Sequel ist der englische Begriff für eine Fortsetzung.
Aufregend, fesselnd, atemberaubend - einer der besten Thriller der letzten zehn Jahre!
New Mexico, 1885: Der Indianer Samuel Jones (Tommy Lee Jones) hat seine Familie vor Jahren im Stich gelassen, um bei den Apachen zu leben. Nun kehrt er nach Hause zurück, mit der Hoffnung, seiner Frau und seiner Tochter wieder etwas näher zu kommen.
Doch wie sich herausstellt, ist seine Frau schon lange tot und seine erwachsene Tochter Maggie (grandios: Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett in einer ihrer besten Rollen) hat einen Freund (Aaron Eckhart) und zwei Töchter, aber weder Zuneigung noch Vergebung für Samuel übrig.
Eines Tages jedoch kehren Freund Brake und Maggies Töchter Lily (Evan Rachel Wood) und Dot (Jenna Boyd) nicht zurück. Maggie reitet in den Wald und entdeckt Brakes Leichnam und ihre jüngere Tochter Dot in einem Versteck kauern. Von ihr erfährt Maggie, dass ihre ältere Tochter Lily von einer Gruppe Indianer entführt wurde. Nun ist sie auf die Hilfe ihres entfremdeten Vaters angewiesen. In einem dramatischen Wettlauf gegen die Zeit verfolgen sie gemeinsam die Spur der Entführer, die auf dem Weg zur mexikanischen Grenze sind, in Mexiko Mädchen gegen viel Geld verkaufen und mit Lily für immer zu verschwinden drohen.
Zugegeben, Ron Howard ("The DaVinci Code", "Apollo 13") war immer schon ein ziemlich guter Regisseur, aber "The Missing" ist eindeutig sein gelungenster Film. Der Film baut eine ungeheure Spannung auf, legt viele interessante Fährten und ist mir ungeheuer tollen Kostümen ausgestattet. Die Kamera zeigt die kleinsten Schattierungen, eine großartige Arbeit von Salvatore Totino und auch der Soundtrack von James Horner ist ultimativ gut gelungen.
Der böse Hexer der Indianer wird fantastisch von einem glänzenden Eric Schweig dargestellt. Sowieso hat Ron Howard hier eine großartige Truppe großartiger Charakterschauspieler beisammen getrommelt. Allen voran glänzt definitiv die wunderbare Cate Blanchett ("Elizabeth", "Der Herr der Ringe"), die mal wieder beweist, wie wandlungsfähig und wie glaubwürdig grandios sie in jeder Rolle ist, die sie spielt. Diese hier ist ganz besonders beeindruckend. Aber auch Tommy Lee Jones, der zuletzt in dem Coen-Meisterwerk "No Country for Old Man" begeisterte, legt hier eine solide, klasse gespielte Darbietung hin. In einer Nebenrolle zu sehen ist auch Aaron Eckhart, der dieses Jahr eine oscarreife Darbietung in "The Dark Knight" - dem Batman-Sequel von "Batman Begins" - bot. Er stirbt leider auch hier zu früh.
Ein großes Lob muss man auch aussprechen an die beiden Jungdarstellerinnen Evan Rachel Wood ("Dreizehn") und Jenna Boyd. Man glaubt ihnen jedes Wort, jede Gefühlsregung - so echt und authentisch spielen sie. Das ist schon eine erwähnenswerte Leistung. Das einzige, worüber ich in diesem spannenden, packenden Western-Thriller gestolpert bin, ist die Tatsache, dass die Indianer hier ausnahmslos als die Bösen dargestellt werden, was ich recht unfair finde, weil es mindestens genauso viele Weiße gibt, die noch viel schlimmer sind. Das ist ein winziges Manko, das aber nichts von dem eben aufgezählten kaputt macht.
Alles in allem ein fantastischer Western-Thriller mit viel Dramatik, der ein Genuss ist für Thrillerfans, für Westernfans und für Filmhasser beider Genres. Ein großartiges Stück Kino - klasse!