Jenna Rink ist gerade einmal 13 Jahre alt, und ihr Leben ist eine Katastrophe: ihre Freudinnen nutzen sie
aus, und ihr Traumboy beachtet sie nicht. Sie wünscht sich nur eine Sache: sie will eine 30 Jahre alte,
erfolgreiche und attraktive Frau sein - und dieser Wunsch geht in Erfüllung.
Es war einmal ... im Jahre 1987. Jenna Rink (Christa B. Allen, später: Jennifer Garner) wird
heute 13 Jahre alt, und es ist ein Tag, von dem sie sich viel verspricht, denn ihre Freundinnen, die
"Six Chicks", haben versprochen, ihren Traumboy Chris Grandy (Alex Black) zur Geburtstagsfeier
mitzubringen. Dies tun sie auch, aber statt mit ihr zu feiern, sperren sie sie, unter dem Vorwand, daß
Chris gleich zu ihr kommt, mit verbundenen Augen in einen Schrank. Doch nicht ihr Schwarm, sondern ihr
bester Freund Matt (Sean Marquette, später: Mark Ruffalo) wird zu ihr geschickt, während die
Freundinnen sich samt Partyfressalien und Traumboy aus dem Staub machen.
Jenna ist enttäuscht und geschockt und will nichts mehr sehen und hören. Sie wünscht sich, eine erfolgreiche,
attraktive, 30jährige Geschäftsfrau zu sein, und kein unbeachtetes Mädchen. Als sie am nächsten Morgen
wach wird, ist sie nicht in ihrem Kinderzimmer, sondern in einer schicken Wohnung im Jahre 2004 - und sie
ist 17 Jahre älter. Wer allerdings dieser halbnackte Mann ist, der unter ihrer Dusche steht, dafür hat sie
zunächst keine Erklärung. Erst als ihre beste Freundin - zumindest behauptet sie, das zu sein - Lucy
(Judy Greer) sie abholt, um, mit ihr zusammen zur Arbeit zu fahren, kommt so langsam Licht in die
Sache: Lucy und Jenna sind zwei Starreporterinnen eines angesehenen Frauenmagazins, und der Mann unter der
Dusche war ihr Freund. Obwohl Jenna jetzt 30 Jahre alt ist, ist sie innerlich immer noch das Mädchen, das
sie gestern noch war, und es fällt ihr alles andere als leicht, sich an die neue Situation zu gewöhnen.
Doch mit ihrem kindlichen Charme schafft sie es, mit ihrer neuen Situation gut zurecht zu kommen.
Sonderlich viel neues bringt der Film zwar nicht gerade ans Tageslicht, und vieles, insbesondere
das erfolgreiche Auftreten im Berufsleben, erinnert doch stark an Tom Hanks in
"Big" aus dem Jahr 1988 (oder auch an
"Freaky Friday" aus dem letzten Jahr), insgesamt ist der Film aber
trotzdem sehenswert. Das dürfte in erster Linie daran liegen, daß die Darsteller, insbesondere Jennifer
Garner und Mark Ruffalo, ihre Rollen sympathisch und glaubwürdig auf die Leinwand bringen. Es ist schon
erstaunlich, wie wandlungsfähig die beiden sind: Mark Ruffalo spielt in
"In the Cut" und
"Collateral" absolut unterschiedliche Charaktere, und auch Jennifer
Garners Figur ist eine komplett andere als die der Elektra in
"Daredevil". Wer übrigens überlegt, wo er Judy Greer, die Jennas
Freundin Lucy spielt, schon einmal gesehen hat: es ist die "Vogelscheuche" Erin aus
"Was Frauen wollen".
Aber es gibt auch entscheidende Unterschiede zwischen "30 über Nacht" und "Big":
Während in "Big" Vater und Sohn die Rollen tauschen, wird hier eine
Person aus einer anderen Zeit- und Modeepoche in eine andere katapultiert - die 80er Jahre und die Gegenwart
haben, wie man hier sehen kann, schon einige gravierende Unterschiede. Neben der Tatsache, daß ein Mädchen
im Körper einer Frau steckt, macht sich der Film diesen Zeitsprung zu Nutze. An einigen Stellen, wie zum
Beispiel dem "Thriller-Tanz" zum entsprechenden Michael Jackson Video/Song, wird dies zwar auch
überstrapaziert, doch insgesamt bringt der Film das Flair der 80er Jahre gut ins neue Jahrtausend,
und das, was Jenna aus ihrer Kindheit, die ja erst einen Tag her ist, kennt, wird jetzt als angesagter
Retro-Style gefeiert. "30 über Nacht" ist ein charmante Film mit einem zum größten Teil richtig guten
80s-Soundtrack, und wer schon immer einmal sehen wollte, wie Andy Serkis, besser bekannt als
"Gollum", ohne Maske ausieht, sollte sich schleunigst ins Kino
begeben.