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Kritik von Alexander Kiensch zu 'Exorzist: Der Anfang'

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Kritik von Alexander Kiensch
veröffentlicht am 13.05.2018
25%
Ein Prequel ist eine Fortsetzung eines Films, die aber chronologisch vor der Handlung des vorherigen Werks angesiedelt ist.
In gewisser Weise ist die Entstehungsgeschichte dieses Prequels zur berühmten "Der Exorzist"-Reihe ein Unikum: Nachdem Regisseur Paul Schrader einen aus Sicht der Produzenten viel zu langweiligen und esoterisch verqueren Streifen inszeniert hatte, wurde dieser Teil schnell vom Markt genommen und unter der Regie von Renny Harlin, der in den 90ern für einige wirklich gute Actionfilme verantwortlich gezeichnet hatte, eine temporeichere und lautere Neufassung gedreht. Aber auch diese Version, die nun unter dem Titel "Exorzist - Der Anfang" herauskam, gehört wahrlich nicht zu Hollywoods Glanzlichtern.

Dabei ist die Grundidee, Pater Merrins Vorgeschichte in Afrika, die im legendären Original stets nur angedeutet wurde, nachzuerzählen, eigentlich sehr interessant. Aber wie bei eigentlich allen Fortsetzungen der Reihe bleibt hier der Inhalt so wirr und aus verschiedenen mystischen Elementen beliebig zusammengewürfelt, dass sich keine Spannung aufbauen will.

Das liegt zum einen an der so hanebüchenen wie ausgelutschten 08/15-Story. Eine unheilvolle Kirche, die bei Grabungsarbeiten in Afrika entdeckt wird, mysteriöse Geschehnisse und der ewig gleiche Kampf eines Kirchenmannes gegen das Böse, der letztendlich mit allerhand Gebeten ausgetragen wird, bieten dem erfahrenen Genre-Freund nun wirklich nichts Neues. Und die Referenzen ans Original fallen eher unfreiwillig komisch aus - wenn etwa eine Besessene zum Ende hin wie eine Spinne die Wände einer Höhle entlang krabbelt.

Originell ist hier gar nichts und echter Aufwand wurde auch nicht betrieben. Das gilt besonders für die zahlreichen Spezialeffekte, die dermaßen schlecht und billig getrickst daher kommen, dass es für einen Hollywoodfilm des 21. Jahrhunderts wirklich peinlich ist. Ob Landschaftstotalen fiktiver Schlachtfelder und Städte oder unglaublich mies getrickste Hyänen - die CGI-Effekte scheinen aus der Mottenkiste des Computertrick-Zeitalters zu stammen (oder eben vom günstigen Anbieter entworfen zu sein). Selbst im polternden Finale wirkt der herumkreischende Dämon eher lächerlich als beängstigend. Einzig überzeugend fallen die teils enorm unappetitlichen Gewalteffekte aus, die aber wiederum zu selten und kurz aufblitzen, als dass sich das Einschalten für echte Splatter-Fans lohnen würde.

Mit Stellan Skarsgård hat "Exorzist - Der Anfang" immerhin einen renommierten Darsteller in der Hauptrolle, der seinem vom Glauben abgefallenen Priester auch eine ordentliche Portion zynischer und heruntergekommener Kraft verleiht. Sein Auftritt vermag über viele Passagen hinweg durchaus zu fesseln, erst im letzten Drittel verlässt auch ihn die Kraft, wenn er angesichts mies getrickster Fliegenschwärme nicht wirklich Angst oder Ekel darzustellen vermag. Der restliche Cast hingegen bleibt austauschbar, blass und oft auch klischeehaft (die hübsche Krankenschwester, die bei jedem Sandsturm und allen Temperaturen mit perfekt gestylten Haaren herumläuft?).

So ist diese Vorgeschichte ein eher trauriger Versuch, einer berühmten Geschichte neue Facetten abzugewinnen. Weder fügt der Film der Figur des Pater Merrin wirklich wichtige Neuheiten hinzu noch überzeugt er als Horrorfilm. Zu billig und klischeehaft die Inszenierung, inklusive reihenweise lahmer Schockszenen, zu wirr und dramaturgisch ungeschickt die Handlung und zu schlecht die Spezialeffekte. "Exorzist - Der Anfang" ist nur eine weitere heruntergekurbelte Fortsetzung und ein weiterer billig umgesetzter Horrorfilm aus Hollywood. Für Genre-Fans keine Empfehlung.

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 Der Exorzist III (1990)  
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