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Kritik von Michael Scharsig zu 'Warm Bodies'

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Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 15.04.2013
80%
Ein Trailer ist ein aus einigen Filmszenen zusammengesetzter Clip zum Bewerben eines Kino- oder Fernsehfilms, eines Computerspiels oder einer anderen Veröffentlichung. Der Zweck eines Trailers ist es, dem Publikum einen Vorgeschmack auf das beworbene Produkt zu geben und natürlich Werbung für dieses zu machen.
Wer die deutschen Trailer zu "Warm Bodies" gesehen hat, der könnte schnell den falschen Eindruck vermittelt bekommen, dass es sich bei diesem Streifen um den nächsten "Twilight" oder eine Gagparade wie "Zombieland" handelt.

Beides ist nicht der Fall. Tatsächlich ist "Warm Bodies" eine herzensgute Liebeskomödie, die sehr viel Tiefgang mit Spaß verbindet. Doch im Gegenteil zur Vampirschnulze wird hier erkennbar, dass den Filmemachern wichtig war, den Mainstream nur zu streifen.

Nicholas Hoult verkörpert den Zombie "R", der sich an nichts aus seiner Vergangenheit erinnert, außer, dass sein Name wahrscheinlich mit R anfängt. Es wird auch nicht erklärt, warum es zur Apocalypse kam. Dafür erfährt der Zuschauer - und das ist selten genug - wie die Welt aus der Sicht eines Untoten abläuft. "R" entwickelt noch immer Gefühle und Gedanken, doch er ist gefangen in einem Körper, der verwest. Was traurig klingt, wird hier zum Glück satirisch aufgefangen. Das nimmt dem Film eine große Portion Traurigkeits-Kilo.

Die stärksten Momente hat "Warm Bodies" dann zu bieten, wenn "R" im Off kommentiert, was er denkt. "Mein Gott sind wir langsam, das kann dauern", um nur einen der vielen kleinen sympathischen Leckerbissen hervorzuheben. Das ist die Kunst des Filmes. "R" ist dazu verdammt in seinem Körper dahinzuraffen, obwohl er sich nach mehr sehnt. Hirne zu essen sind seine einzige Möglichkeit,um dem Alltag zu entfliehen, denn dadurch sieht er die Erinnerungen seiner Opfer. Eine Droge, wenn man so will. Als er den Freund der Überlebenden Julie verspeist entwickelt er Gefühle für sie, die etwas in ihm und seinem Umfeld verändern.

Gut, "Warm Bodies" muss sich die Kritik gefallen lassen, dass er mit ebenso durchschnittlicher-Popmusik aus der Highschool untermalt wird, wie "Twilight" und auch die schnelle Verbindung zwischen Julie und R erinnert an Edward und Bella. Zum Glück sind die Darsteller hier aber durchgehend professioneller. Hoult verkörpert seinen schmachtenden Zombie grandios und auch der Rest des Casts gibt sich große Mühe. Es ist einfach zu erkennen, dass hier mehr gewollt ist, als ein Liebesfilm unter seltsamen Umständen. Besonders Rob Corddry, der "R"'s besten Zombie-Freund verkörpert, bietet hier einen ernsthaften, wie lustigen Charakter an dem die Wandlung der guten Untoten am schönsten dargestellt wird.

Noch einmal sei gesagt: "Warm Bodies" hat nur einen sehr geringen Anteil an Splatter-Effekten und distanziert sich damit von Filmen wie "28 Days Later" oder "Dawn of the Dead". Dafür ist "R" aber immerhin kein unter Zombiefans umstrittender "Runner".

Der Film ist aber auch nicht das Gag-Feuerwerk, wie "Zombieland" oder "Shaun of the Dead". Er ist irgendwo dazwischen und das ist gut so. Die sehr langsame Geschichte, begleitet von viel düsteren Bildern bietet einfach mehr Atmosphäre und vermischt exzellent Tragik, Humor und Love-Story. Wenn etwas an diesem Film einem Gruselstreifen am ähnlichsten ist, dann die stark eingesetzte Melancholie und die herrlich trashigen Skelett-Zombies.

"Warm Bodies" ist sehenswert und zwar für Freunde des Zombie-Genres, aber auch für alle anderen, die sich einfach von einem kurzweiligen Film unterhalten lassen wollen. Und für die Schmacht-Fans noch eine Sache: Sie heißt Julie und er "R" - klingelt's?

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