Bond (
Daniel Craig) ist wieder im Geschäft. Zum Glück, denn Mr. White, der in der Verschwörung, die Vesper Lynd (
Eva Green, aus "
Casino Royale") das Leben kostete, kann sich aus den Händen des MI6 befreien, um zurück zur unheimlichen organisation "Quantum" zu gehen, die Leute überall einsetzt, und allen Behörden völlig unbekannt ist. Bonds innere Wunden sind noch nicht geheilt, und den Tod Vespers kann er nicht verarbeiten. Rachsüchtig nimmt er seine Arbeit wieder auf, denn die Terroristen warten bekanntlich nicht.
Zur selben Zeit plant der falsche Ökologe Dominic Greene (
Mathieu Amalric) mit einem verkommenem General einen Putsch in Bolivien, um des Landes wichtigste Ressource zu kontrollieren. Im Kampf gegen ihn hat Bond zwar sehr viele Feinde, darunter auch CIA Agenten und von Zeit zu Zeit auch den MI6, aber auch zwei wichtige Freunde: den Informanten Mathis (
Giancarlo Giannini) und die schöne und ebenfalls rachsüchtige Camille (
Olga Kurylenko). Doch wie bekämpft man eine Organisation, die so mächtig und doch so diskret ist, dass sie ganze Länder unterwerfen kann, ohne dass es jemand erfährt?
Das erste Sequel in der Bond-Geschichte ist wie erwartet explosiv, rau und schnell. Die unheimliche Organisation "Quantum" gibt einen mehr als würdigen Nachfolger für den Klassischen Bond-Gegner "SPECTRE", und dessen Anführers Ernst Blofeld. Olga Kurylenko ist ebenfalls eine würdige Nachfolgerin dieser starken und unabhängigen Bond-Girls, die es mit 007 in jeder hinsicht aufnehmen können. Die Action ist, wie in "Casino Royale", solide, und die Verfolgungsjagden spannend. Der Wortwitz ist weiterhin da, und eine kleine Hommage an "Goldfinger" gibt es obendrauf.
Allerdings könnten eingefleischte Bond-Fans etwas enttäuscht aus dem Kino kommen. Wieder fehlen zentrale Elemente, die sei es auch nur der Tradition zuliebe doch zu James Bond dazugehören, nähmlich Q und Monneypenny.
In "Casino Royale" waren die Actionszenen so unheimlich gut, weil sie sehr präzise geflimt waren, und mann immer genau wußte, was passiert. Hier sind beide Gegner oft gleich Angezogen, und die (zu) schnellen Kameraschnitte können verwirren, was während einer Kampfszene eher unangenehm ist.
Man kann dem Film auch vorwerfen, dass es zu wenige Pausen in der Action gibt. Zu wenige Kontakte mit Frauen, zu wenige "harmlose" Szenen (wie etwa das Pokerspielen im Hotel am Strand in "Casino Royale", oder eben die klassische Q-Sequenz), und manchmal etwas wirre zusammenhänge der Kämpfe und Verfolgungsjagden. Wenn Bond so weitermacht, wird er bald nicht mehr vom "Transporter" zu unterscheiden sein - wenn sich Ian Fleming da nicht im Grab umdreht.
Außerdem ist Dominic Greene keine wirkliche Bedrohung für Bond. Le Chiffre aus "Casino Royale" war natürlich auch kein Kämpfer, aber er war sadistisch und hinterhältig genug, um 007 trotdem gefährlich werden zu können. Greene hat im Film kaum eine Szene, in der er Bond etwas antun könnte, und der Endkampf zwischen den beiden ist eher lächerlich.
Mein Fazit: guter Actionstreifen mit einem bewährten Daniel Craig, aber leider zu weit entfernt vom Bond-Schema, um als guter 007-Film zu gelten.