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Kritik von Michael Scharsig zu 'Django Unchained'

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Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 26.02.2013
100%
"Django Unchained" ist das neue Gesicht des Italo-Westerns, begleitet von der amerkanischen Geschichte der Sklaverei. Immer wieder verwendet Quentin Tarantino Stilmittel der fast vergessenen Filmperlen. Detailliert und ausdauernd werden die harte Gewalt und die Qualen der Verletzten dargestellt. Django Unchained lebt eben diese Momente aus. Auch sonst bedient sich der Regisseur den typischen Filmschnitt-Elementen und den übertrieben hektischen Zooms auf Gesichter. Vom Western-Schriftzug bis zu den epischen Landschaftsbildern ist der Film eine Liebeserklärung an das Genre. Dass Don Johnson und Franco Nero in Nebenrollen auftauchen, belegt das.

Quentin Tarantinos neues Meisterwerk glänzt mit der Brutalität aus "Kill Bill", schnittigen Dialogen wie bei "Reservoir Dogs" oder "Pulp Fiction" und urkomischen Charakterzeichnungen wie bei "Inglorious Basterds". Allein Namen wie D'Artagnan, Billy Crash, Big Daddy oder Ace Specks sind schon ein Schmunzeln wert. Kreativ ist auch Christoph Waltz' Eigeninterpreation der Nibelungen-Geschichte. Dazu kommt ein regelmäßiger Switch zwischen ernsten Handlungen und witzigen Momenten. Geschichtsbücher werden frisiert. Großes Highlight ist die Szene, die völlig offensichtlich die Entstehung des Ku-Klux-Klans neu erfindet, mit Gaststar Jonah Hill, der meiner Meinung nach immer noch unterschätzt wird.

Immer wieder fällt Mister Tarantio etwas Neues ein, womit er seine Zuschauer überraschen kann. Schon mal Rap in einem Western gehört? Seine Paradedisziplin bleiben aber die Dialoge der Charaktere, die teils völlig am Plot vorbeigehen. In "Django Unchained" paart Tarantino diese Gespräche einmal mehr mit seinen gewohnten Macho-Sprüchen, die in kein anderes Genre besser passen, als in einen Western ("Ich mag es wie Du stirbst, Boy!").

Über die Darsteller muss nicht mehr viel gesagt werden. Christoph Waltz hat seinen Golden Globe und seinen Oscar ebenso sicher wie verdient. Samuel L. Jackson hätte eigentlich auch einen Preis verdient. Während Leonardo DiCaprio auf gewohnt hohem Niveau brilliert und Kerry Washington etwas zu kurz kommt liefert Jamie Foxx als Titelfigur Django insgesamt nur eine Durchschnittsleistung ab. Wie er aber gebannt der Nibelungen-Geschichte zuhört, nur um den Namen seiner Frau positiv mit ihr assoziieren zu können ist schon großes Kino.

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