Nemo und sein Vater leben friedlich in einem tropischen Korallenriff. Eines Tages aber wird Nemo entführt,
jetzt setzt sein Vater alles daran, ihn wiederzufinden - und das Meer ist groß!
Marlin, alleinerziehender Clownfisch-Vater des keinen Nemo, tut alles für seinen Sprößling. Nach dessen
Geschmack sogar einiges zu viel, denn ständig bemuttert Merlin ihn, und das, obwohl er heute seinen
ersten Schultag hat und kein Baby mehr ist. Schon in seiner ersten Schulstunde, einer Exkursion in die
Wunder des Meeres, will Nemo daher seinen Mitschülern, aber auch seinem Vater zeigen, daß er kein
Feigling ist - und wird prompt von einem Taucher entführt.
Kurz darauf findet der kleine Nemo sich in einem Aquarium in einer Zahnarztpraxis in Sydney wieder,
wo er zusammen mit den anderen Bewohnern überlegt, wie sie dem Glaskäfig entkommen können. Die Sache
ist eilig, denn Nemo ist als Geschenk für die kleine Nichte des Zahnarztes vorgesehen, und das letzte
"Geschenk" hat das nicht lange überlebt.
Währenddessen ist auch der Vater nicht untätig. Gemeinsam mit Dory, die an Gedächtnisschwund leidet,
findet er heraus, wo der Kleine sich befindet, und zusammen versuchen sie auch dort hinzukommen, um
Nemo zu befreien. Das ist aber nicht leicht, denn als Fisch hat man keine öffentlichen
Verkehrsmittel und keine Landkarte, mit der man herausfinden könnte, welchen Weg man einschlagen muß.
Die einzige Chance ist es, sich durchzufragen - und da ist Dory eine große Hilfe für Marlin, der in
allen Fremden zuerst einmal einen Feind sieht. Sie kommen ihrem Ziel immer näher, aber werden sie es
noch rechtzeitig zu dem großen Menschen mit den Bohrern schaffen?
"Findet Nemo" ist ein lustiger Film, der wirklich für die ganze Familie geeignet ist. Der Film setzt
die Steigerung der Filme aus dem Hause Pixar fort: von "Toy Story"
über "Das Große Krabbeln" und
"Monster AG", mit jedem Film werden die Bilder realistischer, und in
"Findet Nemo" muß man stellenweise schon zweimal hinsehen, um sicherzugehen, daß keine Realaufnahmen ins
Material geschmuggelt wurden - die Illusion ist nahezu perfekt. Vor allem die Darstellung des Wassers ist
sehr realistisch. Auch für die beiden kommenden Jahre sind schon Pixar-Filme geplant, ich bin mal gespannt,
wie sie die Bilder aus diesem Film noch toppen wollen.
Auch wenn ich die Zielgruppe für "Nemo" als etwas jünger einschätzen würde als noch bei
"Monster AG", hat der Film doch für Zuschauer aller Altersgruppen
etwas zu bieten. Für die ganz Kleinen eben die bunten Bilder, für die Älteren die guten Dialoge und Gags,
und auch die Running-Gags - Dorys Gedächtnisschwund und ihre walische Sprache - laufen sich nicht tot, sondern
treiben dem Zuschauer immer wieder Lachtränen ins Gesicht.
In der deutschen Version wurde bei der Besetzung der Synchronsprecher nicht an Prominenz gegeizt:
die Haie Hammer und Hart werden von Erkan und Stefan gesprochen, und sind schon fast alleine das Eintrittsgeld
wert, schwöre! Christian Tramnitz ist Marlin, Anke Engelke spricht Dory, und als der Lehrer Herr Rochen
konnte "Mr. Hobbythek" Jean Pütz verpflichtet werden. Trauriges am Rande: seit dieser Film in Amerika
gestartet ist, sind Clownfische für das heimische Aquarium sehr gefragt, was so langsam dazu führt, daß der
Bestand der Tiere in Gefahr gerät. Man sollte sich also nicht gleich einen kleinen Nemo für daheim wünschen,
wenn man den Film gesehen hat, denn der Vater ist auf dem Weg, seinen Sohn zu retten! Dafür kann man sich
als Ersatz ja den Film ein paar mal anschauen. Ein Film, den man auf keinen Fall verpassen sollte.