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Kritik von Benjamin Falk zu 'Aggression Scale - Der Killer in dir'

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Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 10.08.2014
60%
"Aggression Scale" wurde insgesamt ja ziemlich gut bewertet, aber zu mir meinte jemand, dass er den Film total schlecht finden würde. Also war ich neugierig, wie ich das denn nun sehen werde. Insgesamt bekommt man hier sicherlich kein Highlight geboten und an sich ist der Film auch ziemlich stupide, aber mir hat er im Großen und Ganzen dennoch Spaß gemacht.

Bill zieht mit seinem Sohn Owen, seiner neuen Frau und deren Tochter in ein neues Haus auf dem Land. Die beiden Familien haben schwere Zeiten hinter sich und besonders die Kinder haben so gar keine Lust auf eine neue Familie. Am meisten sieht man das bei Owen, der Medikamente nehmen muss und psychisch wirklich nicht fit ist. Dass Vater Bill einen Gangsterboss Geld gestohlen hat, der ins Gefängnis kam, das weiß sonst niemand in der Familie. Doch der Gangsterboss kommt nun wieder auf freien Fuß und es gibt mehrere, die ihn bestohlen haben. Deshalb setzt er ein Killerkommando auf diese Leute an und sie sollen ihm sein Geld zurückholen. So klopft es eines Tages auch an der Tür von Bill. Doch was die Gangster nicht wissen: Owen ist höchst aggressiv und liebt es andere Menschen fertig zu machen. Damit konnten die Killer nicht rechnen und so wird der Spieß schon bald umgedreht.
Die Grundidee hat mir insgesamt gut gefallen und man hätte daraus echt was machen können. Leider tut man dies in "Aggression Scale" nur halbwegs. Man kann schon sagen, dass die Story trotz ein paar Stärken, der Schwachpunkt des Filmes ist. Owen wirkt stets planend, eiskalt und überlegend - mit Aggressionen hat das für mich nichts zu tun. Auch sonst macht man es sich in vielen Punkten sehr leicht und Hintergründe werden überhaupt nicht geklärt, nicht mal ansatzweise. Das ist schade, denn hätte man sich hier mehr Mühe gegeben, hätte das durchaus intensiv werden können. So wirkt das Ganze ziemlich platt, stumpf und stupide. Doch auch wenn es mir an Logik gefehlt hat, so sind einige Ideen gut geraten und insgesamt geht das Drehbuch noch in Ordnung.

Die Darsteller erfüllen ihre Rollen nun nicht gerade mit Glanzleistungen, agieren aber soweit recht brauchbar. Die einfachste Rolle hat dabei Ryan Hartwig als Owen, aber auch nur weil seine Figurenzeichnung so simpel geraten ist. Mit mehr Tiefe wäre das eine schwierige Rolle gewesen, doch Hartwig muss fast nur grimmig gucken und bekommt überhaupt keinen Text. Dana Ashbrook fand ich ganz solide, aber er kann auch nicht viel aus seiner Figur machen und von Ray Wise hätte es ruhig etwas mehr zu sehen geben dürfen. Fabianne Therese gefiel mir nur teilweise, denn wenn sie jaulend durch die Gegend rennt, nervt das etwas. Wie gesagt: Die Leistungen sind aber alle brauchbar und niemand fällt so richtig negativ auf, nur kann auch niemand komplett überzeugen.
Die Figurenzeichnung macht es sich, genauso wie die Story, sehr einfach. Psychische Probleme werden hier als reines Mittel zum Zweck benutzt, was einfach lieblos und wenig glaubwürdig ist. Trotzdem besitzen die Charaktere ein paar Eigenschaften, die sie nicht ganz so belanglos wirken lassen. Wenn man hier frei vom Anspruch ist, so funktioniert das eigentlich ganz gut.

Die Inszenierung ist nicht übel und kann sich insgesamt doch sehen lassen. Steven C. Miller nutzt das bestimmt nicht so hohe Budget anständig und rein optisch kann das schon mal überzeugen. Die Schauplätze sind auch in Ordnung und das Ganze wurde temporeich gestaltet. Das ist sauber gemacht und aus handwerklicher Sicht wirklich keine schlechte Arbeit.
Die Atmosphäre ist ein wenig merkwürdig. "Aggression Scale" lässt sich am ehesten als Home-Invasion-Movie bezeichnen, weil er einfach diese Elemente aufweist. Bei den Fallen fühlt man sich dann sogar leicht an "Kevin allein zu Haus" erinnert, nur halt in härterer Form. Ansonsten gibt sich der Film düster, trocken und ohne Humor, macht aber irgendwie trotzdem ziemlich viel Spaß. Warum Owen als Aggressions-Patient so viele MacGyver-Tricks auf den Kasten hat, verstehe ich zwar nicht, aber es macht eben was her. Wie er die Gangster so erledigt, hat schon seinen Spaßfaktor und im Endeffekt war das für mich am ehesten amüsanter Trash zum Hirnausschalten.

Dem Unterhaltungswert kann man echt nur wenig Vorwürfe machen. Der Film läuft mit seinen 80 Minuten (ohne Abspann) schon ziemlich kurz. In der ersten halben Stunde hat man sich dabei Zeit gelassen, führt die Charaktere ein und klärt die Situation. Hinterher wird das Tempo angezogen, es gibt ordentlich Action, nur spannend ist das Treiben eigentlich nie. Trotzdem kommen hier keine Längen auf, es ist immer etwas los und so kann man dem Verlauf kurzweilig folgen. Da man das gesamte Szenario so simpel und stumpf umgesetzt hat, ist die kurze Laufzeit von Vorteil. Hätte man sich dem Thema anspruchsvoller und mit mehr Tiefe genähert, dann hätte es aber mindestens 20 Minuten mehr Laufzeit gebraucht. Hat man ja aber nicht getan und von daher ist das schon gut so.
Harmlos ist "Aggression Scale" nicht gerade und es wird schon reichlich Blut vergossen. So richtig brutal ist das aber auch nicht unbedingt und es wirkt auch nicht so derb. Hier wäre noch etwas mehr drin gewesen, dafür sind die Effekte aber recht überzeugend.
Der Score klingt teilweise gut, hat mich teilweise aber auch ein wenig genervt. Alles in einem ist er aber passend.

Fazit: "Aggression Scale" hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck, hat mir aber dennoch ganz gut gefallen. Das Drehbuch besitzt ein paar gute Ideen, war mir ansonsten jedoch zu simpel und viel zu unglaubwürdig. Daneben agieren die Darsteller zwar brauchbar, können aber nicht viel aus ihren Rollen machen und die Figurenzeichnung leidet ebenfalls darunter, nicht glaubwürdig zu sein. Dafür ist die Inszenierung recht gut gelungen und die Atmosphäre macht soweit ziemlich viel Laune. Das langweilt nicht, geht kurzweilig vorbei und hat auf jeden Fall ein paar ordentliche Szenen zu bieten. Wer also nichts gegen stumpf hat, kann sich "Aggression Scale" gut anschauen!

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