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Kritik von Michael Scharsig zu 'End of Watch'

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Partner von Entania
Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 27.04.2013
85%
Ein konzentrierter Blick auf den Titel hätte wenigstens angedeutet, dass "End Of Watch" ein Mockumentary-Streifen ist - so habe ich diesen fantastischen Cop-Thriller leider erst auf DVD gesehen.

Fuck! Wichser! Scheiße! Die Wörter der Straßen von L.A. sind ebenso hart wie das Leben. Regisseur David Ayer hat es aber geschafft dieser häufig überspielten Härte eine Banalität zu verpassen, die schmerzt. Inmitten dieses Dschungels aus Armut, Drogen, Gewalt und Banden gehen zwei Cops auf Streife. Jeden Tag. Doch anders, als in vielen emotionalen Thrillern, wo der nachdenkliche Cop in Zeitlupe durch die Straßen streift, begleitet der Zuschauer hier ein Gespann, dass über Sex, Kollegen und Frauen witzelt. Partner im Dienst, Freunde im Privatleben.

Obwohl hier kein Gespräch nach zehnfach überarbeitetem Drehbuch klingt, verleihen gerade diese alltäglichen, ehrlichen Dialoge der Story ihren wahren Tiefsinn. Jake Gyllenhaal ("Source Code", u.a.) und Michael Pena ("L.A. Crash", u.a.) liefern eine fantastische Arbeit ab und das in gerade einmal 22 Drehtagen. "End of Watch" dokumentiert, Moral wird zu keiner Zeit in Frage gestellt. Obwohl es praktisch alle zehn Minuten spannend wird, weil die Kamera ständig mit im Einsatz ist, stehen nicht die Schusswechsel, Schlägereien und Streitereien im Vordergrund.

Langsam wird parallel zur Action vor allem die Freundschaft zwischen den beiden Männern grandios in den Kopf der Zuschauer gepflanzt. Auf der Straße Machos, privat zwei nette Typen mit zwei netten Frauen, die einfach nur ihr Leben genießen wollen. Danke für die fehlenden pivaten Probleme, die hier zuviel des Guten gewesen wären. Anna Kendrick ("Up In The Air", u.a.) und Natalie Martinez ("Broken City", u.a.) spielen hübsche, intelligente und humorvolle Partnerinnen, die die beiden Protagonisten immer wieder den Alltag vergessen lassen und das machen sie gut.

Nicht falsch verstehen, "End Of Watch" bietet Geballer, Kämpfe und Verfolgungsjagden en Masse. Der Film ist schnell, rasant und atembraubend - "Fast Footage", könnte man sagen. Um aber am Ende zufrieden mit dem Ausgang der Geschichte zu sein muss klar sein, dass hier kein Krimi abläuft, sondern eine Pseudo-Doku, eine Hommage an die Polizei von Los Angeles. Selten habe ich einen Film gesehen, der es schafft von Liebe, Zusammenhalt und Freundschaft zu erzählen und dabei so brutal ehrlich auf dem zu Teppich bleiben.

Abzüge gibt es für die recht gewollten, zufällig auch gefilmten Gespräche der Gangs. Sie hätten wahrscheinlich sogar ganz außen vor gelassen werden können, denn das was der Film will, erreicht er auch so. Dass weitergefilmt wird, obwohl der Chef es mehrmals verbietet ist auch fragwürdig, im Genre "Found Footage" aber einfach hinzunehmen.

Unterm Strich ist "End Of Watch" trotz seiner zwei Stunden Filmlänge schnell vorbei. Mit viel Tempo und viel Herz gelingt es David Ayer, einen Cop-Film zu präsentieren, der fesselt und spannend bis zum Schluss bleibt - und das ohne die 08/15-Dramaturgie eines jeden Thrillers. Zu keiner Zeit Kitsch, aber definitiv eine Liebeserklärung an die Arbeit der Polizei von Los Angeles.

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