spider-Man in die Kinos. Auch diesem Film folgte ein zweiter Teil - "The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro" (2014). Während dem ersten Film dieser Fortsetzung vorgeworfen wurde, dass er zu großen Teilen nur eine Kopie des 2002er Spider-Man gewesen sein soll, merkte man dem Zweiten sehr deutlich an, dass es Sony hier mehr um den schnellen Aufbau eines eigenen Spider-Man-Filmuniversum als um alles andere geht. Das Sequel fand technisch auf hohem Niveau statt, jedoch merkte man als Fan einfach, dass der Produktion und diesem zweiten Spider-Man die Seele fehlt.

Ursprünglich sollten hier zwei weitere Fortsetzungen folgen, jedoch eroberte im Februar 2015 eine überraschende Nachricht das Internet: Sony Pictures Studios gab eine Kooperation mit den Marvel Studios bekannt. Noch nie zuvor gab es eine Zusammenarbeit zweier solch großer Filmstudios. Die Kooperation sieht folgendermaßen aus: Marvel bekommt sämtliche Rechte an der Figur Spider-Man und darf diese in seinem MCU integrieren und eigene Spider-Man-Filme drehen. Sony muss diese Filme produzieren, ist dafür aber an dem Gewinn beteiligt.

Eine weitere Besonderheit an diesem Spider-Man ist der Darsteller: Tom Holland war zur Veröffentlichung der Kooperation gerade mal 19 Jahre alt. Damit ist er der jüngste Darsteller der ikonischen Spinnenfigur und die jüngste Hauptfigur des MCU. Nur ein Jahr später durfte Holland schon seinen ersten Auftritt als Spider-Man im dritten Captain America-Film "The First Avenger: Civil War" feiern. Dort war er nicht allzu lange zu sehen, um sich einen richtigen Eindruck von Holland als Spider-Man machen zu können, aber schlecht war dieser erste Eindruck keineswegs. Es gab nur wenige Kritikerstimmen und diese bestanden meistens nur daraus, dass er doch zu jung sei, um einen glaubhaften Spider-Man in Kinolänge darstellen zu können.
Seit dem 13. Juli 2017 kann sich jeder selbst von Hollands Qualifikationen überzeugen. Denn nun läuft sein erster Solo-Film "Spider-Man: Homecoming" in den Kinos. Neben dem gewitzten Wortwitz im Titel (Spider-Man ist ja nun endlich "zuhause"), könnt Ihr Euch hiermit auf den besten Spider-Man-Film aller Zeiten freuen! Homecoming liefert in jedem Bereich besser als seine "geistigen Vorfahren". Alleine Holland liefert trotz oder vielleicht auch durch sein Alter einen weitaus authentischeren Spinnenjungen als Maguire oder Garfield. Während Maguire einfach seiner Zeit voraus war und sehr schlecht gealterten Drehbücher folgen musste, fehlte Garfield einfach die Seele, sodass er absolut austauschbar war und den eigenen Stempel missen ließ. Holland ist einem ab der ersten Szene absolut sympathisch. Dazu merkt man, dass die Marvel Studios mittlerweile mehr als routiniert in diesem Gebiet sind und Homecoming auch perfekt in das MCU einfügen können. So kann die Figur zum allerersten Mal total als der beste Spider-Man aufgehen. Die Tatsache, dass die Figur Peter Parker, wie Spider-Man bürgerlich heißt, zum allerersten Mal minderjährig ist, macht ihn unvergleichbar in der Geschichte der bisherigen Kino-Umsetzungen. Dazu kommt auch noch, dass wir hier zum ersten Mal keine Origin-Geschichte aufgesetzt bekommen haben. Denn Peter Parker ist bereits schon Spider-Man und konnte auch schon in "Civil War" eingeführt werden.

