Als 2010 der "
Kampf der Titanen" in die Kinos kam, waren die Erwartungen hoch. Endlich mal wieder ein gelungener Fanatsyfilm rund um die griechische Göttermythologie. Leider kam alles anders und der Film entpuppte sich als öder Fantasyschmarn, der vor allem mit seiner furchtbaren 3D-Konvertierung in Erinnerung blieb. Trotzdem war der Film finanziell gesehen ein großer Erfolg, weswegen es kaum verwunderlich ist das nun mit "Zorn der Titanen" eine Fortsetzung hinterhergeschoben wird.
Einige Zeit ist vergangen nachdem Halbgott Perseus, Sohn des Zeus, den Kraken vernichtet hat und so die Welt vor ihrem Untergang bewahrt hat. Er lebt zusammen mit seinem Sohn in Frieden bis eines Tages Papa Zeus verbeikommt und ihn um Hilfe bittet. Nachdem die Menschen nicht mehr zu den Göttern beten haben diese ihre Macht verloren und sind somit nicht mehr in der Lage den Titanen und Göttervater Cronos in seinem Gefängnis, dem Tartarus, zu halten. Zeus braucht unbedingt die Hilfe seines Sohnes. Perseus möchte aber in Ruhe gelassen werden und lehnt ab. Währenddessen hat Hades, der Gott der Unterwelt, und der Kriegsgott Ares ein Abkommen mit Cronos geschlossen. Er bekommt die Macht von Zeus und dafür werden die Götter wieder untersterblich. Also wird Zeus von seinem Bruder Hades und seinem verräterischen Sohn Ares gefangen genommen. Nun muss Perseus natürlich doch los um seinen Vater zu retten ... und natürlich das Schicksal der gesamten Welt.
Hat im ersten Teil noch Louis Leterrier ("Transporter 2") im Regiestuhl platzgenommen, übernimmt dieses Mal Jonathan Liebesman das Ruder, der letztes Jahr schon den desaströsen Alienquatsch "Battle L.A." verbrochen hat.
Leider hat man es auch im neuen "Titanen" Film versäumt, dem Ganzen ein ordentliches Drehbuch zu spendieren. Klar, keiner geht mit den Erwartungen ins Kino hier ein erzählerisches Meisterwerk zu sehen, aber eine ordentliche Story, die den Film zusammenhält, sollte es doch schon sein. Leider wird noch nicht mal das erfüllt. Der Film ist einfach schlecht geschrieben. Man wird sofort in das Geschehen hineingeworfen, es geht gleich am Anfang voll zur Sache. Hier und da werden ein paar One-Liner heruntergebrabbelt um den Zuschauer zu sagen worum es ungefähr geht. Der Mittelteil besteht dann daraus, Perseus und seine beiden Gefährten, Kriegerin Andromeda und Halbogtt Agenor, bei ihrer Suche nach dem entführten Zeus zu begleiten. Hier machen sich dann zunehmend Längen bemerkbar. Die Action wird auf ein Minimum zurückgefahren und man ertappt sich dabei, wie man einen Blick auf die Uhr erhascht. Denn dramaturgisch ist der Film äußerst schwach. Die Dialoge sind zudem völlig platt, die Charaktere blass und austauschbar und der Humor wirkt furchtbar aufgesetzt und deplaziert.
Was den Film vor einem Totalausfall rettet sind die wirklich gut gemachten Actionsequenzen. Hier macht der Film wirklich Spaß denn die Inszenierung ist hier durchaus gelungen und auch die Effekte können dieses Mal durchgehend überzeugen. Eine Peinlichkeit wie die Medusa im Vorgänger bleibt uns zum Glück erspart. Hier zeigt Regisseur Liebesman tatsächlich mehr Talent als sein Vorgänger. Besonders der (leider viel zu kurze) Showdown bietet ordentlich was fürs Auge, und entschädigt zumindest teilweise für den öden Mittelteil. Vor allem Cronos, ist der CGI Abteilung wirklich gut gelungen. Das 3D ist übrigens wesentlich besser gelungen als in "Kampf der Titanen" und bietet eine angenehme Tiefenwirkung. Schließlich wurde der Film dieses Mal gleich in 3D gedreht, und nicht erst im Nachhinein konvertiert.
Und die Darsteller? Nun, das ist natürlich kein Film, bei dem man oscarreife Leistungen erwarten darf. Aber es gibt zumindest keine völligen Ausfälle. Sam Worthington wirkt als Hauptdarsteller etwas blass und austauschbar, aber mehr hat das Drehbuch offenbar nicht hergegeben. Das gleiche kann man auch über Toby Kebbell als Halbgott Agenor und Rosamund Pike als Kriegerköngin Andromeda sagen. Liam Neeson und Ralph Fiennes als Göttergeschwisterpaar Zeus und Hades sind da definitiv noch am coolsten, auch wenn sie mit ähnlich peinlichen Dialogen gestraft wurden wie der restliche Cast. In weiteren Rollen hätten wir noch Edgar Ramirez als Bösewicht Ares und Bill Nighy als Götterschmied Hephaestus.
Fazit: Dramaturgie, Story und Figuren sind ähnlich schwach wie in Teil eins. Dafür bekommen wir dieses Mal ordentlich in Szene gesetzte Action und ansehnliche Effekte. Wer seine Erwartungen weit nach unten schraubt, könnte durchaus seinen Spaß im Kino haben. Zu einem guten Film fehlt allerdings noch eine ganze Menge.