foyer - hier geht's zur startseite... die aktuellen kinocharts für Deutschland und USA aktuelle Meldungen aus der Kinowelt die aktuellen Kino-Starttermine fü Deutschland kinoprogramm unsere aktuellen kritiken heimkino - aktuelle DVD-Termine directory - Stöbere in unserer Datenbank background - Informationen rund um zelluloid.de
zelluloid

Kritik von Wolfgang Hagen zu 'Die Tribute von Panem - The Hunger Games'

WERBUNG
Partner von Fantastic Zero
Kritik von Wolfgang Hagen
veröffentlicht am 23.03.2012
90%
Ein Spoiler ist eine Information zur Handlung, die wesentliche Spannungs- oder Überraschungselemente vorwegnimmt.
Achtung! Diese Kritik könnte eventuell kleine Spoiler enthalten!
Die Bestseller Verfilmung "Die Tribute von Panem - The Hunger Games" zählt wohl zu den am meist erwarteten Filmen des Jahres. Ich persönlich habe bisher den ersten Band der Bücher gelesen und fand diesen fantastisch. Nicht umsonst erhielt dieses Werk viele Preise, unter andrem den "Buxtehuder Bullen" und den "Deutschen Jugendlitertaturpreis". Viele Kritiker stellen die enorm erfolgreichen Fantasybücher qualitativ sogar auf ein Level mit J.K. Rowlings "Harry Potter".
Gegenüber der Verfilmung war ich jedoch im Vorfeld sehr skeptisch. Groß war die Befürchtung dass die Filmemacher aus dem großartigen Roman eine Art "Teenie-Twilight-Verfilmung" machen. Gott sei Dank war diese Befürchtung umsonst!
Der Film fokussiert sich auf die 16jährige Katniss Everdeen (Super! Jennifer Lawrence). Ein Mädchen aus Distrikt 12 (einer von zwölf Distrikten). In Distrikt 12 herrscht ein einfaches Leben. Es gibt keine Reichtümer, jedes Nahrungsmittel ist wertvoll. Katniss muss sich alleine um ihre Familie kümmern. Zusammen mit ihrem besten Freund Gale geht sie raus in die Wildnis um zu jagen. Die Beute wird anschließend auf dem örtlichen Markt gegen Brot oder andere Lebensmittel getauscht. Als ihre kleine Schwester Prim später bei der Verlosung zu den alljährlichen Hungerspielen gezogen wird, meldet Katniss sich freiwillig, um statt ihrer Schwester an den Spielen teilzunehmen.
Die Hungerspiele wurden von dem Kapitol (quasi die Hauptstadt von Panem) ins Leben gerufen. Vor einiger Zeit gab es einen Aufstand aller zwölf Distrikte gegen das Kapitol. Das Kapitol zerschlug diesen Aufstand letzendlich. Aber als Sicherung das so etwas nie wieder passiert, werden nun jedes Jahr die sogenannten Hungerspiele veranstaltet, in denen aus jedem Distrikt jeweils ein junger Mann und eine junge Frau ausgewählt wird, um sich in einer Arena gegenseitig zu bekämpfen. Der Gewinner wird mich Reichtum überhäuft. Das Kapitol will die Distrikte somit stetig daran erinnern das sie die Macht und die Kontrolle haben.
In der ersten Hälfte des Filmes begleiten wir Katniss wie sie zunächst ihr Leben im Distrikt meistert, später folgen wir ihr auf ihrem Weg ins Kapitol und zu den Vorbereitungen der Spiele.
Hier spielt der Film gleich seine erste Stärke aus. Während in den Distrikten eher ärmliche Verhältnisse herrschen, ist das Kapitol das ganze Gegenteil davon. Riesige Bauten, tolle Landschaft, hochmoderne Züge und modisch sehr fragwürdig gekleidete Menschen. Genau wie Katniss findet sich der Zuschauer plötzlich in einer anderen Welt wieder. Wo sie in ihrer Heimat noch für ihr Essen hart arbeiten musste, gibt es im Kapitol plötzlich alle Leckereien im Überfluss. Nicht nur das. Sie kann mit heißem Wasser duschen, bekommt die feinsten Samtkleider und hat in ihrem Zimmer ein großes weiches Bett. Diese ganze Welt des Kapitols hat so viel Magie an sich, das man als Zuschauer manchmal vergisst, weswegen Katniss eigentlich dort ist.
Die zweite Hälfte des Filmes widmet sich dann voll und ganz dem Kampf in der Arena. Hier schwankt die Stimmung plötzlich schlagartig um. Das Bild wird körniger, die Kamera wackliger. Von der Magie der ersten Filmhälfte ist nichts mehr übrig. Von nun an heißt es: überleben.
Vielleicht sollte ich an dieser Stelle anmerken, dass die Arena ein sehr großes Waldgebiet ist. Die Teilnehmer haben also durchaus die Möglichkeit sich zu verschanzen oder wegzurennen.
Dieser ganze Arenakampf löst schnell eine ganz andere Faszination aus. Katniss zeigt großen Mut und Überlebensgeist, lässt sich nicht von den Tricks der Spielemacher beirren. Sie geht Konflikten aus dem Weg, tut sich sogar mit einem anderen Mädchen zusammen. Dies packt einen nicht zur emotional, sondern ist auch noch hochspannend, da man eigentlich ganz genau weiß, dass Katniss früher oder später in einen Kampf verwickelt werden müsste. Und abgesehen von zwei Szenen macht der ganze Arenakampf nie den Eindruck eines Massakers oder Ähnlichem. Die FSK 12 ist hier durchaus (wenn auch nur knapp) in Ordnung. Gewalt gibt es kaum zu Sehen. In der Regel wird schnell weggeblendet. Am ehesten könnte man den "Härtegrad" noch mit dem letzten Harry Potter Film vergleichen.
Später entwickelt sich noch eine Art Liebesgeschichte zwischen Katniss und ihrem Tributkollegen Peeta (Josh Hutcherson). Das wirkt allerdings nie kitschig oder aufgesetzt. Diese Beziehung spielt sich zudem nur im Hintergrund ab und ist bei Weitem nicht der Kern des Films.
Das Ganze wird von großartigen Darstellern getragen. Vor allem Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence spielt ihre Rolle als Katniss Everdeen großartig. Man nimmt ihr jedes einzelne Gefühl ab. Manche Kritiker sind sogar der Meinung, dass sie für diese Rolle bereits ihre zweite Oscarnominierung (nach "Winter's Bone") erhalten könnte. Zurecht! Co-Star Josh Hutcherson spielt den gutmütigen und etwas schüchternen Peeta auch sehr gut. Ebenfalls klasse: Elizabeth Banks als überdrehte Effie Trinket, Woody Harrelson als Haymitch, Donald Sutherland als berechnender Präsident oder Stanley Tucci als eiskalt lächelnder Talk-Show Moderator.

