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Kritik von Michael Scharsig zu 'Die Jagd'

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Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 06.03.2014
95%
Cannes ist eine Stadt an der südfranzösischen Mittelmeerküste. Besonders bekannt ist Cannes durch die jährlich im Mai stattfindenden Internationalen Filmfestspiele.
www.festival-cannes.fr

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Neben "Dallas Buyers Club" ist "Die Jagd" eine der größten Überraschungen des vergangenen Kinojahres. Mit Dänemarks Aushängeschild Mads Mikkelsen wird dem Zuschauer ein packendes Drama präsentiert, welches ans Herz geht.

Regisseur Thomas Vinterberg vermeidet epische Landschaftsaufnahmen und hält sich auch in Sachen Musikuntermalung oder überspitzte Emotionalität zurück. Viel mehr begrenzt er sich darauf, nah an den Personen zu bleiben. Vor allem Mads Mikkelsens Charakter Lucas steht dabei im Mittelpunkt. Es ist fast so, als sei der Zuschauer dazu eingeladen sich in Lucas geschundener Seele hineinzuversetzen. Diesen Fokus kostet Mikkelsen aus und nutzt die Aufmerksamkeit mit einer Leistung, die zu einer seiner besten werden sollte. Die Achterbahn zwischen Fassungslosigkeit, Enttäuschung, Verzweiflung - aber eben auch Hoffnung und Selbstbewusstsein gerät ihm zu keiner Minute aus den Gleisen. Lucas ist eine starke Persönlichkeit, die nicht den Glauben an sich, sondern an die Gesellschaft verliert.

Sei zu erwähnen, dass neben Mikkelsens grandioser One-Man-Show auch Nebendarsteller wie die kleine Annika Wedderkopp oder Thomas Bo Larsen den Film mit Biss würzen. Leider werden deren Geschichten nicht weiter beleuchtet, was noch ganz interessant gewesen wäre. Für die Erzählstruktur des Filmes reicht das Gebotene aber auch so aus.

Die banale, nüchterne Atmosphäre und die realistisch gespielten Menschlichkeitszüge verleihen "Die Jagd" eine Menge Authenzität. Immer wieder wird sich der Zuschauer über Dorfbewohner ärgern, sie aber auch verstehen. Man wird sich auf die Seite Mikkelsens schlagen, aber auch erkennen, dass die geschilderte Situation für einen Pädagogen nie wieder vollständig zu retten sein wird. Die letzte Szene unterstreicht dieses Gefühl noch einmal und sagt ganz klar: Vieles kann verziehen werden, aber niemals vergessen.

Fazit: "Die Jagd" ist einer der ganz großen Filme mit - wie sollte es anders sein - beschämend wenig Aufmerksamkeit seitens deutscher Kinos und Zuschauer. Schade, denn dieses Drama bietet ein sensibles Thema mit großartigen Schauspielern. Mikkelsens Erfolg in Cannes, der Europäische Filmpreis und die Oscar-Nominierung sind mehr als verdient!

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