Sylvia Broom (
Nicole Kidman) ist als Dolmetscherin bei der UN beschäftigt. Durch Zufall belauscht sie dort ein Gespräch, in dem von einem Attentat auf den Präsidenten des afrikanischen Staat Matobo die Rede ist. Vom Secret Service, den sie umgehend informiert wird ihr allerdings kein uneingeschränktes Vertrauen entgegengebracht. Der Agent Tobin Keller (
Sean Penn) hat das Gefühl, daß Sylvia ihm manches verheimlicht, was für ihn von Interesse sein könnte, und tatsächlich findet er nach und nach einiges über das Vorleben der UN-Mitarbeiterin heraus, die viel mehr mit dem afrikanischen Land verbindet, als Keller anfangs vermuten konnte.
Regisseur Sydney Pollack ("Die drei Tage des Condors") liefert mit "Die Dolmetscherin" einen absolut spannenden und routinierten Hollywood-Thriller über ein geplantes Attentat auf einen afrikanischen Despoten in der UNO-Vollversammlung ab. Die Handlung ist verzwickt, wird clever aufgebaut und läßt sich dabei erfreulicherweise viel Zeit für die zentralen Figuren des Geheimdienstlers und seiner mysteriösen Zeugin. Nur daß sich letztlich alles relativ simpel auflöst, ist - naja, man hätte sich dann doch ein bißchen mehr erhofft. Dafür sind die Aufnahmen toll und die Tatsache, daß zum ersten Mal überhaupt in der UNO gefilmt werden durfte, ist nicht nur interessant, die Originalkulisse sorgt auch für eine sehr realistische Atmosphäre.
Fast unnötig zu erwähnen, daß die Kidman als die kühle und geheimnisvolle Blonde die Optimalbesetzung darstellt und mal wieder eine überzeugende Darbietung abliefert, ebenso wie ihr Co-Star Sean Penn.
Fazit: Ein Politthriller ohne überzogene Action-Sequenzen, kurzweilig und nicht vorhersehbar: beste Unterhaltung. Aber nicht so anspruchsvoll, wie der Film selbst wohl sein möchte.