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Kritik von Michael Scharsig zu 'Captain Phillips'

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Partner von Entania
Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 19.01.2014
85%
Wir schreiben das Jahr 2014, das bedeutet, die Entführung des US Containerschiffs Mearsk Alabama durch somalische Piraten ist gerade einmal fünf Jahre her. Trotzdem hat sich Regisseur Paul Greengrass auf die Brust geschrieben die Story um Captain Phillips jetzt schon zu erzählen. Dafür hat sich Greengrass, der mir nach Durchschnitssleistungen wie "Die Bourne Verschwörung" oder "Green Zone" erst bei "Flug 93" so richtig auffiel, Tom Hanks wortwörtlich ins Boot geholt.

Das Ergebnis ist ein Drama, das sich sehen lassen kann. Die Geschichte um Captain Phillips wird zu Beginn fast schon dokumentarisch dargestellt. Es wird nicht tiefer in die Hintergrundgeschichten der Hauptfiguren geschaut, dafür aber gekonnt Freiraum zur Eigenbewertung der Aktionen gelassen. Zum Beispiel sind die Beweggründe der somalischen Piraten schwer nachvollziehbar und auch die Roboter-ähnliche Ruhe des Captains wirft Fragen auf.

Fesselnd ist vor allem die Beziehung zwischen Piratenchef Muse und seiner Geisel Richard. Während Phillips versucht die Piraten zu manipulieren und zur Vernunft zu bringen, muss er gleichzeitig um sein Leben fürchten, da Muses Mitstreiter weniger gesprächsbereit und schwerer zu kontrollieren sind.

Barkhad Abdi verkörpert Muse mit einer Authenzität, die man zuletzt selten so intensiv gespürt hat. Was erwartet man auch von einem Mann, der mit sieben Jahren aus dem somalischen Bürgerkrieg floh, um später bei einer Lotterie die US-Einbürgerung gewann? Mich jedenfalls überzeugt er in seiner ersten Filmrolle so sehr, dass ich dem Oscar-nominierten Nebendarsteller einen Gewinn gönnen würde.

Tom Hanks spielt ebenfalls große Klasse, wobei sein Augenblick erst in den letzten 20 Minuten so richtig in Fahrt gerät. Zum absoluten Höhepunkt des Filmes gehört für mich seine Darstellung des Emotionsausbruchs des Kapitäns, als sein Kopf frei wird und realisiert in Sicherheit zu sein. Der Schock und die Angst stehen dem bis dahin maschinell wirkendem Captain ins Gesicht geschrieben. Endlich wieder großes Kino von Hanks.

Fazit: "Captain Phillips" ist keine One-Man-Show, sondern ein grandioses Nervenduell zwischen zwei Männern aus völlig verschiedenen Welten. Regisseur Greengrass lässt große, epische Bilder und Heldentaten sein und punktet durch klaustrophbische Atmosphäre und viel Authentizität.

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