Ein Trailer ist ein aus einigen Filmszenen zusammengesetzter Clip zum Bewerben eines Kino- oder Fernsehfilms, eines Computerspiels oder einer anderen Veröffentlichung. Der Zweck eines Trailers ist es, dem Publikum einen Vorgeschmack auf das beworbene Produkt zu geben und natürlich Werbung für dieses zu machen.
Chris Sheldon (
Jeff Bridges) ist der mürriche Skipper der "Albatross". Zusammen mit seiner Frau (
Caroline Goodall), die sowohl als Bordärztin, als auch als Mathematik- und Biologielehrerin fungiert, einem skurrilen Literaturprofessor und einem kubanischen Koch bietet er jungen Männern die Chance, ein Schuljahr lang auf große Reise bis zu den Galapagosinseln zu gehen. Neben dem regelmäßigen Lernen steht für Jugendlichen auch der tägliche Dienst an Bord auf dem Stundenplan. Bereits bei den Vorbereitungen auf die große Fahrt kommt es zu ersten Reibereien zwischen den Schülern, die schon bald zu eskalieren drohen. Doch nach und nach entwickelt sich ein Gemeinschaftsgefühl.
Wenn man den Trailer sieht oder nur die Inhaltsangabe liest, könnte man vermuten, der Untergang der Albatross und die nachfolgende Verhandlung vor dem Marinegericht nähmen den wesentlichen Teil des Filmes ein. Dem ist bei weitem nicht so. Regisseur Ridley Scott konzentriert sich bei "White Squall" vor allem auf die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Leute, die während oder durch die Fahrt auf dem Schulschiff von Jugendlichen zu Männern reifen. Dieses Thema setzt Scott auch dank der wirklichen guten Jungschauspieler gekonnt um. Wenn dann die Namensgeberin, die White Squall (eine tödliche Welle, deren Existenz nicht bewiesen ist) ins Geschehen eingreift, kommt ein Bruch in den Film. Logischerweise von der Handlung, aber auch von der Qualität. Auch wenn es Tote gibt, ist für mich die Dramatik nicht so greifbar, wie es ein könnte, und die anschließende Gerichtsverhandlung wird kurz und oberflächlich abgehandelt. Eigentlich hätte schon vorher Schluß sein können.
Nun basiert "White Squall" auf einer wahren Begebenheit, da kann man das natürlich nicht einfach weglassen, außerdem deuten der Titel des Films und der Trailer ja darauf hin, daß den Filmemachern dieser Part durchaus wichtig war (mal abgesehen davon, daß eine Todeswelle mehr Zuschauer anzieht, als ein Schuljahr auf einem Segelschiff). Ich hätte die Prioritäten dennoch gerne anders gesehen und den ersten Teil - wenn er auch wirklich gelungen ist - eher gekürzt und die die Nachgeschichte etwas fundierter erzählt. Zumal hier ja auch die Jugendlichen als gereifte Persönlichkeiten auftreten (sollen), das hätte mehr Raum verdient gehabt.
Alles in allem liefert Scott erneut einen gelungen Film ab, der aber deutlich weniger bombastisch daherkommt, wie zum Beispiel "Gladiator" oder "1492". Wer eher auf einen Katastrophenfilm aus ist oder eine auf eine Menge Action und effektvolle Naturgewalten steht, soll sich, wie schon erwähnt, nicht vom Trailer blenden lassen, das kommt bei "White Squall" erst an nachgelagerter Stelle. Wer sich dagegen für Charaktere, konkret die Jugendlichen im Reifeprozeß interessiert und sich dazu an einigen schönen Naturaufnahmen und guten Schauspielern ergötzen möchte, ist in diesem Film gut aufgehoben.