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Kritik von Martin Zopick zu 'Dead Man'

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Kritik von Martin Zopick
veröffentlicht am 17.09.2017
80%
Der ganze Film ist mehr oder weniger eine Todesfahrt und am Ende bewahrheitet sich der Titel: der Antiheld William Blake (Johnny Depp) ist tot. Zuvor war er auf der Flucht vor dem Sherriff und vor Kopfgeldjägern. Dieser an sich harmlose Buchhalter war in eine Schießerei verwickelt worden und erschießt den Sohn des Fabrikbesitzers Dickinson (Robert Mitchum). Ein literarisch gebildeter Indianer namens Nobody (Gary Farmer) verehrt Blake, weil er ihn für den Mystiker (1757-1827) gleichen Namens hält.
Der karge Minimalismus diese s/w Films und die beißenden Gitarrenriffs von Neil Young nehmen den Zuschauer in eine surrealistische Welt mit. Wenn der anfangs vorgestellte Satz noch lapidar erscheinen mag 'Es ist besser, nicht mit einem Toten zu verreisen' so erfahren wir im weiteren Verlauf noch beeindruckende Beispiele des philosophierenden Nobody z.B. 'Der Adler hat Zeit verplempert, wenn er versucht vom Raben zu lernen.' Stellenweise erweckt der Dialog Blake - Nobody den Eindruck, als sei man in einem soziologischen Proseminar. Der absolute Topknüller ist aber 'Du hältst die Wolken nicht auf, indem du ein Schiff baust.'
Die Verfolger erschießen sich derweil gegenseitig, einem wird sogar der Glatzkopf zu Brei getreten. Blake stört Nobody beim Schäferstündchen mit einer Squaw im Wald und legt sich dann neben ein totes Rehkitz. Die Bitte um Tabak wird zum Running Gag mit diversen Todesfolgen, wobei die Ballerei von Nobody kommentiert wird 'du sammelst Metall vom Weißen Mann?'
Letztendlich wird William Blake von Nobody auf die 'Brücke aus Wasser' geschickt, eine letzte Reise im Kahn. Sein Tod zieht sich in die Länge, wie wir es nur von der Opernbühne her kennen. Na ja, mal was anderes. Der morbide Touch ist allerdings gewöhnungsbedürftig.
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