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Kritik von Benjamin Falk zu 'Jack Reacher'

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Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 23.08.2016
75%
"Jack Reacher" wollte ich schon gerne sehen, aber irgendwie bremste mich Tom Cruise hier doch aus. Obwohl der Darsteller immer wieder für tolle Unterhaltung sorgt, hält sich meine Lust auf Filme mit ihm meistens in Grenzen. Bei "Jack Reacher" hätte ich aber durchaus etwas verpasst. Der Film besitzt überraschend viel Handlung und erstaunlich wenig sinnlose Action, weshalb mich das Resultat wirklich überzeugen konnte.

James Barr, ehemaliger Söldner, läuft Amok und erschießt dabei fünf Menschen. Zumindest sind die Beweise sehr belastend, aber Barr wird beim Transport schwer verprügelt und liegt im Koma. Zuvor konnte er bei einer Befragung lediglich den Namen Jack Reacher nennen. Dieser steht kurze Zeit später auch schon bei der Polizei vor der Tür, aber nicht um Barr zu helfen, sondern weil er ihn selbst kalt machen will. Jack Reacher war ebenfalls mal bei der Army, lebt mittlerweile aber untergetaucht. Er weiß über Barrs Vergangenheit Bescheid und nun, wo er wieder Mist gebaut hat, will er ihn unschädlich machen. Doch Barr weiß genau, warum er nach Reacher verlangt hat. Jack beschäftigt sich nämlich näher mit dem Fall und entdeckt Ungereimtheiten. Außerdem will ihn jemand bedrohen. An der Sache ist also scheinbar mehr dran, als man von außen erkennen kann.
Das ist eine lose Romanverfilmung, die aber wohl erhebliche Unterschiede zur Vorlage aufweist. Da ich diese sowieso nicht kenne, war mir das persönlich egal. Auf jeden Fall bekommt man hier eine erfreulich stimmige Handlung geboten. Dass mehr an der Sache dran ist, kann man sich denken, aber "Jack Reacher" lässt den Zuschauer lange im Dunkeln tappen. Deshalb ist es auch spannend und interessant, das Treiben zu verfolgen. Im Endeffekt ist hier alles schlüssig, es gibt kaum Logikfehler und das Drehbuch besitzt mehr Substanz, als ich gedacht hätte.

Tom Cruise spielt nun also die Romanfigur Jack Reacher und er macht eigentlich nichts anderes, als er sonst auch tut. Cruise ist ein toller Schauspieler, der auch gut in diese Rolle hineinpasst. Smart, aber eiskalt agiert er, immer mit einem netten Spruch auf den Lippen. Eine coole Leistung, die man anerkennen muss. Rosamund Pike macht ihre Sache ebenfalls ordentlich und schön fand ich es dann noch Robert Duvall in einer kleinen Nebenrolle zu sehen. Werner Herzog spielt einen eiskalten Bösewicht, ist aber leider wenig zu sehen, er passt allerdings auch gar nicht so gut in diesen Film hinein. Jai Courtney macht sich ebenso solide, wie der Rest der Besetzung.
Die Figurenzeichnung ist ganz gut gelungen. Jack Reacher ist eine weitere von vielen unbesiegbaren Actionfiguren und davon gibt es mittlerweile schon echt sehr viele. Trotzdem funktioniert Reacher als Figur recht gut. Er strahlt schon eine Coolness aus und besonders gut gefallen hat mir seine Kompromisslosigkeit. Bei den Charakteren gibt es hier und da die üblichen Klischees, doch im Großen und Ganzen ist das trotzdem einigermaßen gut gelungen.

Regie führte Christopher McQuarrie, den man mittlerweile für stimmige Action auf der Liste haben sollte. Er macht seine Sache gut und lässt den Film erfreulich bodenständig erscheinen. Da ist das Stilmittel eher selten Übertreibung und das gefiel mir gut. Es gibt ein paar gut gemachte Actionszenen, die gar nicht den Anspruch besitzen, besonders spektakulär zu sein, was ich recht sympathisch fand. Aus handwerklicher Sicht jedenfalls eine runde Sache.
Der Atmosphäre braucht man ebenfalls keine Vorwürfe zu machen. Überraschend war für mich, dass "Jack Reacher" doch mehr Thriller als Actionfilm ist. Trotzdem muss man auf Action nicht verzichten, nur kommen diese Szenen eher selten vor. Dafür ist die Story sogar recht spannend ausgefallen. Im Endeffekt soll dieser Film aber Spaß machen und dieses Ziel erreicht er. Einige Sprüche von Reacher sind echt toll. Obwohl das teilweise knallhart und kompromisslos ist (was mir übrigens auch gut gefiel), geht es überwiegend amüsant und auch gerecht zur Sache.

Man kann "Jack Reacher" trotzdem nicht zur Marke "Gehirn ausschalten und genießen" zählen, weil man sein Hirn hier ab und zu mal braucht. Deshalb ist das auch keine stumpfe Unterhaltung geworden. Vieles ist vorhersehbar, aber da man mit Informationen immer erst recht spät herausrückt, wird die Aufmerksamkeit des Zuschauers gefordert. So vergehen dann selbst die nicht ganz kurzen 130 Minuten Laufzeit recht flott. Man langweilt sich beim Schauen absolut nicht.
Effekte spielen nicht die Hauptrolle, sind aber natürlich vorhanden. Alles wurde gut getrickst. Außerdem gefiel mir, dass der Film recht hart wirkt, ohne dabei besonders viel Blut zeigen zu müssen.
Der Score ist passend und hat mir gefallen.

Fazit: "Jack Reacher" ist ein souveräner Thriller geworden, der ein bisschen mit Actionfilm kombiniert wird, aber niemals in einer stumpfen Orgie endet. Für Tom Cruise Fans ist das ein Pflichtprogramm, doch selbst diejenigen, die mit ihm nicht so viel anfangen können, müssen eingestehen, dass er den Jack Reacher schon echt cool spielt. Die restlichen Darsteller wissen ebenfalls zu überzeugen und die Handlung empfand ich als interessant. Das ist handwerklich gut gemacht, besitzt eine überwiegend lockere und spaßige Atmosphäre, ohne dabei aber weichgespült zu sein. Das ist schon ein harter Film, aber eben ein amüsanter. Der Unterhaltungswert ist jedenfalls ordentlich und langweilig wurde mir hier nicht. Das bleibt natürlich ein konventionelles Mainstreamwerk, doch dafür ist der Film echt überzeugend. Mir hat "Jack Reacher" im Endeffekt gut gefallen und gegen die anstehende Fortsetzung habe ich absolut nichts einzuwenden!

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