Auf seiner Reise durch Thailand trifft Richard auf einen ausgeflippten
Mann, der ihm von einer paradiesischen Insel erzählt, von der außer
ihm niemand etwas weiß. Richard ist sofort Feuer und Flamme, und macht
sich, nachdem der Fremde ihm eine Wegbeschreibung gegeben und das
Zeitliche gesegnet hat, auf die Suche nach diesem Ort.
Richard (Leonardo DiCaprio, Titanic) ist fern der Heimat in Thailand
unterwegs, wo er neue Menschen, neue Sitten und neue Erfahrungen
sammeln will. In einem heruntergekommenen Hotel trifft er auf Daffy
(Robert Carlyle, Trainspotting), der ihm eine tolle Geschichte
erzählt: irgendwo mitten im Ozean soll es eine kleine Insel geben, von
deren Existenz außer ihm niemand etwas weiß. Richard ist skeptisch,
nachdem Daffy sich aber in der folgenden Nacht das Leben genommen und
zuvor eine Karte an Richard Tür angebracht hat, mit deren Hilfe er den
Weg zur Insel finden kann, denkt er darüber nach, ob er die Reise zu
diesem ungewissen Ziel antreten soll. Etwas besseres hat er eigentlich
sowieso nicht vor, und für ein Abenteuer ist er bereit, nur fehlen ihm
noch die notwendigen Reisepartner, denn alleine wird er den Trip
dorthin nicht antreten.
Die Reisepartner muß er aber nicht lange suchen, denn schon bald
trifft er Françoise (Virginie Ledoyen) und Étienne (Guillaume Canet),
ein Pärchen aus Frankreich, die ebenfalls daran interessiert sind,
diese traumhafte Insel zu finden. Kurze Zeit später haben sie ein Boot
gemietet, das sie bis in die Nähe der geheimnisvollen Insel bringen
soll. Direkt dorthin fahren darf das Boot nicht, da die Insel in einem
Naturschutzgebiet liegt. Nach einer Nacht unter dem sternenklaren
Himmel Thailands macht sich das Trio am nächsten Tag schwimmend auf
den Weg zu der Insel, auf der es den unberührten weißen Strand geben
soll.
Auf der Insel angekommen, entdecken sie, daß es den sagenumwobenen
Strand zwar gibt, gleichzeitig aber auch, daß sie nicht wie erwartet
alleine auf der Insel sind. Zuerst entkommen sie einer Gruppe bis an
die Zähne bewaffneter Canabisbauern nur knapp, dann stoßen sie auf
eine recht große Gruppe von Aussiedlern, die sich auf der Insel
niedergelassen haben, und das Geheimnis der Insel um jeden Preis
hüten wollen. Dieser Gruppe schließen sich Richard und seine
beiden Mitreisenden an, in der Hoffnung, eine schöne Zeit fernab vom
hektischen Rest der Welt zu verbringen. Aber auch an diesem Ort, der
durchaus so aussieht, wie ein Amerikaner oder Mitteleuropäer sich das
Paradies vorstellen mag, gibt es genügend Probleme, die es zu lösen
gilt.
Nach dem Besuch dieses Filmes stößt man unweigerlich auf eine Frage:
zu welchem Preis ist es in noch vertretbar, das Leben eines Einzelnen
hinter den Interessen einer Gruppe beziehungsweise einer "goldenen
Regel" anzustellen? So lange sich auf der Insel alle an diese Regel,
niemandem von der Existenz des Paradieses zu erzählen, halten, wird
niemand, vor allem aber kein Tourist, dorthin kommen, was aber ist,
wenn das Leben eines Menschen davon abhängt, ob er medizinisch
versorgt wird oder nicht? Der Preis, auf der Insel bleiben zu dürfen,
ist also schon mit einem gewissen gesundheitlichen Risiko verbunden,
das einen bitteren Beigeschmack zu dem Bild des Paradieses mit sich
bringt.
Sehr gut getroffen, sowohl optisch als auch musikalisch, ist der
Kontrast zwischen der Hektik der Zivilisation und der Ruhe auf der
Insel. Leider aber scheint der Film ganz und gar auf Leonardo DiCaprio
zugeschnitten zu sein, was den anderen Hauptpersonen, vor allem den
beiden Franzosen Virginie Ledoyen und Guillaume Canet, so gut wie
keine Möglichkeit läßt, sich auf der Leinwand auszubreiten. In diesem
Zusammenhang finde ich es ganz witzig, daß der Film in Deutschland,
wohl wegen der teilweise doch sehr blutigen Szenen und
Drogenverherrlichung, von der FSK eine Altersfreigabe ab 16 Jahre
bekommen hat, und ein Großteil des potentiellen Publikums, nämlich die
Teenies, die sich den Film nur wegen DiCaprio anschauen würden, "The
Beach" überhaupt nicht sehen dürfen. Allzuviel verpassen sie aber auch
nicht, der Film ist zwar ganz nett, lebt von großartigen Bildern und
Landschaftsimpressionen, insgesamt ist er aber doch belanglos, da
hätte ich von Danny Boyle, dem Regisseur von "Trainspotting" und "Lebe
lieber ungewöhnlich" irgendwie doch etwas mehr erwartet.