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Kritik von Benjamin Falk zu 'Killer Joe'

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Partner von Entania
Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 17.03.2013
70%
Auf "Killer Joe" wurde ich aufmerksam, weil er doch einige Probleme mit der Freigabe hatte und als ich davon las, wurde ich neugierig. So sah ich mir das Werk nun mal an, ohne eigentlich zu wissen, worum es denn geht. Ich konnte mich also überraschen lassen und im Endeffekt hat es sich ganz klar gelohnt, sich den Film anzusehen, auch wenn das hier sicherlich kein Meisterwerk darstellt.

Chris hat Geldprobleme und sucht nach einer Lösung dafür. Schon bald fällt ihm eine ein. Er will seine Mutter ermorden lassen um an die Lebensversicherung zu kommen. Chris weiht seinen Vater ein, der schon lange von der Mutter getrennt ist und eine neue Frau hat. Das Geld der Lebensversicherung würde an seine Schwester Dottie gehen, die bei ihrem Vater lebt. Ansel ist mit der Sache einverstanden und wer den Mord begehen soll, ist auch schon klar. Ein Polizist namens Joe erledigt nebenbei auch Auftragsmorde. Das Problem ist nur, dass er sein Geld im voraus haben möchte und Chris ihn erst bezahlen kann, wenn der Mord getätigt wurde. Für Joe kommt das nicht in Frage, aber er zeigt Interesse an Dottie. Als Sicherheit will er mit ihr zusammen sein, bis er das Geld bekommt, aber die ganze Sache läuft natürlich mächtig schief.
Das Drehbuch basiert auf einem Theaterstück und insgesamt ist die Story schon interessant. Man kann sich denken, dass es nicht gut ausgehen wird, nur was denn schief laufen wird, das bleibt lange ein Rätsel. So gibt es am Ende noch ein paar Wendungen, die gut durchdacht sind, mich jedoch auch nicht vom Hocker gehauen haben. Man hatte ein paar gute Ideen und das ist alles solide geschrieben. Nur leider bekommt man wenig Neues geboten. Somit ist das Drehbuch gut, aber nicht perfekt.

Wirklich beeindruckt kann man allerdings von den Darstellern sein. Die größte Überraschung stellt Matthew McConaughey für mich dar. Ich kenne ihn eher aus seichten Komödien und hier spielt er mal eine ganz unytpische Rolle. Dabei macht er eine extrem gute Figur und hat wirklich hervorragend gespielt. Emile Hirsch gibt den Verlierer ebenfalls sehr überzeugend und Thomas Haden Church gefällt mit der Zeit auch immer besser. Eine weitere Überraschung ist Juno Temple, die ihre süße, etwas verrückte Rolle toll spielt und Gina Gershon konnte auch auf ganzer Linie überzeugen. Viel mehr Darsteller gibt es nicht zu sehen und diese fünf tollen Schauspieler tragen "Killer Joe" fast im Alleingang.
Die Figurenzeichnung ist soweit ganz ordentlich geraten, gerade weil sie ein wenig anders ist. Man bekommt zwar einige Klischees geboten, doch hat man diese mal etwas anders umgesetzt. Obwohl es hier eigentlich niemanden gibt, der das reine Gute verkörpert, so sind alle Charaktere auf ihre eigene Art und Weise sympathisch. Sicherlich sind das keine Figuren mit Kultpotenzial, aber gut gezeichnet wurden sie trotzdem.

William Friedkin übernahm die Regie und der Mann ist mit seinen bald 80 Jahren schon sehr lange im Filmgeschäft. Seine großen Zeiten sind bestimmt vorbei und seine letzteren Werke wurden auch sehr gemischt aufgenommen, doch zumindest "Bug" gefiel mir sehr gut und er macht seine Sache als Regisseur auch bei "Killer Joe" ordentlich. Viele Szenen werden einfach laufen gelassen und sind lang ausgefallen. Das Tempo ist ruhig und oftmals dominieren die Dialoge, welche mir aber viel Spaß gemacht haben.
Spaß kann man mit "Killer Joe" sowieso haben, denn obwohl der Film ernst und düster ist, besitzt er eine gute Menge schwarzen Humor. Daneben hat man sicherlich auch ein kleines Drama vor sich, aber den größten Teil spielt natürlich der Thriller. Viele Szenen sind dabei recht locker geworden und amüsieren, dann aber bricht die Gewalt fast ohne Vorwarnung aus. Das ist dann schon ziemlich derb dargestellt und überrascht. Auf jeden Fall gefiel mir die Atmosphäre soweit ganz gut.

Der Unterhaltungswert ist ordentlich. Ohne Einleitung geht es recht schnell zur Sache, aber danach lässt man sich Zeit. Action gibt es fast gar keine und auch Spannung eher weniger. Allerdings ist das Geschehen in gewisser Weise schon irgendwie spannend und packend, weil man gerne wissen möchte, wie das alles ausgehen wird. Spektakuläre Unterhaltung ist das ganz bestimmt nicht, aber die 100 Minuten Laufzeit weisen keine Längen auf und vergingen für mich kurzweilig.
Dann muss man natürlich noch den Punkt ansprechen, welcher dafür verantwortlich war, dass ich "Killer Joe" überhaupt gesehen habe. Ganz so schlimm finde ich das Werk nun nicht und es gibt auch nur ganz, ganz wenig Gewalt. Doch gerade am Ende, wo diese richtig ausbricht, ist das schon sehr derb und krass gemacht. Sowieso ist das Ende die Stärke des Filmes und dass es so offen gelassen wurde, fand ich ebenfalls gut. Die wenigen Effekte sind sehr gut geworden.
Der Score begleitet das Geschehen passend und ist gut.

Fazit: "Killer Joe" ist schon ein interessanter Film, der recht unkonventionell ist. Die Handlung hat ihren Reiz, konnte mich aber nicht vollends überzeugen. Dafür gibt es richtig starke Darsteller zu sehen und auch die Figurenzeichnung ist gelungen. Inszeniert wurde das recht ansprechend und die Atmosphäre lebt gerade vom schwarzen Humor. Das ist niemals spektakulär, aber trotzdem unterhaltsam und das Ende ist wirklich stark gemacht. Freunde des Thrillers der ruhigeren Art können also durchaus mal einen Blick riskieren!

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