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Kritik von Michael Scharsig zu 'Red Dawn'

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Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 26.02.2013
50%
Ein Remake ist eine Neuverfilmung eines bereits existierenden, meist mehrere Jahrzehnte älteren Films.
Spokane, Washington. Plötzlich tauchen über der amerikanischen Kleinstadt nordkoreanische Fallschirmjäger auf. US-Marine Jed flüchtet zusammen mit seinem Bruder Matt und einer Gruppe weiteren Jugendlichen vor der Invasion. Als ihr Vater Opfer der feindlichen Attacke wird und von der eigenen Armee Hilfe ausbleibt beschließen Jed und die anderen das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen. Bei dem Film handelt es sich um ein Remake von "Die rote Flut" aus dem Jahr 1984.

Mein Gott, so viel Amerika habe ich selten in einem Streifen erlebt. Der Film trieft vor übertriebenen Klischees. Regisseur Dan Bradley führt über reelle Nachrichten in seinen Film ein. Da werden Weltwirtschaftskrise und Terrorismus angesprochen, Obama und Clinton zitiert und zwischen allen historischen Ereignissen der Aufstieg Nordkoreas als Feind Nr.1 interpretiert.

US-Marine Jed kommt aus dem Irak zurück und wohnt bei seinem Vater - natürlich der Sheriff der Gemeinde. Das Verhältnis zu seinem Bruder Matt, der natürlich Footballspieler ist, muss erst wieder hergestellt werden. Matts Freundin ist selbstverständlich eine scharfe Kumpel-Blondine dessen beste Freundin, natürlich tough und dunkelhaarig, sofort Augen für Jed hat. Als Nordkorea, natürlich unterstützt von Russland, die Kleinstadt invasiert, flüchten Matt und seine Freunde zusammen mit Jed in die Wälder. Jed, der sofort weiß: Es herrscht Krieg, überredet die Jugendlichen zur Selbstjustiz. Aus Kleinstadt-Teenagern wird die Rebellentruppe "Wolverines". Auweia.

Einen vorläufigen Höhepunkt erreicht der Film als der Vater der beiden Brüder von den Koreanern gezwungen wird, sie zur Aufgabe zu überreden. Stattdessen ermutigt er seine Söhne zur Selbstjustiz und wird kurzerhand exekutiert. Natürlich reicht das nicht. Die "Wolverines" werden zusätzlich von drei ehemaligen Soldaten unterstützt. Die Rebellen merken schnell, dass ihre Kleinstadt kein Einzelfall. Amerika hat auf Helden wie diese handvoll bewaffneter Halbstarken gewartet - natürlich sind die top ausgebildeten Elite-Soldaten Koreas höchstens ebenbürtig.

Einem aufgeklärten Westeuropäer wird bei soviel US-Propaganda speiübel. In diesem Film wird neben Selbstjustiz und Vorteilen des privaten Waffenbesitzes vor allem eines deklariert: Nordkorea ist der nächste große Feind der Vereinigten Staaten. Hätten Länder wie der Irak oder eben Korea einen solchen Film gedreht wäre er vom Westen als politische Hetze abgestempelt worden.

Schade ist, dass der Film an Action und Unterhaltung sogar durchaus etwas zu bieten hat. Vor allem der plötzliche Einfall Koreas aus der Luft ist dramaturgisch nett inszeniert, weil er ausschließlich aus der Sicht der Flüchtenden gezeigt wird. Das alles erinnert bisweilen an - wen überrascht's - "Pearl Harbor". Auch dürfen sich die Macher des Filmes bei Chris Hemsworth bedanken, der die anderen Amateure an die Wand spielt. Kleinere Bonuspunkte gibt es noch einmal am Ende des Filmes, wo sich Dan Bradley tatsächlich eine nette Überraschung hat einfallen lassen.

Fazit: Dieser patriotische Ego-Shooter à la Amerika ist politische Provokation pur und drehbuchtechnisch eine dreiste Frechheit. Wer darüber hinwegsehen kann, der bekommt wenigstens noch im Ansatz actionreiche Schuß- und Fluchtszenen geboten, die dank Chris Hemsorth bis zum Ende für Spannung und Unterhaltung sorgen. Wem so etwas reicht, der sollte sich lieber "Stirb Langsam" oder "Bad Boys" anschauen, denn Propaganda wie diese hier hat in unseren Kinos und DVD-Playern nichts verloren.

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