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Kritik von Jutta Hannecker zu 'Rock of Ages'

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Partner von Entania
Kritik von Jutta Hannecker
veröffentlicht am 02.07.2012
80%
Musicals auf der Leinwand sind ja nicht jedermanns Sache. Schauspieler, die sich ansingen, statt miteinander zu reden, finden doch viele Kinofans einfach nur dämlich. Wer aber Filme wie "Mamma Mia" liebt, den Witz in den zum Teil aberwitzigen Interpretationen der Lieder sowie Choreografien köstlich findet, der wird auch "Rock of Ages" höchst amüsant finden. Das Prinzip dieses Rockmusicals ist dem von "Mamma Mia" ähnlich. Songs werden passend zur Geschichte aneinander gereiht und völlig anders als gewohnt performt. Nur kleinste Textpassagen werden umgeschrieben. In "Rock of Ages" wurden Klassiker wie "Jukebox Hero", "Rock you like a Hurricane" und "I love Rock'n'Roll" zu einer Mords-Gaudi miteinander verwoben. Man muss dieses 80er-Jahre-Musik-Genre selbstverständlich mögen, um nicht schreiend das Kino zu verlassen. Die gesprochenen Dialoge sind nämlich keinen Cent der Eintrittskarte wert, weil sie so unnütz wie grottig sind. Das gilt beinahe selbstredend auch für die Handlung. Sie ist eigentlich nur Nebensache. Dreh- und Angelpunkt in diesem Musical ist der Bourbon Room am Sunset Strip in L. A. Das süße Landei Sherry (Julianne Hough) verliebt sich in den Milchgesicht-Rocker Drew (Diego Boneta). Im Bourbon Club begannen viele Rock-Karrieren. Auch die von Stacee Jaxx, den schlimmsten aller Finger. Für ihn fallen die Mädchen nicht nur reihenweise in Ohnmacht, er legt die, die noch nicht unterm Sauerstoffzelt liegen, im Rekordtempo flach. Wenn das kein Dorn im Auge der spießigen Bürgermeistergattin (Catherine Zeta-Jones) ist. Sie, eine Art Sarah Palin, will diesem langhaarigen Mephisto in Lederhosen das Handwerk legen.

Das Ungewöhnlichste an dieser Musical-Verfilmung sind die Schauspieler. Außer Zeta-Jones, die für ihre Darstellung in "Chicago" einen Oscar erhielt, traut man der Besetzungsliste Gesang und Tanz nicht unbedingt auf den ersten Blick zu. Schauspieler wie Alec Baldwin, Tom Cruise, Russell Brand und Paul Giamatti hat man bisher nicht als Sänger erlebt. In "Rock of Ages" müssen diese ganzen Kerle richtig ihre Hosen runterlassen und zeigen, was sie als Rocker drauf haben. Alec Baldwin als Betreiber des angesagten Rockclubs ist nicht nur zum Schreien komisch, er ist auch der Putzigste des Ensembles. Einst einer der schönsten Männer Hollywoods hat er sichtlich Spaß an seiner neuen Rolle als männliche Wuchtbrumme. Paul Giamatti, eh das pure Gegenteil der typischen Hollywood-Wohlgestalten, legt noch ein richtiges Pfund an optischen No-Goes drauf und beweist als fieser Manager unglaublichen Mut zur Hässlichkeit. Den Vogel schießt aber Tom Cruise als exzentrischer und völlig durchgeknallter Rockstar ab. Schon in "Tropic Thunder" schmiss er mit seiner Performance als rappender und völlig widerlicher Filmproduzent sein Sexy-Image über den Haufen. Das Gehabe eines bekloppten Hardrockers hat er voll drauf. Sein Sixpack kann sich immer noch sehen lassen. Und singen kann er auch. Obwohl er stramm auf die 50 marschiert, ist sein Gesicht fast noch zu unverbraucht für den heruntergekommenen Rock-Gott. Aber das geht im Gelächter über seine witzige Darstellung unter.

Richtig gut kommt dieses Rock-Musical nur auf der großen Leinwand mit fetten Boxen und einem Kinobetreiber, der auch gescheit aufdrehen lässt. Spaßbremsen, die "leiser" rufen, sollen bitte draußen bleiben. In diesem Sinne, I love Rock'n'Roll!

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