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Kritik von Michael Scharsig zu 'Silver Linings'

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Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 13.01.2013
85%
Schon zu Beginn des Jahres ist David O. Russell mit "Silver Linings" eine der Überraschungskomödien des Jahres 2013 gelungen. Acht Oscar-Nominierungen, darunter Regie und alle vier Schauspielersparten, sprechen für sich. Da eine Oscar-Nominierung aber nicht immer auch den europäischen Nerv trifft und qualitativ anspruchsvollere Filme ignoriert werden, hier eine kurze Erklärung, warum der Film so gut ist:

Der bipolar erkrankte Pat hat mit seinem Gewaltpotenzial zu kämpfen und versucht nach acht Monaten Aufenthalt in einer Nervenheilanstalt neben Cholerik und Depression sein Eheleben wieder in den Griff zu bekommen. Wegen einer einstwiligen Verfügung, Pat prügelte den heimlichen Liebhaber seiner Frau fast zu Tode, darf er sich seiner Frau nicht nähern und lebt daher vorerst wieder bei seinen Eltern. Pat bleibt hoffnungslos naiv und glaubt daran, seine Frau zurückzugewinnen, wenn er sich selbst wieder in den Griff bekommt. Er trifft auf Tiffany, die nach dem Tod ihres Mannes in schwere Depressionen verfallen ist und dank ihrer Sexsucht ein gewisses Image im Vorort ertragen muss. Durch verschiedene Umstände kann Pat über Tiffany mit seiner Frau kommunizieren. Als Gegenleistung probt er mit ihr für einen Tanzwettbewerb, doch die psychischen Probleme beider Figuren kehren zurück und stellen die neue Freundschaft auf die Probe.

"Silver Linings" ist kein Sketch-Feuerwerk und auch kein zweiter "Hangover". Viel mehr orientiert sich der Film an sehr punktuiertem Humor. Der Zuschauer weiß die sympathischen Figuren sofort zu schätzen und wird immer wieder in die Realität zurückgeholt, wenn sich ihre Krankheiten zurückmelden. Irgendwo zwischen Beziehungsdrama und Tragikomödie weiß der Film absolut zu unterhalten und wirkt dank seiner großartig gespielten Anti-Helden nicht eine Minute lang zu überzogen oder anstrengend. Wie der Film ausgeht weiß man im Prinzip schon von Beginn an, doch das ist hier nicht schlimm, denn der Weg dorthin ist nicht nur witzig, sondern sehr interessant.

Da Bradley Cooper, Jennifer Lawrence, Robert De Niro und Jacki Weaver hier schon ausreichend Weltklasse bieten überhäuft sich der Streifen leider etwas an Nebenschauplätzen. Mindestens zwei, drei weitere Charaktere und Sozialprobleme werden beleuchtet. Zuviel für einen Film, der im Herzen doch eine Komödie sein will. Manche Kritiker würden sagen "Jetzt wird der Film doch zu amerikanisch".

Insgesamt ist "Silver Linings" die etwas andere Komödie zum Nachdenken und Mitfühlen. Für mich persönlich der klare Geheimtipp auf die wichtigsten Oscars des Jahres. Trotzdem ist der Film denen abzuraten, die eine Gagparade im Stil von "Hangover", "Scary Movie" oder "American Pie" erwarten. Weniger ist bekanntlich manchmal einfach mehr.

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