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Kritik von Michael Scharsig zu 'Prisoners'

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Partner von Entania
Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 06.03.2014
90%
"Prisoners" ist der Geheimtipp des vergangenen Kinojahres. Hugh Jackman und Jake Gyllenhaal suchen in Denis Villeneuves Selbstjustiz-Thriller nach dem Entführer zwei kleiner Mädchen - jeder auf seine Art.

Eine "Überraschung" ist "Prisoners" eigentlich gar nicht, wenn man sieht, dass selbst in Nebenrollen talentierte Schauspieler wie Viola Davis, Terrence Howard oder Melissa Leo mitwirken. Vor allem Paul Dano gefällt in seiner Rolle als infantiler Verdächtiger. Dennoch sind es Hugh Jackman und Jake Gyllenhaal, die dem Film mit ihren Rollen eine bissige Intensität verleihen, die die Nerven strapaziert.

Jackman spielt den besorgten Vater, der aus Stolz und Liebe zu seiner Tochter nicht davor zurückschreckt auch unerlaubte Mittel wie Folter und Spionage anzuwenden. Die innere Zerrisschenheit spiegelt sich zu jeder Zeit in seiner Mimik wider. Von Emotionen geleitet und zu allem bereit wirkt Keller Dover geradezu anarchisch im Vergleich zu Jake Gyllenhaals Detective Loki. Dieser strotzt vor professioneller Ruhe und Sachlichkeit ohne dabei das Ziel aus den Augen zu verlieren. Erst als der Fall immer unübersichtlicher wird keimen Lokis Aggressionsprobleme auf, was den Charakter des Detectives noch einmal interessanter macht.

Die ganze Schauspielerei würde allerdings nicht annähernd so gut rüberkommen, wenn der Film nicht auch technisch brilliant wäre. Vor allem Kamermann Roger Deakins ist es zu verdanken, dass der Zuschauer zusammen mit den Protagonisten auf eine Probe der Geduld gestellt wird. So nimmt sich Deakins viel Zeit, lässt Bilder lange ohne Schnitt wirken und erzeugt damit eine Anspannung, die diesen Thriller besonders macht. Hin und wieder hält Deakins voll auf Jackmanns Gesicht, immer dann, wenn es z.B. zum Wutausbruch kommt. Zurecht für den Oscar nominiert, diese Leistung.

Doch auch die Musik und die düstere Landschaft der dauerverregneten Kleinstadt-Öde erzeugen eine Atmosphäre, die bisweilen an Werke von David Fincher oder schwedische Krimis erinnert. Dank der ordentlichen Packung Selbstjustiz erhält der Zuschauer zudem das eine oder andere Mal die Gelegenheit zur Diskussion über Moral und die Frage: Wie weit würdest Du gehen?

Fazit: "Prisoners" ist der beste Thriller des vergangenen Kinojahres. Ein originelles Drehbuch und bestens aufgelegte Darsteller gesellen sich zu einem technisch einwandfreien Mix aus Moralfragen und Rätselraten. Bravo!

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