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Kritik von Michael Scharsig zu 'Der Gott des Gemetzels'

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Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 14.01.2012
95%
Das von der französischen Autorin Yasmina Reza geschriebene und von Roman Polanski adaptierte Theaterstück "Carnage" ist in Form von "Der Gott des Gemetzels" die Kino-Sensation des Winters 2011/12.

Worum es geht? Zwei Kinder geraten beim Spielen aneinander. Der Sohn von Nancy und Alan Cowan (brilliant: Kate Winslet und Christoph Waltz), schlägt dem Sohn von Penelope und Michael Longstreet (Jodie Foster und John C. Reilly) mit einem Stock zwei Schneidezähne aus. Es kommt zu einer versöhnlichen, vorbildlichen Einladung bei der die beiden Elternpaare bei Kuchen und Kaffee über den Vorfall reden und ihn aus der Welt schaffen wollen.

Doch den Entschuldigungen weichen schon bald die Anschuldigungen. Höfliche Floskeln mutieren immer mehr zu Missverständnissen und Meinungsverschiedenheiten. Die Oberfläche der Oberflächlichkeit gerät aus den Fugen. Aus einer Meinungsverschiedenheit wird eine Diskussion, aus einer Diskussion wird ein Streit und aus dem Streit - wird ein verbales Gemetzel voller Zynik, Sarkasmus und banaler Beleidigungen. Die Opfer sind am Ende alle vier Beteiligten, denn jeder zeigt hinter seiner Fassade unfreiwillig sein wahres frustriertes Ich.

Alles gerät zwischen Erbrochenem, Alkohol und Handyunterbrechungen so durcheinander, dass die Pärchen zeitweise sogar die Seiten wechseln, sich gegenseitig ebenso anfeinden, wie ihren Gegenüber. Dass der Film wirkt, als sei er in einem Gang durchgefilmt worden, liegt neben dem grandiosen Kameraschnitt und der einwandfreien darstellerischen Leistung auch an der Location. Die Wohnung der Cowans wird nie verlassen, es ändern sich einzig und allein der Tonfall sowie die Mimik der Akteure.

Fazit: "Der Gott des Gemetzels" ist ein Spiegel der heuchlerischen, falschen Gesellschaft. Der Zuschauer lehnt sich zurück und genießt diesen komödiantisch angehauchten Krieg, in dem vier Personen emotional aneinandergeraten, weil sie sich in ihrer Scheinheiligkeit bedroht fühlen. Ganz ganz großes Kino!

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