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Kritik von Jutta Hannecker zu 'Greatest Showman'

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Kritik von Jutta Hannecker
veröffentlicht am 17.01.2018
90%
Rumms! So könnte man die Anfangsszene von "Greatest Showman" kurz und knapp beschreiben. Danach weiß jeder Zuschauer, woran er ist und was in den nächsten 100 Minuten auf ihn wartet. Nämlich ein wahres phantastisches Feuerwerk an Film - völlig frei von Feinstaubbelastung.

Hugh Jackman wollte schon lange mal wieder zeigen, was er drauf hat, außer mit Scherenhänden und Sixpack grimmig durchs Bild zu laufen. Schön, mit "Wolverine" hat er viel Geld verdient. Allerdings ist diese Rolle weit unter seinem Niveau. Immerhin hat er als Broadway-Musical-Darsteller den Oscar der Branche gewonnen: Den Tony Award! Auf der Leinwand konnte er zuletzt sein Talent als Sänger in der Verfilmung des großartigen Musicals "Les Miserables" zeigen. Tanzen war hier natürlich nicht gefragt. Für die Darstellung gewann er einen Golden Globe und ergatterte eine Oscar-Nominierung.

Die Geschichte des Zirkus-Pioniers und Erfinders des Show-Business, P.T. Barnum, hat Hugh Jackman schon immer gereizt. Freilich, die echte Figur soll ein Arschloch gewesen sein. Barnum war der erste, der aus reiner Sensations- und Geldgier Menschen, die nicht der Norm entsprachen, sowie Wildtiere auf die Bühne zerrte. Tiere, die Kunststücke zeigen müssen, riefen wiederum PETA auf den Plan, die die Verfilmung dieser Person scharf kritisierten. Nachdem die an sich großartige Organisation PETA kürzlich für Aufsehen sorgte, als sie den Urheber des berühmtesten Affen-Selfies fast in den Ruin trieb, muss man sich wirklich fragen, ob sie mit dieser Verbissenheit sich und den Tieren einen Gefallen tut. Die Tiere wurden übrigens in "Greatest Showman" digital eingefügt. Es wurde also niemandem ein Härchen gekrümmt. Außerdem haben sich die Macher des Films von Barnum auch nur inspirieren lassen. Die Filmfigur ist eine ganz andere. Klar, auch diese möchte Geld verdienen und tut es auch. Allerdings wird die Story um einiges romantischer dargestellt, als sie wirklich war, und das ist auch gut so. Ansonsten hätten wir ja auch nicht solch ein Vergnügen an diesem Kino-Ereignis.

Hugh Jackman hat vor Jahren einmal einen Werbespot mit Regisseur Michael Gracey gedreht. Bei der Zusammenarbeit entdeckte Jackman dessen Talent und sorge somit dafür, dass dieser die Chance für sein fulminantes Erstlingswerk bekam. Es ist einfach unglaublich, was dieser Kerl zu Stande gebracht hat. Die Geschichte erzählt er recht konservativ. Aber alles was drum herum ist, und das ist der Hauptteil, lässt einen mit offenem Mund, staunenden Blicken und einer Begeisterung, die man selten im Kino erlebt, in dieses Film-Musical eintauchen.

Die Choreografien und Kostüme sind der absolute Wahnsinn, die Songs bekommt man nicht mehr aus den Ohren. Sie sind umwerfend. Gerade jetzt, wo Transgender-Themen groß geschrieben werden, zu Zeiten von Filmen wie "Embrace", kommt "Greatest Showman" gerade richtig als Verstärkung. Wenn die wuchtige Keala Settle im Conchita-Look den Song "This is me" wütend und selbstbewusst heraus schmettert, dann kullern jedem empathischen Menschen die Tränen. Geschrieben wurde diese Hymne übrigens von den "La La Land"-Komponisten, die hier eine ganz andere Seite von sich zeigen und gerade für "This is me" ihren zweiten Golden Globe in Folge abräumten.

Neben Hugh Jackman, der Lichtgestalt in diesem Film-Musical, glänzen unter anderem Zac Efron, Zendaya und Michelle Williams. Alle singen und tanzen selbst. Einfach nur großartig. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an "La La Land". Dieses mit Preisen überhäufte Musical hat gezeigt, dass dieses Genre nicht zwingend mit Kassengift gleichzusetzen ist. Somit haben sich Produzenten gefunden, die Hugh Jackmans Traum möglich gemacht haben.

Apropos großartig, wunderbar sind auch die kleinen Szenen in dem Film. So hält die von Zac Efron dargestellte Figur die Hand der dunkelhäutigen Trapezkünstlerin (Zendaya). Als er sich beobachtet fühlt, lässt er ihre Hand schnell los. Es wäre zu schön, wenn man sagen könnte, dass man sich heutzutage eine solche Reaktion nicht mehr vorstellen kann.

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