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Kritik von David Brückner zu 'Inglourious Basterds'

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Kritik von David Brückner
veröffentlicht am 23.08.2009
100%
Ein Slasherfilm ist ein Horrorfilm, in dem ein Mörder mit Messern oder anderen Hieb- oder Stichwaffen sein Unwesen treibt.
Zweieinhalb Stunden Dialogfilm in der Spätvorstellung?
Jawohl! Und es hat sich verdammt noch mal gelohnt!

Tarantino in Höchstform.
Erwartet bitte kein Actionfeuerwerk, Action macht vielleicht nur 25% des Films aus. Hier geht es um lange Gespräche, und ich meine lange Gespräche. Dass die aber Spannender sind als so manche Actionszene aus einem Michael Bay Film, muss natürlich erwähnt werden.

Ich möchte euch vor allem den Charakter des Hans Landa vorstellen (gespielt vom Österreicher, Christoph Waltz). So etwas Böses hat man noch nicht gesehen! Der Typ spielt einfach zu grandios. Wenn Hans Landa anfängt, sehr kultiviert und nett, über ein Glas Milch oder Strudel zu sinnieren gefriert einem das Blut in den Adern. Vor allem wenn er dann plötzlich sein Böses Gesicht zeigt. Der Typ war echt so ein Arschloch, jede Minute möchte man den einfach nur umbringen, aber man klebt ihm in seinen zehnminütigen Monologen förmlich an den Lippen mit einem wohligen Schaudern. Da kann jeder Slasher einpacken.

Brad Pitt. Oh Mann, war seine Rolle genial. Der sorgte echt für jeden einzelnen Lacher im Kino. Grandios cool gespielt. Mann, er will halt seine Skalps. Und der bekommt auch seine Skalps.

Eli Roth, der Bärenjude, oder auch Regisseur von "Cabin Fever" und "Hostel" hat auch bewiesen dass er Talent hat eine Psycho-Rolle zu spielen. Bei dem musste ich auch jedes mal Lachen. Richtig schön widerlich und Dreckig. So mag ich ihn.

Der Deutsch/Österreichische Cast war in Ordnung. Vor allem fand ich es Witzig dass der Til Schweiger nur eine vergleichbar kleine Rolle bekommen hat. Er sagt vielleicht zwei Sätze. Trotzdem spielt er sehr witzig und ironisch. Leider ein wenig zu verbissen das ganze. Dann war da noch Kommissar Rex, Gedeon Burkhard, der hat z.b. mehr gesprochen als der Til. War aber auch eine gute Leistung und er sah verdammt gut aus neben den Basterds. Man muss sagen dass die Deutschen Neben- und Hauptrollen (Hitler) sehr gut gespielt haben. Außer Diane Kruger als Bridget von Hammersmarck. Die Frau war unterirdisch schlecht. Wenn man sich da die Französin Mélanie Laurent anschaut, die einfach herzzerreißend gespielt hat! Wunderbar!

Dazu muss man halt nochmal sagen, hier gibt es kaum Action. Aber wenn es Action gibt dann richtig! Ihr müsst euch vorstellen das mal gut und gerne 30 Minuten auf einen Höhepunkt der Szene kontinuierlich hingearbeitet wird. Die Spannung, sollte man nicht eingeschlafen sein, wie meine Freundin z.B., ist zum zerschneiden Dick nur um dann förmlich zu Explodieren! Ich meine da vor allem die Szene in der Kellerbar. Oder gleich die erste Szene im Bauernhaus.

Ach ja, es gibt die Schönste Liebesgeschichte der Filmgeschichte zu sehen. Daniel Brühl spielt einen Nazi-Soldaten der als Scharfschütze mehr als 300 Männer erschossen hat und er möchte eine Französisch/jüdische Kinobesitzerin, deren ganze Familie umgebracht wurde, für sich gewinnen. Das Ende der "Liebesgeschichte" war sooo schön romantisch. Grandios Tarantino!

Der Film ist natürlich gespickt von Zitaten und Filmanspielungen, schon die Story über eine Kinopremiere verspricht viel für Filmnerds. Und ja ich hab nicht einmal die Hälfte kapiert. Das wird wohl auch nie jemand können. Vor allem geht es um deutsche Filme in den 20er Jahren. Es gibt sogar wieder eine typische Fußszene, diesmal von Diane Kruger. Tarantino dieser alte Fußfetischist!

Fazit: Wer einen Actionfilm sehen will, bleibt lieber daheim. Wer aber endlich wieder mal einen Guten Tarantino sehen möchte ("Kill Bill 2" und "Death Proof" waren nicht so besonders) der muss ins Kino gehen! Geniale Dialoge, super Darsteller, schöne Story und Christoph Waltz als der größte Bösewicht der Filmgeschichte! Ach ja es gibt Skalps, eingeschlagene Schädel, von Maschienengewehrkugeln zerfetzte Nazis und Dolche im Nacken. Für mich endlich wieder ein Genialer Tarantino! Negativ sind vermutlich für einige die sehr langen Dialoge in denen man oft sogar noch Untertitel lesen muss. "Normale" Kinobesucher die seichten Filmgenuß wie "G.I. Joe" gewohnt sind wird das vermutlich sehr einschläfern. Filmnerds werden bestens unterhalten.

Übrigens: Dies war mein erstes Kinofilm Erlebnis, bei dem am Ende sogar applaudiert wurde. Verdient hat es der Streifen!

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