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Kritik von Willi-Paul Seifert zu 'Spider-Man: Homecoming'

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Kritik von Willi-Paul Seifert
veröffentlicht am 16.07.2017
60%
Unter dem Dach des Konzerns Marvel Entertainment versammeln sich viele Unternehmen der Unterhaltungsbranche, darunter die Marvel Studios, die Kinofilme mit den verschiedenen Comichelden des Hauses realisiert. Zu den bekanntesten Characteren gehören Spider-Man, die X-Men und Hulk.
www.marvel.com

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Eigentlich war die Fortsetzung zu "The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro", in dem noch Andrew Garfield im Kostüm des Spinnenmanns steckte, bereits angekündigt. Doch dann endete die Reihe ziemlich abrupt mit ihrem zweiten Teil. Dies ebnete den Weg dafür, nach fünf Spider-Man-Filmen, welche losgelöst von dem Marvel Cinematic Universe spielten, einen der beliebtesten Comic-Helden in das geschlossene Universum der Marvel-Blockbuster einzugliedern. Das geschah dann 2016 mit einem Kurzauftritt des neuen Spider-Mans in dem sehenswerten "The First Avenger: Civil War". Nun darf Tom Holland als 15-jähriger Peter Parker erstmals durch einen ganzen Film führen:

Sein kurzes Zusammenspiel mit den Avengers lässt Peter nicht mehr los. Er versucht fortan, wenn er nicht gerade in der High School seine Flamme Liz (Laura Harrier) beobachtet, Verbrechen zu vereiteln. Damit möchte er Tony Stark (Robert Downey Jr.) auf sich aufmerksam machen, weil er hofft, Teil der Avengers zu werden. Währenddessen braut sich Unheil zusammen, weil Adrian Toomes (Michael Keaton) illegal aus außerirdischen Energiequellen Waffen erstellen lässt. Als Peter den Einsatz einer solchen Waffe beobachtet, ahnt er, wenn er die Herkunft der Waffen aufklärt, seine Chance als Superheld zu bekommen.

Auf die Entstehungsgeschichte von Spider-Man wurde somit in diesem Reboot verzichtet. Dabei ist Spider-Man so jung wie im Kino noch nie. Er orientiert sich dabei an der Comicreihe "The Ultimate Spider-Man". Die Sorgen, Nöte, Hoffnungen, Handlungen und Antriebe des vergleichsweise jüngeren Peter Parkers sind dabei zugleich Chance und Fluch. Denn ein Stück weit wirkt es zu unglaubwürdig, mit welcher Selbstverständlichkeit sich ein durchtrainierter 15-jähriger "im Strampelanzug" in Todesgefahr begibt, während er als Schüler das gemobbte Mauerblümchen ist und zuhause ankommend darauf hofft, dass seine Tante May das Essen schon fertig hat und ihm für den anstehenden Homecoming-Ball zeigt, wie er mit seiner Begleitung tanzen kann.

In diesem Spannungsgefilde ist jedoch viel Platz für Humor angelegt, den der Regisseur John Watts unter anderem zu nutzen weiß, indem er Spider-Man sich nicht immer zu ernst nehmen lässt oder sich auch schon ziemlich anbiedernd an Iron Man klammern lässt. Dies sind die runden Momente des Films, deren Humor mitunter durch die Kameraeinstellungen von Salvatore Totino erzeugt wird. Die Kameraarbeit insgesamt hat in diesen Momenten ihren größten Schauwert und ist sonst solide.

Eher übernommen hat sich die Film-Crew mit den Anspielungen auf die bisherigen Kino-Filme um Spider-Man. Denn der Zuschauer merkt auch an diesen schmerzlich, dass der Film nicht an die Vorgänger heranreicht. Was daran liegt, dass die Handlung weniger stimmig wirkt und sich zu lange an der bemühten Einführung festhält, bevor ein kurzer und mäßiger Show-Down folgt. Was auch an der Action liegt, die meistens weitaus schwächer choreografiert ist als in den Vorgänger-Filmen. Was auch daran liegt, dass die 3D-Version sich nur in wenigen Szenen lohnt (Stichwort: Washington Monument). Weiterhin bemüht Michael Giacchino zwar die altbekannte Spider-Man-Serien-Melodie zu Filmbeginn. Diese Melodie bleibt dann aber auch schon die stärkste des ganzen Films, weil die restlichen Kompositionen zu einfach gehalten sind.

Und nun zu den Gesichtern des Films: Tom Holland bedient seine Doppelrolle gut, bleibt aber hinter den Leistungen von Tobey Maguire und Andrew Garfield zurück. Wie schnell er in die Tasche gesteckt wird, zeigt sich in den Szenen, in denen er auf Michael Keaton trifft, der dem jungen Darsteller durchgehend routiniert ohne Mühe überlegen ist, oder auch sobald Robert Downey Jr. mit ihm die Leinwand teilt. Marisa Tomei kommt als Tante May nicht nur zu kurz vor, sie bekommt auch inhaltlich zu wenig Raum. Jacob Batalon darf Peters engsten Kumpel als hoffnungslos überzeichneten Nerd spielen. Was er ebenso überzeichnet bedient. Einen Hoffnungsschimmer für Fortsetzungen bildet die kritische Mitschülerin Michelle, spitzfindig dargestellt von Zendaya. Ihre Leistung überstrahlt die von Laura Harrier.


Was bleibt also von dem in das Marvel Cinematic Universum heimkehrenden Spider-Man?

Es bleibt ein zu lang geratener Versuch, den Spinnenmann für die Jugend neu in Szene zu setzen. Das junge Alter des Protagonisten kratzt an der Glaubwürdigkeit der Superhelden-Konzeption. Den Vergleich zu den Vorgänger-Filmen verliert "Spider-Man: Homecoming" dabei gegen jeden Film. Denn hier wurde einiges zu bemüht versucht, dabei wirkt vieles schon gesehen und durchschnittlich, nur wenig überrascht oder bewegt. Die Einbeziehung von Iron Man und der funktionierende Humor retten diesen Film über die völlige Mittelmäßigkeit hinaus. Demnach versehe ich ich diesen Film mit einer Bewertung von 60%.

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