Vier Jahre ist es her, seitdem Bryan Mills seine entführte Tochter Kim in Paris aus den Fängen albanischer Entführer befreite und es dabei auf eine beachtliche Zahl lebloser Körper brachte. "Taken 2" setzt bei der Beerdigung ebendieser von Bryan Mills leblos hinterlassenen Körper ein. Denn noch während ihrer Beisetzung schwören die Hinterbliebenen blutige Rache an Bryan und seiner Familie. Diese will eigentlich ein paar entspannte Tage in Istanbul verbringen, bekommt dann aber überraschenden Besuch aus Albanien.
Zugegeben, ein bisschen genervt war ich schon, als ich von einer geplanten Fortsetzung zu "96 Hours" hörte - zu rund, zu abgeschlossen war das Ende im des ersten Teils ausgefallen. Den Spieß in Teil 2 also einfach umzudrehen und den Jäger zum Gejagten zu machen, war somit für eine Fortsetzung die beste Entscheidung. Trotz dieser Wende hat sich das Grundprinzip von "96 Hours" nicht geändert: Genau wie die propagierte Selbstjustiz, finden auch eine Menge Blut und Blei ihren Weg zurück auf die Kinoleinwand. Besonderes Lob verdient an dieser Stelle noch Liam Neeson, welcher seine Gegenspieler selbst mit Ende fünfzig noch blass aussehen lässt. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger mangelt es "Taken 2" leider an Überraschungsmomenten und so dürfte das geübte Auge schnell durchschauen, worauf der Film hinausläuft.
Trotz oder gerade wegen der genannten Aspekte handelt es sich bei "Taken 2" um eine überdurchschnittliche Actionproduktion "Made in Europe", an der vor allem die Herren der Schöpfung ihren Spaß finden werden.