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Kritik von Michael Denks zu 'Django Unchained'

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Kritik von Michael Denks
veröffentlicht am 01.02.2013
95%
Verkehrte Filmwelt?
Blutiger Kult-Western mit vielen bösen Amis und einem deutschen Helden!

"Django" erobert wieder die Leinwand! Nach dem Klassiker (1966), damals mit Franco Nero in der Hauptrolle, hetzt Quentin Tarantino den blutigsten Rächer der Western-Geschichte erneut gegen seine Peiniger in die Prärie. Und wer hätte nicht mehr Grund für Rachegedanken, als ein "schwarzer" Sklave, namens Django, diesmal verkörpert von Jamie Foxx. Der Kultregisseur ist der Story seit zehn Jahren auf der Spur. "Mein ursprünglicher Gedanke war die Geschichte eines Sklaven, der zu einem Kopfgeldjäger wird und Jagd auf die Aufpasser macht, die sich auf den Plantagen verstecken", erinnert sich Tarantino. "Ich habe einfach angefangen zu schreiben, und Django nahm ein Eigenleben an. Am Anfang war er einfach nur der, der er war - der sechste Sklave in einer Reihe von aneinander geketteten Sklaven. Aber er offenbarte immer mehr von sich, je länger ich an dem Drehbuch feilte." Kein Genre eignet sich wohl besser für die Darstellung zwischen "Gut" und "Böse" als ein Western. Filmkenner werden neben der Hauptfigur viele alte Klassiker wieder entdecken, beispielsweise die "Für eine Handvoll Dollar"-Trillogie mit Clint Eastwood. Kontroversen sind bei Tarantinos Filmen vorprogrammiert, obwohl es inzwischen kein Geheimnis mehr ist, was den außergewöhnlichen Filmemacher begeistert. Brachiale Gewalt, skandalöse Szenen die schocken sollen - das macht den Stil von Tarantino aus. Doch kaum einer polarisiert seine Zuschauer so stark. Die einen lieben, die anderen hassen ihn.
Angesiedelt in den Südstaaten, zwei Jahre vor dem Bürgerkrieg, wird Django (Jamie Foxx) vom deutschstämmigen Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Christoph Waltz) aus der Sklaverei befreit - selbstverständlich nicht grundlos - den Django kennt die brutalen Brittle-Brüder, welchen Schultz auf den Fersen ist. Für den Kopfgeldjäger kommt Django gerade recht, erweist sich der befreite Sklave als äußerst talentiert im Umgang mit dem Schiesseisen. Gemeinsam jagen sie die meistgesuchten Verbrecher des Südens. Während Django seine überlebensnotwendigen Jagdkünste weiter verfeinert, verliert er dabei sein größtes Ziel nicht aus den Augen: Er will seine Frau Broomhilda (Kerry Washington) finden und retten, die er einst vor langer Zeit an einen Sklavenhändler verloren hat. Ihre Suche führt die beiden zu Calvin Candie (Leonardo DiCaprio), Eigentümer von "Candyland", einer berüchtigten Plantage, in der brutale Menschenkämpfe organisiert werden. Ein genialer Plan soll Broomhilda ohne großes Gefecht aus den Klauen Candies befreien, doch der Haussklave Stephen (Samuel L. Jackson) riecht den falschen Braten - für Django und Schultz werden die Aussichten auf Erfolg verdammt dünn.
"Gewaltfreie Zone" sieht anders aus. Wenn das Gewehr spricht, färben sich die weißen Frühlingsblüten der Prärie blutrot. Das muss so sein, das ist einfach Kunst, wie man es bereits aus "Kill Bill" und Co. kennt. Tarantino, der Meister des "Pulp" verbindet wieder einmal Film und Musik zu einer perfekten Mischung der Sinne. Waren Zeitlupe und Splatter-Effekte gestern noch abgenutzt, so erfindet er sie allesamt wieder neu. Posen, Blutrausch und herausragende Dialoge wechseln zwischen knallharter Komödie und lachhaftem Schocker. Der Western ist nur Mantel für das Tarantino-Genre, dessen Regeln Fans seit "Pulp Fiction" immer wieder zelebrieren. Die Schauspieler Foxx, Waltz und DiCaprio spielen allesamt auf höchstem Niveau, mit Sicherheit Favoriten für die nächste Oscar-Verleihung. Nicht weniger gut, aber die verrückteste Überraschung von allen, stellt Samuel L. Jackson dar, der als durchgedrehter, schwarzer Rassist mit den übellaunigsten Dialogen um sich wirft - seine Respektlosigkeit vor beinahe jedem sorgt für die größten Lacher. Django ist zweifellos ein blutiges Musik-Gedicht mit drei Stunden Filmlänge - doch das Kinojahr 2013 konnte kaum besser beginnen.

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