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Kritik von Michael Scharsig zu 'Chernobyl Diaries'

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Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 03.07.2012
75%
Ein Trailer ist ein aus einigen Filmszenen zusammengesetzter Clip zum Bewerben eines Kino- oder Fernsehfilms, eines Computerspiels oder einer anderen Veröffentlichung. Der Zweck eines Trailers ist es, dem Publikum einen Vorgeschmack auf das beworbene Produkt zu geben und natürlich Werbung für dieses zu machen.
Zugegeben, "The Devil Inside" war ein mieser Start des Handkamera-Genres ins Kinojahr 2012. Überraschend frisch wirkte dagegen das Telekinesen-Abenteuer "Chronicle", das mit Bravour bewies, dass noch mehr aus Found Footage zu holen ist. Wird das "Hochzeitsvideo" mal zurecht außen vor gelassen, ist "Chernobyl Diaries" nun der dritte Streifen, der versucht Pep in die Wackelfilme zu bringen.

Dabei bewegt sich der Film erst einmal rückwärts, denn anders als bei "Chronicle" oder "Das Hochzeitsvideo" ist die Amateurkamera hier wieder für den Gruselfaktor zuständig und nähert sich eher modernen Klassikern, wie "Blair Witch Project" oder "Rec" an. Was aber sofort auffällt: Die Handkamera ist hier nur ein stilistisches Filmelement, spielt im Film aber keine Rolle. Kurz gesagt: Der Film wird in Amateur-Qualität gezeigt, im Geschehen selbst hält aber niemand eine Kamera. Es ist in etwa so als würde die ganze Zeit ein unsichtbarer Regisseur mitlaufen.

Die Story bietet zwar keine atemberaubende Neuigkeiten, dafür aber einen interessanten Schauplatz. Sechs Touristen buchen in der Ukraine eine "Extrem Tour" durch die verlassene Geisterstadt Pripyat, wo früher Arbeiter des Atomreaktors Tschnernobyl wohnten. Als ihr Tour-Führer sie heimlich an der militärischen Sperrzone vorbei bringt und mitten in den Ort müssen die Eindringlinge feststellen, dass Pripyat nicht so alleine ist, wie sie es vermutet hatten.

Schon zu Beginn wird einem klar, dass etwas mit diesem Ort nicht stimmt und allein durch den Trailer erwartet der Zuschauer eine Art "The Hills Have Eyes" meets "Diary of the Dead". Trotzdem wirkt die Location erfrischend authentisch, da für den Dreh tatsächlich ein menschenleerer Ort genutzt wurde - allerdings in Russland, fernab eines Kernreaktors. Zum Glück belässt es der Film bei dezenten Andeutungen der Kreaturen und geht dem Risiko aus dem Weg, unfreiwillig komische Fratzen ins Rennen zu schicken.

Es wurde damit geworben, dass die Macher von "Paranormal Activity" an "Chernobyl Diaries" mitwerkelten. Im Nachhinein muss gesagt werden, dass das zwar in einigen Szenen gruseltechnisch bemerkbar wird, aber im Prinzip in die Irre leitet. Denn hier gibt es weder Geister, noch jemanden, der die Dokumente angeblich filmt oder anschaut - insofern ist auch der Titel eher Schwachsinn.

Pluspunkte bleiben eindeutig die Location, die sympathischen Darsteller sowie die Grundidee des Films. Völlig daneben dagegen ist das Ende über das hier noch nicht viel verraten werden soll. Nur soviel: Es zieht den ganzen Film runter.

Wer gute Handkamera-Filme gucken will, der sollte sich lieber die oben genannten anschauen oder aber Geheimtipps wie "Trollhunter", "Atrocious" und "Die vierte Art". "Chernobyl Diaries" bemüht sich ein Found-Footage-Film der anderen Art zu sein, am Ende bleibt aber nur ein durchschnittlicher Gruselschocker, der sein Potenzial verspielt. Schade.

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