In düsteren Farben, meistens dunkelgrün und braun, erzählt der Film von zwei Personen: Johanna, eine Journalistin (
Agnieszka Grochowska) und einem Franziskaner (
Wojciech Zielinski), deren Schicksal es will, dass sie sich im Krankenhaus kurz begegnen und wieder aus den Augen verlieren. Er zweifelt an seinem Glauben, sie ein Gutmensch durch und durch, verliert sich nach dem Tod der Mutter, für deren lebensverlängernde Maßnahmen sie auch mit ihrer Sexualität bezahlt hat. Ihr ist ihr Lebenskompass abhandengekommen.
Wir blicken in die Abgründe der menschlichen Seelen, sehen das Elend ungeschminkt und erfahren seine ganze brutale Härte, können die Entgleisungen förmlich riechen.
Bei diesen hoffnungslosen Perspektiven erscheint die Gier nach Leben dennoch ungebremst. ('Man lebt nur einmal!') Der Wunsch nach Anlehnung ist nur allzu verständlich, wenn die Angst vor der Leere oder dem Verlust ein ständiger Begleiter ist. Geschickt werden die Lebenswege der beiden Protagonisten miteinander verknüpft und wieder getrennt. Dabei sind manche Szenen vorauseilend, andere in der Wiederholung verdeutlichend. In ihrer knallharten Direktheit wirken sie einerseits beunruhigend, andererseits interesseweckend.
Für Johanna ist 'der Abgrund überall', während sich der Priester fragt, woran er glauben soll. Regisseurin
Ewa Stankiewicz hat ihren
Sartre voll verinnerlicht. Nichts zum Wohlfühlen, aber saustark.