Selbst die hauseigene Schwächen lassen sich nicht alle auf diesen Film übertragen. Eine der größten Probleme des MCU sind die Antagonisten, welche meistens sehr einseitig, uninspiriert und schwarzweiß charakterisiert sind. In Homecoming muss Spider-Man gegen Vulture antreten. Dieser sollte bereits 2011 als Antagonist in "Spider-Man 4" auftauchen, musste nun aber doch sechs weitere Jahre warten bis er den Sprung vom Comic auf die Leinwand machen durfte. Dargestellt wird er hier vom Star-Schauspieler Michael Keaton. The Vulture aka (bekannt als) Adrian Toomes ist einer der wenigen Antagonisten im MCU, welche wirklich glaubhafte Gründe für ihr Tun haben und auch einen Einblick in ihren Charakter zulassen.

Adrian Toomes hatte ein Bauunternehmen, dem die großen Schlacht in New York (Aus dem Film Avengers) einen Haufen neuer Bauaufträge beschert hat. Diese bestehen zu großen Teilen daraus, Alienschrott aus zerstörten Wolkenkratzern zu bergen und diesen an den Staat abzugeben. Da sich diese Kriegsbaustellen sehr rentieren, konzentriert er sich darauf und kann so seine Firma um viele Mitarbeiter erweitern. Jedoch tritt eines Tages die UNO auf den Plan und nimmt ihm jede Baustelle weg, wodurch er sein komplettes Einkommen verliert und seine Firma aufgeben muss. Aber er besitzt noch ein wenig Alienschrott, welchen er untersucht und herausfindet, dass dieser unter anderem aus sehr mächtigen Batterien besteht. So baut er sich in den folgenden acht Jahren einen Schwarzmarkt auf, für den er diese Schrottteile der UNO klaut und daraus Waffen und Ausrüstung für Gangster baut. Im Verkauf gewinnträchtig. Daher stammt auch sein Gangstername Vulture, da er sich selbst riesige Mecha-Flügel gebaut hat, die ihm Freiraum über der Skyline New Yorks geben.
Währenddessen wird Peter Parker in "Civil War" von Iron Man abgeholt und bekommt einen High Tech-Anzug geschenkt, um kurzzeitig mit und gegen die Avengers kämpfen zu können. Plötzlich sitzt er aber wieder allein zuhause und muss in sein Außenseiterleben in der Schule zurück finden. Gleichzeitig will er sein altes Ego, Spider-Man, nicht fallen lassen und bewegt sich nach der Schule regelmäßig in seinem Hightech-Anzug über die Dächer New Yorks, um gegen "das Böse" zu kämpfen. Jedoch passiert in einem realistischen New York nichts sonderlich Böses, weshalb seine gefährlichsten "Missionen" darin bestehen, alten Frauen über die Straße zu helfen oder Fahrraddiebe zu fangen. Jedenfalls solange, bis er plötzlich auf eine Gruppe Gangster mit übernatürlichen Alienwaffen aufmerksam wird...
Inhaltlich übertrifft dieser Film seine fünf Vorgänger. Auch in diesem Aspekt ist das MCU sehr hilfreich, da die komplette Geschichte in einem für die Zuschauer bekannten Universum stattfindet und immer mal wieder auf die Geschehnisse der letzten Filme zurückgreift.

Ich fand diesen Film wirklich gut und kann ihn jedem empfehlen, der auch schon den einen oder anderen vergangenen Film aus dem MCU gesehen hat. Empfehlenswert sind "Avengers" oder "Civil War". Da wir hier einen völlig neuen Spider-Man auf der Leinwand genießen dürfen, ist es keine Pflicht, die bisherigen Spider-Man-Filme noch irgendein Comic gelesen haben. Auch komplett ohne MCU-Vorkenntnisse kann man sich den Film anschauen, muss aber davon ausgehen, dass einige Geschehnisse der vergangenen Filme als Tatsachen dargestellt, aber nicht groß eingeführt werden.

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 Untitled Animated Spider-Man Project (Drehbuchphase, 2018)  
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