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Kritik von Michael Scharsig zu 'Extinction - The G.M.O. Chronicles'

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Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 05.12.2011
75%
Nach "Rammbock" kommt nun der nächste postapokalyptische Zombie-Streifen aus Deutschland. In Sachen Klaustrophobik verliert der Film im Vergleich mit dem genannten Vorgänger. Doch es gibt auch einige Pluspunkte. Die verlassene und verschneite Militärbasis irgendwo zwischen Köln und Aachen bietet eine fantastische Atmosphäre der Endzeit. Wo "Rammbock" eher auf Zimmer, Dachböden, schmale Gassen und Flure setzte, präsentiert "Extinction" sehr eindrucksvolle Landschaftsaufnahmen und ein glaubwürdig menschenleeres Köln, dass die Vergleiche zum leeren London aus "28 Days Later" nicht scheuen muss. Wem es hilft, dem sei gesagt, dass "Extinction" optisch eher an Filme wie "Mutants", "The Road" oder "The Walking Dead" erinnert, als an enge Zombieduelle à la "Rec" oder "Die Horde".

Die Leistungen der Darsteller driften weit auseinander. Der weitesgehend unbekannte Daniel Buder macht seine Sache als Hauptfigur ordentlich und bringt den Überlebenskämpfer Tom authentisch rüber. Auch Serien-Blondine Luise Bähr ("Marienhof", "Die Wache", "SOKO Köln", u.a) geht dem Zuschauer zumindest nicht auf die Nerven. Die Leistungen von Tobias Kay, Christian Stock und Klaus Ebert sind allerdings unterste Schublade. In fast jeder Szene wirken die Mimiken und Handlungen ihrer Charaktere überzogen und unfreiwillig komisch. Bina Milas und vor allem Jerry Coyle sorgen in der Statistik aber wenigstens dafür, dass nicht jeder Nebendarsteller hier versagt. Das ist auch wichtig, denn der etwas langgezogene Handlungsfaden braucht wenigstens interessante Dialoge und Protagonisten.

Aus den "Infizierten" selbst, hätte etwas mehr gemacht werden können. Zu Beginn ist kein Unterschied festzustellen zwischen den Erkrankten aus "Dawn of the Dead", "28 Days Later" oder "Rammbock". Das hätte auch so bleiben sollen, denn je mehr die Wesen im Film mutieren, desto fragwürdiger werden sie. Zum einen erinnern sie optisch am Ende eher an Zombies aus den 80ern, zum anderen ist es schwer zu erklären, wie sich die Untoten die Kunst des Parkour aneignen können, wo doch ihre Körper verwesen. Der güngelbe Staub, den sie aushusten, wird nicht weiter erklärt. Von der Optik und der Atmosphäre her war der weibliche Zombie mit zugewachsenen Augen, der Gleichgesinnte mit schillernen Schreien herbeilockt, ein Höhepunkt des Filmes. Schade, dass darauf nicht mehr eingegangen wird und am Ende ein Kampf zwischen bibeltreuen Opfern und untoten Leichtathleten entbrennt.

"Extinction - The G.M.O Chronicles" hat viele gute Ansätze und ist mit Sicherheit einen DVD-Abend wert. Der beknackte englische Titel hätte aber nicht sein müssen, vor allem nicht, weil "G.M.O" für "genetisch modifizierte Organismen" steht. Eine schöne Location und gut aufgelegte Hauptdarsteller können aber nicht über ein zähes Drehbuch und größtenteils talentfreie Nebendarsteller hinwegtäuschen. Insgesamt verblasst der Film im Vergleich mit "Rammbock", doch er zeigt auch, dass das Zombie-Genre in Deutschland durchaus Potenzial hat.

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