Ewigkeiten her, dass ich "Deep Blue Sea" gesehen habe. Tierhorrorfilme gibt es ja wie Sand am Meer und gerade wenn es sich um Haie dreht, sind viele sehr billige Vertreter dabei. Anders aber sieht es bei "Deep Blue Sea" aus. Der Film ist richtig aufwendig und macht einfach viel Laune.
Die Wissenschaftlerin Susan will ein Mittel gegen Alzheimer finden. Dies will sie mittels von Haien schaffen. In einer großen Unterwasserforschungsstation gibt es drei Haie. Mit einem Stoff aus deren Gehirnen meint Susan, das Heilmittel für Alzheimer gefunden zu haben. Aber der Boss will endlich Resultate sehen und fliegt mit zur Forschungsstation. In der Nacht zuvor ist außerdem ein Hai entkommen, der nur in letzter Sekunde wieder eingefangen werden konnte. Die Haie verhalten sich äußerst merkwürdig und sind eigentlich viel zu intelligent. Das liegt daran, dass Susan die DNS der Tiere verändert hat um ihre Hirne größer zu machen. Davon weiß jedoch niemand. Als es zu einem Unfall kommt und ein Wissenschaftler von einem Hai angegriffen wird, beginnt langsam die Katastrophe. Bald ist die Gruppe unter Wasser gefangen und die schlauen Haie greifen an.
Doch nicht nur die Haie stellen eine große Gefahr dar. Da wäre ja auch noch das ganze Wasser. Das bringt schon mal Abwechslung mit sich. An sich bekommt man eine Tierhorrorstory, wie man sie schon etliche Male gesehen hat, aber diesen Schauplatz hat man noch nicht in jedem zweiten Tierhorrorfilm gesehen und das bringt schon mal Pluspunkte. Außerdem ist das Drehbuch einfach stark geschrieben. Man hatte viele gute Ideen, baut diese gekonnt ein und somit gibt es an der Story nicht auszusetzen.
Die Darsteller haben mir sehr gut gefallen. Am besten fand ich Thomas Jane, der wirklich eine starke Leistung von sich gibt. Doch auch LL Cool J gefiel mir bestens. Er spielt eine richtig sympathische, lustige Rolle und macht das wirklich gut. Saffron Burrows bekommt zwar Antipathie vom Zuschauer, spielt aber ebenfalls gut und Samuel L. Jackson hätte meinetwegen auch noch länger mit dabei sein dürfen. Ansonsten sollte man noch Michael Rapaport nennen, weil auch er eine sehr sympathische Rolle spielt. Die restlichen Darsteller haben da etwas weniger zu tun, aber niemand enttäuscht.
Die Figurenzeichnung ist natürlich eher schlicht gehalten. Viel Hintergrund erhalten die Charaktere nicht und ein paar Klischees sind auch mit dabei. Das ist allerdings überhaupt nicht schlimm, weil mir fast alle Figuren äußerst sympathisch waren und man ihnen somit wirklich nicht den Tod wünscht.
Die Inszenierung ist richtig stark. "Deep Blue Sea" wurde von Renny Harlin gemacht, welcher sich im Actionbereich eigentlich besser auskennt als im Horrorbereich. So verwundert es nicht, dass man sich hier über weite Strecken fast eher wie in einem Actionfilm vorkommt. Action gibt es nämlich reichlich und sie wurde richtig aufwendig und geil gemacht. Man gönnt den Protagonisten eigentlich überhaupt keine Pause mehr und hält das Tempo stets extrem hoch. Da gibt es schon viele tolle Szenen, die Kulissen sind stark und handwerklich wurde das wirklich gut gemacht.
Die Atmosphäre hat mir ebenfalls gefallen. Natürlich gibt es Horror und diese Haie wirken schon recht bedrohlich. Manchmal geht es ziemlich ernst zur Sache und zwischendurch sieht die Lage auch hoffnungslos aus. Trotzdem macht mir "Deep Blue Sea" in erster Linie Spaß, weil immer etwas los ist und man den Film richtig genießen kann.
Das liegt an dem hohen Unterhaltungswert, welcher wirklich kaum besser sein könnte. Am Anfang lernt man die Station kurz kennen und dann dauert es nicht lange, bis die Haie schon als Gefahr gelten. Nachdem sich die Katastrophe erst mal ereignet hat, gibt es keine Pausen mehr und so vermeidet man auch jeglichen Leerlauf. Da ist wirklich ständig etwas los und kaum ist die eine Situation überstanden, folgt die nächste. Für Action ist also auf jeden Fall gesorgt und schön ist, dass es teilweise auch richtig spannend wird. Aus vielen Szenen holt man echt das Maximale heraus und besser kann man das kaum gestalten. Die 100 Minuten Laufzeit vergingen wie im Flug und so kurzweilig wird man bei Tierhorror nicht immer unterhalten.
Es gibt viele Effekte und alle sind gut gelungen. Die Haie sehen stark aus. Unter Wasser wurde da scheinbar auch mal mit dem Computer getrickst und das sieht ein wenig veraltet aus, aber das macht nichts. Auch beim Splatter stammt nicht alles von Hand, was mich aber ebenfalls nicht gestört hat. Es gibt einige aufwendige Explosionen und viel Wasser. "Deep Blue Sea" ist wirklich recht aufwendig realisiert.
Der Score begleitet das Geschehen sehr lautstark und hat bestens gepasst.
Fazit: Mir hat "Deep Blue Sea" viel Spaß gemacht. Die Handlung bietet zwar nichts Neues, kann aber mit der Kulisse punkten und wurde gut geschrieben. Die Darsteller spielen toll und die Figurenzeichnung ist auch nicht schlecht, weil alle sehr sympathisch sind. Handwerklich wurde der Streifen bestens gemacht, die Atmosphäre bietet Horror sowie viel Spaß und der Unterhaltungswert ist nahezu perfekt. Die Laufzeit vergeht sehr schnell, die Effekte sind gut und ganz harmlos geht es auch nicht zur Sache. Wer auf Tierhorror steht, darf "Deep Blue Sea" definitiv nicht verpasst haben!