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Kritik von Klaus Schipschack zu 'Wer's glaubt wird selig'

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Kritik von Klaus Schipschack
veröffentlicht am 11.07.2012
50%
Es gibt zwei Regisseure namens Marcus Rosenmüller in Deutschland, beide mit bayrischen Wurzeln. Um Verwechslungen wenigstens etwas vorzubeugen, haben sie vor einiger Zeit beschlossen, ihre Namen mit einem Buchstaben zu ergänzen. Seitdem heißt der etwas ältere Regisseur Marcus O. Rosenmüller, der bisher nur zwei Kinofilme vorlegte und vorwiegend für das Fernsehen tätig war. Marcus H. Rosenmüller ist der recht produktive Vertreter eines modernen bayrischen Heimatfilms, der innerhalb von sieben Jahren bereits seinen neunten Film ins Kino bringt. Sein Kinodebüt "Wer früher stirbt ist länger tot" (2006) war mit 1,8 Millionen Kinobesuchern in Deutschland ein beachtlicher Erfolg, der auch von der Kritik gelobt und mit Preisen dekoriert wurde. Bei seinen folgenden Filmen musste der Regisseur allerdings feststellen, dass die süßen Trauben des Erfolgs in der Regel sehr hoch hängen. Obwohl er einige durchaus sehenswerte Filme drehte, gelang ihm ein vergleichbarer Erfolg nicht wieder. Doch Filme wie "Beste Zeit" (2007), "Beste Gegend" (2008) und vor allem "Sommer in Orange" (2011) fanden durchaus ein interessiertes Publikum und das nicht nur in Bayern. Rosenmüller hielt sich bei seinen Filmen nicht nur an die Gegenwart und jüngste Vergangenheit, sondern ging mit "Räuber Kneißl" (2008) ins späte 19. und zuletzt mit "Sommer der Gaukler" (2011) sogar ins späte 18. Jahrhundert zurück, blieb aber beim Handlungsort immer seiner bayrischen Heimat treu.
Mit "Wer's glaubt wird selig" ist er wieder in der bayrischen Gegenwart angekommen. Der einst beliebte Wintersportort Hollerbach leidet unter dem Klimawandel: Seit fünf Jahren gab es keinen Schnee mehr. Die Touristen bleiben aus und mit dem Ort geht es bergab. Da hat der Wirt Georg (Christian Ulmen), der rundum in einer tiefen Krise steckt, eine zündende Idee. Seine soeben verstorbene und fanatisch religiöse Schwiegermutter Daisy (Hannelore Elsner) soll heilig gesprochen werden, damit Hollerbach zum Wallfahrtsort wird. Georg gelingt es tatsächlich, einen Prüfer des Vatikans in seinen Heimatort zu locken, dem er mit seinen Freunden nun allerhand Wunder vorzutäuschen versucht. Das läuft zunehmend aus dem Ruder, doch als sogar der Papst selbst in Hollerbach auftaucht, zeichnet sich ein versöhnliches Ende ab. Mit der Heiligsprechung wird es zwar nichts, aber Gott hat ein Einsehen und lässt es schneien.
Das klingt nicht nur recht skurril, sondern ist es auch. Aber Rosenmüller schafft es nicht, die Geschichte durch bodenständige Figuren ausreichend zu erden. Georgs Frau Emilie (Marie Leuenberger) ist da zwar ein guter Anfang, allein gelassen gelingt es ihr aber nicht, die Zuschauer für die handelnden Personen wirklich einzunehmen. So freut man sich zwar immer wieder über einzelne gelungene Einfälle, das Interesse am Fortgang der Geschichte hält sich aber in engen Grenzen. Der Beauftragte des Vatikans und sein Bruder, der lebenslustige Schauspieler, der ihn meist vertritt, wirken als Fremdkörper im Film. Ihre Auftritte sind, vielleicht mit Ausnahme der Predigt des falschen Pfarrers, kaum witzig und sorgen nur für eine weitere Verflachung der Handlung.Nur wenig origineller sind die dörflichen Typen, zeitweise glaubt man sich da in Opas Kino der 50er Jahre in Deutschland versetzt. Dabei denke ich eher nicht an dessen Höhepunkte wie die Filme von Kurt Hoffmann.
Marcus H. Rosenmüller ist mit "Wer's glaubt wird selig" endgültig in den Niederungen des Kinoalltags angekommen. Einen Preis wird er mit dem Film mit Sicherheit nicht gewinnen, Zuschauer schon eher. Klamotten sind nicht unbeliebt und das bietet der Film zur Genüge. Gelegentlich blitzt sogar etwas von dem Rosenmüllerschen Humor auf, mit dem er in "Wer früher stirbt ist länger tot" seine Karriere startete. Vielleicht sollte er sich vor seinem nächsten Film einfach mal eine schöpferische Pause gönnen?
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