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Paranormal Activity" hat "
Saw" abgelöst, denn nun kommt jedes Jahr ein neuer Teil dieser Reihe. Der Unterschied ist nur, dass hier nicht Splatter sondern die Angst im Vordergrund steht. Und so gibt es nun den bereits vierten Teil im Kino zu sehen. Bisher waren die Fortsetzungen alle erstaunlich gut und auch "Paranormal Activity 4" ist noch über dem Durchschnitt anzusiedeln. Allerdings ist er doch der bisher schwächste Teil der Reihe.
Am Anfang wird kurz das Ende des zweiten Teils wiederholt, in dem Katie den kleinen Hunter entführte. Danach spielt das Geschehen fünf Jahre später und wir bekommen es mit einer ganz neuen Familie zu tun. Diese ist ganz normal, was man von der neuen Nachbarin nicht unbedingt behaupten kann. Ihr Sohn geht immer wieder zu der neuen Familie und benimmt sich sehr merkwürdig. Als die Mutter eines Tages ins Krankenhaus kommt, zieht der kleine Robbie vorerst bei der Familie ein. Tochter Alice macht als Erste seltsame Entdeckungen, aber natürlich glaubt ihr das niemand. Deshalb beschließt sie, mittels Webcam das Haus zu überwachen. Und damit kann der Schrecken mal wieder losgehen.
Ich hätte es ja sehr interessant gefunden, wenn man die Handlung nochmals weiter in die Vergangenheit verlegt hätte, aber da wäre es wohl langsam schwer geworden, diesen Fake-Doku-Stil beizubehalten. Die Story spielt dieses Mal keine besonders große Rolle, aber ich finde es weiterhin gut, dass man keine billige Kopien macht und die Teile zumindest etwas miteinander zu tun haben. Am Ende bleiben zwar mehr Fragen offen als dass welche geklärt werden, aber das hat auch einen gewissen Reiz. Nimmt man es mit der Logik nicht so genau, dann ist die Story zwar dünn, aber trotzdem nicht uninteressant und relativ gut gelungen.
Die Darsteller machen ihre Sache soweit ganz solide. Schön ist, dass man Katie Featherston wieder sieht, auch wenn sie nur eine kleine Rolle spielt. Ansonsten müssen Kathryn Newton und Matt Shively als Sympathieträger herhalten und das funktioniert recht gut. Beide spielen ziemlich natürlich, was bestens zur Machart passt. Die restlichen Darsteller haben weniger zu tun, aber niemand fällt negativ auf und die Kinder machen ihre Sache sogar auch annehmbar.
Eine besondere Figurenzeichnung war bei "Paranormal Activity" noch nie vorhanden, war jedoch auch nie notwendig. Am wichtigsten ist, dass die Charaktere sympathisch sind und man so mit ihnen mitfiebern kann. Bei der Tochter und ihrem Freund hat das funktioniert, nur die restlichen Charaktere wie etwa die Eltern, fand ich doch sehr blass gezeichnet und nicht unbedingt sympathisch. Trotzdem geht das hier auf jeden Fall in Ordnung.
Die Inszenierung funktioniert auch beim vierten Teil ziemlich gut. Man sollte meinen, dass den Machern langsam nichts mehr einfallen würde, weil diese Found-Footage-Streifen von der Machart doch etwas begrenzt sind, doch man zeigt hier wieder viel Kreativität. So ist die Sache mit der Kinect optisch wirklich gelungen und einfach eine gute Idee. Und auch, dass nun fast alles mittels Webcam gefilmt wird, ist eine neue Idee. Handwerklich ist das auf jeden Fall ziemlich gut gelungen, auch wenn mir die anderen Teile hier etwas besser gefallen haben.
Die Atmosphäre muss natürlich gruselig sein, das macht diese Reihe immerhin aus. Allerdings funktioniert dies nicht mehr immer. Dem Konzept geht so langsam die Bedrohlichkeit aus. Wenn sich zum etlichsten Male Türen von selbst öffnen, ist das einfach nicht mehr besonders interessant. Schockeffekte gibt es trotzdem viele und einige davon sind ordentlich gelungen. So richtig unheimlich fand ich "Paranormal Activity 4" nicht mehr und ich hatte am ehesten meinen Spaß mit dem Streifen.
Und das ist ja auch schon viel Wert, weil so zumindest der Unterhaltungswert stimmt. Langweilig wird es nämlich nicht. Mir hat es einfach Spaß gemacht, zu sehen, was für Ideen die Macher dieses Mal wieder hatten und wenn sich das Kinopublikum bei jeder Kleinigkeit erschreckt, ist das ebenfalls unterhaltsam. In vielen Szenen spielt man dabei wieder mit der Erwartungshaltung. Oft meint man, gleich müsse etwas geschehen und man wartet, beobachtet und dann passiert doch nichts. Das hat man dieses Mal etwas übertrieben, aber insgesamt macht das trotzdem Spaß, wenn man immer wieder sucht und manchmal auch was findet. Insgesamt vergeht die Laufzeit jedenfalls recht kurzweilig, aber im Kino hätte ich den Film trotzdem nicht unbedingt sehen müssen.
Effekte spielen wie immer kaum eine Rolle, da der Grusel recht simpel gehalten wird. Das ist aber gut so und die wenigen Effekte sind ordentlich geworden.
Einen klassischen Score gibt es natürlich nicht, nur die lautstarken Soundeffekte begleiten den Horror mal wieder sehr intensiv.
Fazit: "Paranormal Activity 4" wird den Fans der anderen Teile auf jeden Fall erneut gut gefallen, aber etwas schwächer ist er schon. So fällt die dünne Handlung etwas auf, die Figuren sind nicht mehr alle so sympathisch und in der Inszenierung gab es auch schon mal mehr Ideen. Außerdem empfand ich den Streifen nicht mehr als sehr unheimlich und zu oft sucht man ohne etwas zu finden. Sieht man davon mal ab, sind die Darsteller gut, man hatte wieder ein paar kreative Ideen und die Machart wird irgendwie einfach nicht langweilig. Von daher ein unterhaltsamer Horrorfilm, der mir Spaß gemacht hat und der auch ein paar ordentliche Schockeffekte mit sich bringt!