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Kritik von Willi-Paul Seifert zu 'Coco - Lebendiger als das Leben'

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Kritik von Willi-Paul Seifert
veröffentlicht am 16.12.2017
95%
The Walt Disney Company (WDC), umgangssprachlich meistens Disney genannt, ist ein US-amerikanischer Medienkonzern mit Sitz in Burbank, Kalifornien. Gegründet wurde die Firma als Disney Brothers Cartoon Studio (1923) und Walt Disney Productions (circa 1930) von den Brüdern Walt und Roy Disney. Am 6. Februar 1986 wurde sie in The Walt Disney Company umbenannt.
www.disney.com

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Der Dia de los Muertos (Tag der Toten) ist ein mexikanischer Brauch, bei dem am Übergang von Oktober zu November den Toten gedacht wird, indem Fotografien von ihnen in Form einer altarähnliche Ofrenda aufgestellt und geschmückt werden. Dazu wird das Lieblingsessen der Toten zubereitet und ihnen der Weg in das Haus ihrer Nachfahren durch Ringelblumen und Chrysanthemen markiert. Denn es heißt am Tag der Toten besuchen diese die Lebenden. Disney/Pixar widmet sich diesem Brauch im aktuellen Spielfilm bei folgender Handlung:

Seit Coco als kleines Mädchen von ihrem als Musiker auf Tournee gehenden Vater zurückgelassen wurde, hat ihre Mutter die Musik aus ihrem Leben gestrichen und wurde Schuhmacherin. Diese Tradition hat sich in der Familie fortgesetzt: Musik ist verboten und gutes Schuhwerk erlaubt. Auch von Cocos zwölfjährigem Urenkel Miguel - der nur ein Grübchen hat und nicht zwei - wird erwartet, dass er sich daran hält. Dabei würde er gern Gitarre spielen und singen. Beim Versuch am Tag der Toten die Gitarre aus der Grabstätte des beliebtesten Musikers des Ortes, Ernesto de la Cruz, zu klauen, wird er verflucht. Und findet sich im Reich der Toten wieder. Aus dem er nur zurück kommt, wenn er von einem der dortigen Ahnen freigegeben wird. Zusammen mit dem Skelett Hector, der den Besuch seiner Nachfahren am Tag der Toten nicht vornehmen kann, weil diese seiner nicht gedenken, versucht Miguel seinen Ururgrovater zu finden.

Die Handlung verrät es schon, der Tod spielt eine zentrale Rolle in diesem Film. Gepaart mit der Leidenschaft für die Musik und dem durchaus lebendigen sowie farbenfrohen Erscheinungsbild der Toten und einem charismatischen Hauptcharakter mag dies zwar abgemildert werden, dennoch ist der ab null Jahre freigegebene Familienfilm aus meiner Sicht eher etwas für Kinder ab 8 Jahre, hätte also die Freigabe "ab 6 Jahre" erhalten sollen. Denn inhaltlich wird den jüngeren Kindern gegenüber nach der Sichtung einiges aufzuarbeiten bleiben. Dafür werden diese mit einem tricktechnisch optisch brillierendem, warmherzigen Film belohnt, der sowohl tiefsinnige wie moralische Fragen aufwirft als auch liebevoll und humorvoll durch das Geschehen führt. Die Details an den Skeletten und die Ausgestaltung der Welt der Toten sind beeindruckend farbenprächtig. Der Humor ist beispielsweise mit Anspielungen auf die Malerin Frida Kahlo, Grenzkontrollen und Behörden-Wahnsinn etwas erwachsener ausgefallen. Für die Kleinen gibt es mit dem Hund Dante einen herrlich trotteligen Side-Kick und die eine oder andere Situationskomik, die auch sie verstehen.

Schön ist es, dass neben einigen eingängigen Liedern wie "Denk stets an mich" oder "Die Welt ist meine Familia" auch Michael Giacchinos Kompositionen an mexikanische Klänge angelehnt wurden und mit traditionell mexikanischen Instrumenten eingespielt wurden. Dadurch entstand ein lebhafter Klangteppich, der sich von Giacchinos letzten Werken durchaus positiv abhebt und einen stimmigen Beitrag liefert. Giacchino selbst wird übrigens als Dirigent eines Orchesters von Skeletten auf charmante Art auch optisch in den Film integriert.

"Coco - Lebendiger als das Leben!" ist ein optisch in höchstem Maße gelungenes, tiefsinniges wie anrührendes und herzlich-humorvolles Film-Abenteuer. Dem Thema Tod wird sich genauso respektvoll angenähert wie dem mexikanischen Brauch dazu. Einzig das Mantra "Familie geht über alles" wird mir eine Spur zu stark eingewebt, sonst habe ich an diesem 19. Pixar-Streifen rein gar nichts auszusetzen.

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