foyer - hier geht's zur startseite... die aktuellen kinocharts für Deutschland und USA aktuelle Meldungen aus der Kinowelt die aktuellen Kino-Starttermine fü Deutschland kinoprogramm unsere aktuellen kritiken heimkino - aktuelle DVD-Termine directory - Stöbere in unserer Datenbank background - Informationen rund um zelluloid.de
zelluloid

Kritik von Jörg Wetterau zu 'Django Unchained'

WERBUNG
Partner von Entania
Kritik von Jörg Wetterau
veröffentlicht am 17.03.2013
85%
Mit "Django Unchained" hat sich Quentin Tarantino nun also dem Italowestern-Sklavenfilmgenre zugewendet und diesem seine ihm eigene Interpretation geschenkt. Eine Version, die mundet und teils köstlich auf der Zunge zergeht, am Ende aber doch etwas schwer im Magen liegt, so als ob man einfach zu viel davon gegessen hat. Django kann man daher mit einem Viergängemenue vergleichen.

Der Gruß aus der Küche und die Vorspeise inkl. Vorsuppe sind wunderbar angerichtet und schmecken vorzüglich. Hier nämlich geht es um die Einführung des Kopfgeldjägers Dr. King Schulz, der auf bizarre Weise in den Besitz des Sklaven Django kommt und mit ihm gemeinsam eine Menge Geld scheffelt, indem sie zielsicher und blutig Ganoven zur Strecke bringen. Diese erste Stunde von Tarantinos Westernepos ist schlichtweg genial, zum Brüllen komisch, mit großartigen Dialogen, herrlich absurder Situationskomik (hier sei vor allem die Verfolgungsjagd mit schlecht sitzenden Ku-Klux-Klan-Masken erwähnt), tollen Landschaftsaufnahmen und klug gewählter Musik unterlegt. Christoph Waltz als deutscher Kopfgeldjäger ist ein Ereignis, allein wegen ihm lohnt sich der Kinobesuch. Er spielt so zynisch-sympathisch, von dem möchte man als Ganove gerne eine Kugel in die Birne verpflanzt bekommen. Auch Jamie Foxx schlägt sich redlich, vor allem wenn er als eitler Diener im blauen Gewand durch die Landschaft reitet.

Der Hauptgang des Menues bzw. der Geschichte konzentriert sich dann auf die Suche nach Djangos versklavter Frau Brunhilde, die Schulz und Django schließlich zum Plantagenbesitzer Calvin Candy und seine Candylandfarm führt. Leonardo DiCaprio spielt diesen frankophilen Lebemann mit sichtlichem Genuss. Die - wie immer eine besondere Stärke von Drehbuchgenie Tarantino - brillanten, tiefenpsychologischen und nervenaufreibenden Dialoge zwischen Schulz und Candy sind einer der Höhepunkte des Hauptgangs, gewissermaßen das saftige und herzhafte Fleisch.

Doch zunehmend stimmen die Beilagen nicht, Tarantino geht die klare Linie in der Erzählung abhanden. Er kann sich nicht recht entscheiden, ob er ernstes oder einfach nur absurdes Kino erzählen will. Zwar gibt es noch eine herrlich selbstironische Szene zwischen dem schwarzen Django und dem Ur-Django (Franco Nero), aber schon die reichlich übertriebene Darstellung von Samuel L. Jackson als alter "niggerhassender" Haussklave (ich verwende dieses politisch unkorrekte Wort hier ausnahmsweise, da es im Film gefühlte hundertmal ausgesprochen wird) überspannt den Bogen zunehmend. Immer mehr packt Tarantino an unnötiger Gewalt hinein. Die Nachspeise schließlich - eine Art Vanillepudding mit zu viel roter Soße - bekommt man nur noch mit gutem Willen hinunter. Am Ende ist Djangos Rachefeldzug nur noch albern, und auch die Musikauswahl sowie der übertriebene und lächerlich wirkende Einsatz von eimerweise Filmblut hinterlassen einen bitteren Nachgeschmack.

War diese Kritik hilfreich?
1 von 2 Besuchern fand diese Kritik hilfreich.
 
weitere Kritiken zu diesem Film
21.01.2013Julien Ramm
100%
21.01.2013Benjamin Falk
90%
21.01.2013Jutta Hannecker
100%
25.01.2013Gerald Evans
100%
28.01.2013Martin Zopick
95%
30.01.2013Mathias Broxtermann
85%
01.02.2013Michael Denks
95%
15.02.2013David André
90%
26.02.2013Michael Scharsig
100%
13.03.2013Andre Rüsenberg
85%
13.03.2013Patrik "Pitt" Schmitt
95%
17.03.2013Jörg Wetterau
85%
30.04.2013Steven Huber
85%
12.05.2013Andreas Peifer
95%
11.08.2013Pablo Knote
80%
13.08.2013Dirk Hoffmann
85%
05.02.2014Hendrik Schuler
95%
Eigene Kritik schreiben
Weitere Kritiken in der aktuellen Übersicht oder im Archiv
 
zelluloid - Navigationselement
WERBUNG
Kurz-Link zu dieser Seite: http://zel.lu/k75y
foyer | charts | filmnews | kinostarts | kinoprogramm
kritiken | heimkino | directory | background
 
zelluloid.de • ©1998-2014 Denis Hoffmann & Alexander Jachmann
 
SitemapImpressuminfo@zelluloid.de
C
Hinweise zum DatenschutzNutzungsbedingungen