Fazit: Großartiger Film der einen emotional packt und bis zum Ende nicht mehr loslässt. "Die Tribute von Panem" ist bei Weitem kein 08/15 Action-Blockbuster, sondern großes Kino mit Hirn, welches zum Nachdenken anregt. Kritiker, die den Film als "Teenager Abschlachten" oder "Kindersoldaten von Hollywood" bezeichnen, haben den Film entweder nicht gesehen, oder sollten ernsthaft einen Jobwechsel in Betracht ziehen. Denn solche Behauptungen hat der Film mit Sicherheit nicht verdient.
Von mir gibt es verdiente 9/10 Punkten.

War diese Kritik hilfreich?
23 von 43 Besuchern fanden diese Kritik hilfreich.
 
weitere Kritiken zu diesem Film
23.03.2012Wolfgang Hagen
90%
26.03.2012Kevin Anweiler
95%
28.03.2012Robin Willjung
100%
30.03.2012Dirk Gabler
0%
16.04.2012Michael Scharsig
90%
04.05.2012Christina Kern
90%
02.09.2012Dirk Hoffmann
85%
31.10.2012Mathias Broxtermann
75%
Eigene Kritik schreiben
Weitere Kritiken in der aktuellen Übersicht oder im Archiv
 
 Teil der Serie 'Die Tribute von Panem' 
 Die Tribute von Panem - The Hunger Games (2012)  
 Die Tribute von Panem - Catching Fire (abgedreht, 2013)  
 The Hunger Games: Mockingjay - Part 1 (Drehbuchphase, 2014)  
 The Hunger Games: Mockingjay - Part 2 (Drehbuchphase, 2015)  
 
zelluloid - Navigationselement
WERBUNG