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Kritik von Benjamin Falk zu 'Die heimlichen Wunden'

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Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 22.02.2013
60%
Kurzfilme sehe ich ab und zu immer gerne mal, da der Unterschied zu Langfilmen schon enorm ist. Dieses Mal habe ich mir "Die heimlichen Wunden" von Christian Witte angesehen und auch wenn ich nicht wirklich viel mit dem Werk anfangen kann, besitzt es einen gewissen Reiz.

Das liegt sicherlich schon mal an der Handlung, denn während des Filmes bekommt man davon so gut wie gar nichts mit. Es geht um zwei Brüder und das Geschehen spielt sich zur Zeit des Mauerfalls ab. Für den ehemaligen Volkskorrespondenten Jonas ist das nur schwer zu ertragen. Als er bemerkt, dass es seinen Bruder scheinbar nichts ausmacht, rastet er aus und bringt ihn um. Es soll noch weitere Opfer geben und für Jonas wird es nicht gut ausgehen.
Von der politischen Ebene ist im Film fast nichts zu spüren und auch über die Motive von Jonas kann man nur rätseln. Da muss man sich schon die ausführliche Handlungsbeschreibung durchlesen, denn sonst kann man da nicht durchblicken. Das macht aber nichts, denn das macht "Die heimlichen Wunden" recht interessant. Es bleibt hier auf jeden Fall ein Interpretationsfreiraum vorhanden und wer sowas mag, kann über das Gesehene noch etwas nachdenken.

Wirklich sehr positiv ist mir die starke Optik des Werkes aufgefallen. Die Bilder sind sehr scharf und machen einen professionellen Eindruck. Sowieso ist "Die heimlichen Wunden" handwerklich ordentlich gemacht. Man wechselt immer wieder zwischen Farbbild und Schwarz-weiß und ganz chronologisch wird das Geschehen auch nicht erzählt. Im Endeffekt wirkt das wirklich gekonnt gemacht und mir hat es gefallen.
Daneben gibt es noch eine gelungene Atmosphäre, die ziemlich trist und kühl wirkt. Hier passen die tristen Bilder der Landschaften bestens. Auch, dass es überhaupt keine Dialoge zu hören gibt, verstärkt die Tristesse noch etwas.

Der einzige Darsteller, der wirklich etwas zu tun hat, ist Martin Hentschel, welcher auch gar nicht mal so unbekannt ist. Da er keinen Text hat, muss er seine Emotionen über Gestik und Mimik transportieren und das hat er ganz ordentlich geschafft. Andere Darsteller spielen hier eigentlich keine Rolle. Eine Figurenzeichnung gibt es in diesem Sinne natürlich nicht. Zumindest im Film selbst erfährt man überhaupt nichts über die Charaktere, was in 11 Minuten Laufzeit jedoch auch sehr schwierig gewesen wäre.

Der Unterhaltungswert kann bei einer solch geringen Laufzeit kaum enttäuschen und so ist das auch hier nicht der Fall. Ich fand das Geschehen interessant und war gespannt ob man nun doch noch etwas mehr erfährt. Von Spannung im eigentlichen Sinne kann man natürlich nicht sprechen, auch Action oder Humor gibt es überhaupt nicht. Trotzdem gibt es keinen Leerlauf und man hat die 11 Minuten Laufzeit schon ganz clever genutzt.
Brutal wird es kaum, aber ein wenig Blut wird schon vergossen und die Effekte diesbezüglich sind simpel, aber in Ordnung gemacht.
Wirklich gut hat mir dann noch der Score gefallen, denn dieser fällt sehr passend aus und hat das Geschehen ordentlich begleitet.

Fazit: "Die heimlichen Wunden" ist schon ein recht interessanter Kurzfilm. Ich hätte es zwar nicht schlecht gefunden, wenn man etwas mehr über die Handlung erfahren hätte, aber so kann man über das Werk zumindest noch etwas nachdenken. Handwerklich ist das schon ordentlich gemacht, darstellerisch kann man sich ebenfalls nicht beschweren und die Atmosphäre hat einen gewissen Reiz. Außerdem ist die Laufzeit schnell vorbei und Langeweile kann so gar nicht entstehen. Freunde von Kurzfilmen können also auf jeden Fall mal einen Blick riskieren!

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