foyer - hier geht's zur startseite... die aktuellen kinocharts für Deutschland und USA aktuelle Meldungen aus der Kinowelt die aktuellen Kino-Starttermine fü Deutschland kinoprogramm unsere aktuellen kritiken heimkino - aktuelle DVD-Termine directory - Stöbere in unserer Datenbank background - Informationen rund um zelluloid.de
zelluloid

Kritik von Michael Scharsig zu 'Mama'

WERBUNG
Partner von Entania
Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 21.04.2013
75%
Vorsicht, nach den nächsten zwei Sätzen bitte trotzdem weiterlesen! "Mama" ist ein weiterer Geisterfilm, der die typische "Was ist damals an diesem Ort geschehen?"-Story aufpoliert. Im Stile moderner Klassiker wie "The Grudge" und "The Ring" versucht sich hier Andres Muschietti an einer von Guillermo Del Toro ("Pan's Labyrinth", "Das Waisenhaus", u.a.) produzierten Story.

"Mama" beginnt sehr stark mit einem tragischen Intro und vor allem das tierische Verhalten des im Wald gefundenen Geschwisterpärchens fesselt. Zum Glück hält der Film dem Zuschauer auch nicht lange das zurück, was sowieso erwartet wird. Es geht recht flott los mit ersten Schockmomenten, die hier und da vorhersehbar sind - aber trotzdem gefallen. Mit verantwortlich dafür ist vor allem der Sound, denn das schräge Grölen und die glucksenden Geräusche sorgen für Gänsehaut. Wer die "The Grudge"-Reihe mochte, wird auch hier seinen Spaß haben.

Jessica Chastain ("The Help", "Zero Dark Thirty") spielt ihre Rolle gut, wird aber bei weitem an die Wand gespielt von den beiden Mädchen. Megan Charpentier und Isabelle Nelisse spielen in ihrem jungen Alter so gut, dass sie aus einer Geschichte ohne große Überraschungen doch noch Spannung kitzeln. Dass Nikolaj Coster-Waldau ("Game of Thrones", "Headhunters", u.a.) zu kurz kommt ist schade, denn zu seiner Figur konnten aufgrund der Vorgeschichte schneller Sympathie und Bindung hergestellt werden. Erinnert ein wenig an Bradley Cooper, der in "Fall a39" leider auch kaum zu sehen war.

Unnötigerweise übernimmt sich das Drehbuch an Nebenstories, wie dem genre-typischen Psychiater und vor allem der unsympathischen Tante. Hier gab es im Kino ein paar Lacher, weil die Dame im Film auch noch den Nachnamen "Podolski" trägt. Störend für die Atmosphäre, aber damit konnten Muschietti und Co ja schlecht rechnen. Verziehen. Weniger zu verzeihen sind die teils unlogischen Handlungsstränge, wie plötzliche Tag-Nacht-Wechsel oder das allseits beliebte "Alles im Alleingang lösen"-Syndrom.

Zum Glück fängt die düstere Filmatmosphäre aber einiges auf. Natürlich geschehen die grausamen Dinge nur im Dunkeln, aber verlassene Waldorte waren schon immer Locations die die menschlichen Ur-Ängste leicht hervorrufen konnten. Hier wurde das Rad nicht neu erfunden, aber optisch lupenreim umgesetzt.

Die Gestalt selbst ist anfangs furchteinflößend, weil sie tricktechnisch nur angedeutet wird. Vor allem die krummen Bewegungen sind stark. Je mehr der Zuschauer aber von ihr sieht, desto ungruseliger wirkt sie. Da das Wesen animiniert ist, gibt es hier kleine Minuspunkte, denn der Geist verliert dadurch seine Wirkung. Generell büßt "Mama" im letzten Drittel viel Geschwindigkeit ein, weil der Film auf ein melancholisches, kitschiges Ende hinsteuert, das einfach zuviel des Guten ist. Die ganze Klaustrophobie weicht einem eher unspektakulärem Ende - auch wenn dieses vielleicht nicht so eintrifft, wie man es gedacht hätte.

"Mama" revolutioniert das Genre nicht, aber immerhin verpasst es dem Geisterfilm einen neuen Anstrich. Wer über das ein oder andere Story-Manko hinwegsehen kann, der bekommt einen optisch guten Grusel-Film geboten, der vor allem mit super Kinderdarstellern punktet.

War diese Kritik hilfreich?
2 von 3 Besuchern fanden diese Kritik hilfreich.
 
zelluloid - Navigationselement
WERBUNG
Kurz-Link zu dieser Seite: http://zel.lu/k78b
foyer | charts | filmnews | kinostarts | kinoprogramm
kritiken | heimkino | directory | background
 
zelluloid.de • ©1998-2017 Denis Hoffmann & Alexander Jachmann
 
SitemapImpressuminfo@zelluloid.de
Hinweise zum DatenschutzNutzungsbedingungen